Fast 90 Prozent der Wainer sind zufrieden

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Auf starkes Interesse stieß die Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung „Wain 2035“. Auch die Möglichkeit, Anregungen zu
Auf starkes Interesse stieß die Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung „Wain 2035“. Auch die Möglichkeit, Anregungen zu hinterlassen, wurde genutzt. (Foto: Angelika Gretzinger)
Angelika Gretzinger

Auf reges Interesse in der Bevölkerung ist die Vorstellung der Ergebnisse der Bürgerbefragung „Wain 2035“ am Dienstagabend in der Wainer Gemeindehalle gestoßen. Steffen Niehues und Mario Seibold vom Stadtentwicklungsbüro Reschl aus Stuttgart konnten vor rund 250 Besuchern überwiegend positive Resultate verkünden. In einem anschließenden Forum wurden Ideen und Anregungen ausgetauscht.

„Topwerte im Bereich Soziales und Kultur, das freut einen schon“, sagte Bürgermeister Stephan Mantz anschließend im Gespräch. Aber auch Hinweise zu Verbesserungsmöglichkeiten habe er den Daten entnehmen können. „Ich möchte von den Bürgern wissen, worauf ich meinen Schwerpunkt legen soll. Man kann Dinge besser vorantreiben, wenn man weiß, die Bevölkerung sieht es gleich“, erläuterte er die Beweggründe der Bürgerbefragung, die im Herbst 2018 stattgefunden hatte. Kommunalpolitik sei, im Gegensatz zu Landes- oder Bundespolitik, ganz nah am Bürger dran. Deshalb wolle man gemeinsam nach Lösungen und Wegen suchen, die dem Allgemeinwohl dienten. Dabei müsse genau unter die Lupe genommen werden, was machbar und notwendig sei. Wain dürfe nicht über seine Verhältnisse leben. „Aktiva und Passiva unserer kommunalen Haushaltsbilanz sind in Ordnung. Dies soll auch in Zukunft so bleiben“, ergänzte er.

Zugrunde lagen der Bürgerbefragung Erhebungen zu den kommunalen Grundfunktionen Wohnen, Arbeiten, Mobilität sowie Kultur und Soziales. Diese seien mit den Querschnittsthemen Demografie, Soziales Miteinander, Ökologie, Digitalisierung und Spielräume im Bereich der Flächenverfügbarkeit bzw. Finanzierung verknüpft worden, erklärte Niehues den Aufbau des Fragebogens. Mit einer Rücklaufquote von 45,4 Prozent habe die Befragung einen recht hohen Rücklaufwert erreicht. 617 Fragebögen hätten ausgewertet werden können.

Gleich die erste Frage spiegle die positiven Ergebnisse der gesamten Erhebung wieder. Fast 89 Prozent der Befragten seien mit der Lebensqualität in Wain zufrieden. Dieser Wert ziehe sich durch alle Altersklassen und Nationalitäten hindurch. Natur, Wald, Lage und Ruhe seien dabei die am häufigsten als positiv gewerteten Aspekte. Gefolgt von der ländlichen Überschaubarkeit, dem guten Vereinsleben und den netten Menschen. Doch auch Kritikpunkte gebe es. Schlechte Einkaufsmöglichkeiten, kaputte Straßen, eine schlechte Busverbindung und schlecht ausgebaute Radwege seien hier am häufigsten genannt worden.

Spitzenwerte im Bereich Familie

Generell sei die Zufriedenheit aber sehr hoch. Die Lebensbedingungen für Familien und Kinder erhielten in der Befragung Spitzenergebnisse von über 93 Prozent. Lediglich der Bereich Jugendliche und Senioren habe etwas schlechtere Werte erzielt. Besonders im Bereich des Wohnungsbaus konnte zudem weiterer Bedarf an bezahlbaren Mietwohnungen festgestellt werden. Bauplätze und Bauplatzpreise seien dagegen als attraktiv bewertet worden. Im sozial-kulturellen Bereich hätten kirchliche Veranstaltungen und das Vereinsleben Topergebnisse erzielen können. Ebenso seien die Aspekte Bildung und Betreuung sehr gut bewertet worden, genauso wie die Zufriedenheit mit der Gemeindeverwaltung. Herausragend sei hier ein Spitzenwert von über 98 Prozent im Bereich der Freundlichkeit.

Trotz der allgemeinen hohen Zufriedenheitswerte kristallisierten sich sowohl aus der Auswertung des Fragebogens als auch in der anschließenden Diskussion im Forum ganz klare Wünsche und Bedürfnisse der Wainer Bürger heraus. Das Fehlen eines Angebotes für betreutes Wohnen oder eines Seniorenheimes war hier der Hauptkritikpunkt. Auch der Wunsch nach einem Jugendtreff und einer Erweiterung des Sportangebots kam auf. Ebenso wurden Verbesserungen im Bereich der Infrastruktur, vor allem ein Ausbau des Radwegenetzes, der Gehwege und des ÖPNV gefordert. Aus den Reihen der anwesenden Bürger wurde im Forum mehrfach die mangelnde Sicherheit des Schulweges für Kinder aus Auttagershofen angesprochen. Wünschenswert wäre für die Wainer Bürger zudem eine Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten, und auch Umweltaspekte liegen ihnen am Herzen.

Mantz: Zweite Befragung denkbar

„Wir werden die Anregungen aufnehmen und im Gemeinderat besprechen“, erklärte Mantz die weitere Vorgehensweise. Eventuell sei auch noch eine zweite Beteiligungsrunde der Bürger denkbar. Aufgrund der anstehenden Gemeinderatswahlen und der Sommerpause werde es jedoch höchstwahrscheinlich erst im Herbst weitergehen. Die Ergebnisse der Bürgerbefragung könnten aber ab sofort auf der Homepage der Gemeinde Wain abgerufen werden.

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