Glaser will Bedenken der Naturschützer ernst nehmen

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Der Naturschutzbund Nabu und die Bürgerinitiative „Schutzgemeinschaft“ Rißtal haben Schemmerhofens Bürgermeister Mario Glaser für seine Aussagen zum geplanten Industriegebiet IGI kritisiert. Glaser hatte sich beim Nabu bedankt dafür, dass der Verband von einer Klage gegen das Zielabweichungsverfahren absieht. Das Verhalten der Bürgerinitiative hatte er als „wirklich rückwärtsgewandt“ bezeichnet, nachdem sich diese auf eine Klausel im Eingemeindungsvertrag aus den 1970er-Jahren berufen hatte.

Die Naturschützer haben nun Glasers Aussagen widersprochen: „Der Nabu steht der Planung des IGI im Rißtal auch weiterhin äußerst kritisch gegenüber“, heißt es in einer Mitteilung, die der Vorstand an die SZ verschickt hat. Die Vorsitzenden Martin Rösler und Vera Schlossbauer betonen: „Von einer gestiegenen Akzeptanz des IGI aufseiten des Nabu kann jedenfalls keine Rede sein.“ Der Verband habe mit seiner „sehr kritischen und fundierten Stellungnahme erreicht, dass sowohl das Regierungspräsidium als auch die Naturschutzbehörde strenge Auflagen an die Zulassung des Zielabweichungsverfahrens geknüpft haben“. Auch in Zukunft wolle der Verband „in enger Abstimmung“ mit anderen Naturschutzverbänden und der Bürgerinitiative sich einbringen bei dem Thema, „mit dem Ziel eines verantwortungsvollen Umgangs mit der begrenzten Ressourcen Umwelt und Natur“.

Bürgerinitiative kritisiert Glaser

Kritik kam auch von der Bürgerinitiative (BI): Bürgermeister Glaser juble zu früh. Der Eingemeindungsvertrag der Höfen-Gemeinden nach Warthausen schließe die Bebauung des Rißtals ausdrücklich aus. Die Äußerungen Glasers seien „erschreckend“ und ließen „für das Rechtsempfinden des Bürgermeisters Schlimmes“ befürchten.

Auf SZ-Nachfrage wollte sich Glaser nicht zu den Anschuldigungen der BI äußern. Auf die Ausführungen des Nabu antwortete er: Er wolle als Bürgermeister „die Anregungen des Regierungspräsidiums und die Bedenken der Naturschutzverbände sehr ernst nehmen und diese in großem Umfang auch umsetzen in der nun folgenden Planung und hier auch gerne die weitere Abstimmung suchen“. Ihm sei klar, dass beim Nabu „nach wie vor keine große Akzeptanz da ist. Das wäre auch vollständig gegen deren Interessen und so wollte ich nicht verstanden werden“. Er bleibe jedoch bei seiner Einschätzung, dass „mit dieser Entscheidung der Verbände und der Rechtskraft des Zielabweichungsverfahrens das IGI kommen wird und dabei, dass die große Mehrheit der Bevölkerung die Entwicklung des Standorts gutheißt“.

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