Die biblische Geschichte begeistert

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Susanne Ickenroth

Wain - Am Freitagabend ist die Gemeindehalle in Wain Schauplatz für einen der 200 Auftritte gewesen, die die Adonia-Chöre bundesweit in diesem Jahr darbieten. Adonia ist eine christliche Jugendorganisation und veranstaltet Musicalcamps für Kinder und Jugendliche im Alter von zwölf bis neunzehn Jahren. Dass die jungen Menschen mit viel Begeisterung am Werk sind, haben sie am Freitagabend eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Freundlich werden die Besucher schon am Eingang begrüßt. Junge Leute in den auffallenden, grünen T-Shirts mit dem großen „A“ für Adonia verteilen Programmhefte. Fast bis auf den letzten Platz belegt ist die Gemeindehalle, als Pfarrer Ernst Eyrich pünktlich um 19.30 Uhr die Gäste begrüßt.

Und schon geht es los – und gleich von Anfang an wird das Publikum aktiv am Geschehen beteiligt. Bei einem „Erste-Hilfe-Kurs“ in musikalischer Form machen Zuschauer begeistert mit, singen, reanimieren und beatmen. Die biblische Geschichte von Lazarus und seinen beiden Schwestern Martha und Maria spielt nämlich in dieser modernen Fassung größtenteils in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Die jungen Akteure stellen die Atmosphäre dort mit gehetzten Sanitätern, gestresstem Krankenhauspersonal und ungeduldigen Patienten auf amüsante Art und Weise dar. Der große Chor im Hintergrund begleitet die Handlung mit teilweise flotten und schwungvollen Liedern, wie „Herzschlag“ und „Notfall“ und auch mit leiseren und ernsteren Stücken, wie „Nah bei dir“ oder „Zu spät?“. Beeindruckend ist die Sicherheit der jungen Sänger, die immer wieder Soloparts übernehmen.

Eine Stimme aus dem Hintergrund erzählt die biblische Geschichte. Die beiden Schwestern Martha und Maria warten verzweifelt auf Immanuel, wie Jesus im Matthäus Evangelium genannt wird. Sie hoffen darauf, dass er ihren Bruder Lazarus retten kann. Doch Immanuel kommt zu spät, Lazarus stirbt. Weinende Trauergäste versammeln sich auf der Bühne, zwei anmutige Tänzerinnen unterstreichen die melancholische Stimmung.

Doch dann kommt er endlich, der unschlagbare Superstar Immanuel, der im Netz unzählige Clips hat. Er lässt den Stein von Lazarus´ Grab entfernen und vor den Augen der staunenden Beteiligten erscheint der etwas verwirrte Lazarus. Spätestens bei den Worten „Ich brauche jetzt erst mal eine Pizza“ ist die bedrückende Stimmung verschwunden und die Auferstehung wird mit mitreißender Musik gefeiert.

Die Freude währt jedoch nicht lange. Die Mitglieder des Hohen Rates fühlen sich von Jesus bedroht und beschließen seinen Tod. Es ist die lakonische Putzfrau im Krankenhaus, die dem Publikum erzählt, dass Jesus festgenommen, in einem Schauprozess verurteilt und hingerichtet wurde.

Gott ist stärker als der Tod

Aber Gott ist stärker als der Tod und so erscheint auch Immanuel wieder auf der Bühne, begleitet von einem strahlenden Engel. Die Lebensfreude ist greifbar, die Lieder „Wahnsinn“ oder „Superstar“ und eine tolle Choreografie mit Cheerleadern unterstreichen die frohe Stimmung. Auch im Publikum wird begeistert mitgeklatscht, wippen die Füße. Ein wundervoller Moment ist es, als bei dem Schlusslied „Jeder Herzschlag ist ein Geschenk“ Unmengen roter Herzen auf die Bühne regnen.

Bemerkenswert ist, dass die jungen Leute sich erst am Sonntag vor der Aufführung das erste Mal zu gemeinsamen Proben getroffen haben. Außer Maria und Martha war bis dahin noch keine Rolle besetzt. Die jungen Akteure, Sänger und Musiker von Adonia haben in dieser kurzen Zeit ein Musical einstudiert, dass berührt und begeistert und bei den weiteren Aufführungen sicherlich noch viele Zuschauer anlocken wird.

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