Mehr als 900 Kröten über stark befahrene Straße geholfen

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Kleiner Zaun mit großer Wirkung: An der Straße zwischen Warthausen und Biberach haben Ehrenamtliche mehr als 900 Kröten über die
Kleiner Zaun mit großer Wirkung: An der Straße zwischen Warthausen und Biberach haben Ehrenamtliche mehr als 900 Kröten über die Straße geholfen. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

Für mehr als 900 Kröten, Molche und Frösche haben fleißige Helfer für die sichere Überquerung der B465 bei Warthausen gesorgt. Seit der Schaffung des kleinen Biotops am Kreisel der Nordwestumfahrung bei Warthausen siedelten sich dort immer mehr Amphibien an.

Da diese nur zum Laichen in den beiden Teichen, ansonsten aber im Hangwald gegenüber leben, bedeutet das eine gefährliche Überquerung der Bundesstraße. Auf Bitten des Naturschutzbunds (Nabu) Biberach hat das Landratsamt in diesem Jahr einen Krötenzaun in diesem Bereich errichtet.

Zahlreiche Helfer im Einstatz

Unter der Betreuung von Bernd Raunecker und Rupert Reichert wurden zahlreiche Helfer zum Krötensammeln gesucht. Dabei hat sich ein Sammelteam gebildet, das seit Anfang März abwechselnd jeden Morgen und jeden Abend den Krötenzaun abgelaufen ist, die Kröten in Eimer sammelte und sicher über die Straße zu den Teichen beförderte.

Die 14 Teams bestanden sowohl aus Einzelpersonen als auch aus Zweiergruppen und Familien, die jeweils an einem bestimmten Wochentag für das Einsammeln der Kröten zuständig waren.

Temperatur der Tiere schwankt

Da Amphibien wechselwarme Tiere sind, schwankt die Zahl der Wanderer je nach Temperatur und Feuchtigkeit. Vor vier Wochen hat die Rückwanderung der ersten Kröten begonnen. Dafür wurde ein zweiter Zaun errichtet. Inzwischen ist die Krötenwanderung zu Ende und der Zaun wurde wieder abgebaut.

Amphibienwanderung im Landkreis Neu-Ulm
Kröten, Molche, Salamander und Frösche gehen jetzt im Frühjahr auf Wanderschaft. Ihr Ziel: die Laichgewässer. Doch dabei sind sie oft gezwungen, Wege und Straßen zu überqueren. Mitglieder vom BUND Naturschutz retten allein in Bayern jährlich etwa eine halbe Million Amphibien genau davor. Eva Reuter hat bei Holzschwang im Kreis Neu-Ulm mitgeholfen die sogenannten Krötenzäune aufzustellen.
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