Kesse Göre lehrt fiese Piraten das Fürchten

Lesedauer: 4 Min
Wildschweinbraten in der Südsee: Darauf haben sich Pippi Langstrumpf und ihre Freunde vor zwei Jahren im Wainer Freilichttheater (Foto: Schick)
Schwäbische Zeitung
Redaktionsleiter

Rote Haare, Sommersprossen, immer fröhlich drauf los: Die kesse Göre Pippi Langstrumpf, literarische Ziehtochter der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren (1907 - 2002), trotzt allen Benimmregeln und schlägt jeden Bösewicht in die Flucht. Im Juli ist das stärkste Mädchen der Welt einmal mehr in Wain zu Gast: „Pippi auf den 7 Meeren“ heißt ein neues Theaterabenteuer, das die Spielleiter Dr. Thomas Strobel und Klaus Bretzel in den nächsten Monaten mit rund 60 Buben und Mädchen aus dem Ort und einigen Erwachsenen einstudieren wollen.

Der Verein Pippi-Langstrumpf-Freunde Wain bleibt damit seinem Vorhaben treu, alle zwei Jahre ein Stück auf dem Kulturplatz aufzuführen. Als Statisten und im Chor dürfen die Erst- bis Fünftklässler mitwirken; die Sprechrollen sind Schülern der Klassenstufen drei bis fünf vorbehalten und werden doppelt besetzt. „Die Kinder stehen schon in den Startlöchern“, sagt Thomas Strobel. Am 8. Februar ist „Rollenwunschtermin“. Eine Woche später legen die Regisseure fest, wer welchen Part übernimmt. Nach den Faschingsferien beginnen die Leseproben, Ende April wird die Freilichtbühne aufgebaut. Acht Aufführungen sind vom 19. bis 22. Juli geplant, zwei davon speziell für Kindergärten und Schulen.

In „Pippi auf den 7 Meeren“ wird der Kapitän Langstrumpf von Piraten unter dem Kommando von Blut-Svente und Messer-Jocke entführt. Sie fordern Lösegeld. Als Pippi per Flaschenpost davon erfährt, bricht sie mit ihren Freunden Thomas und Annika eilends auf, den Vater und seine Crew zu befreien. Die Vorlage für diese Geschichte liefert Astrid Lindgrens Buch „Pippi in Taka-Tuka-Land“. Die Bühnenbearbeitung stammt von 2010 – „wir sind deutschlandweit die Ersten, die das Stück unter freiem Himmel spielen“, sagt Thomas Strobel.

Selbstverständlich kommen darin auch der Affe „Herr Nilsson“ und Pippis Pferd „Kleiner Onkel“ vor, die Villa Kunterbunt und das Segelschiff „Hoppetosse“. Und auch die Erzieherin Fräulein Prysselius – von jeher eine Paraderolle für Daniela Osswald – darf nicht fehlen: „Wir erweitern die Handlung extra ein bisschen, damit wir sie auch in diesem Stück unterkriegen“, verrät der Regisseur Strobel. Eines der Kinder darf den Papageien mimen, den Blut-Svente als Spion auf Efraim Langstrumpf ansetzt.

Das Pippi-Langstrumpf-Theater in Wain, vor zehn Jahren aus der Taufe gehoben, ist ein Gemeinschaftsprojekt par excellence – jedes Mal ist das sprichwörtliche halbe Dorf eingebunden. Hinter den Kulissen sorgt ein bewährtes Team dafür, dass alles wie am Schnürchen klappt. Viele Eltern helfen mit. Der Kulissenbauer Otto Stetter modelliert bereits eine Piratenfestung. Pippi, so viel ist gewiss, wird sie schleifen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen