Bauer findet Frau für Stall, Herd und Bett

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Eva Klopp

Der TSV Wain hat am Samstagabend die Komödie „Was für eine schöne Frau“ aufgeführt. Regie bei dem höchst unterhaltsamen Bauernschwank führte Jörg Schäfer.

Das Erste, was der rote Vorhang an diesem Abend enthüllt, ist ein hölzerner Treppenaufgang, eine alte Nähmaschine auf einer massiven Kommode, ein gedeckter Frühstückstisch. Das stereotype schwäbische Wohnzimmer schlechthin, zwar ein wenig rustikal, aber in sich stimmig und liebevoll gestaltet. Auch dessen Bewohner lassen nicht lange auf sich warten.

„Mit 66 Jahren, da pfeift der Hexenschuss, da ist bei anderen schon Schluss“: Mit Gehstock, astreinem Schwäbisch und viel Sarkasmus im Unterton betritt Lisa Maier alias Alma Silberberger die Bühne, setzt sich an den Frühstückstisch und braucht erst einmal „a Tass’ Kaffee“. Im folgenden Gespräch mit ihrem Enkelsohn Benni Hartinger (flott: Simon Böhringer) werden nicht nur Altersunterschiede und Schwerhörigkeit gehörig auf die Schippe genommen, sondern auch die Familienverhältnisse abgeklärt. Papa Alfons Hartinger (wunderbar brummig: Jochen Fromm) ist Landwirt, der sein Hemd falsch zugeknöpft und „a Haufa Arbeit hot“. Ganz nach Bauer-sucht-Frau-Manier ist er nach dem Tod seiner Gattin Magdalena alleinerziehend. Parodistisch, doch eher augenzwinkernd als abwertend, sind Regisseur Jörg Schäfer diese immer wiederkehrenden Anspielungen auf die Fernsehserie gelungen. Die Reaktion und der spontane Applaus des Publikums zeigten: Er hat durchaus einen Nerv getroffen.

Ginge es nach Alma, so hätte Schwiegersohn Alfons schon längst wieder eine Frau an seiner Seite. Auch sein bester (weil einziger) Freund Siegfried „Giggerl“ Schichtinger (mit Lederhose und Goldkettchen: Matthias Fuchs) und die Briefträgerin „Gundi“ Bagger (engagiert: Eva Lechner), welche ihrem Nachnamen alle Ehre macht, sind sich dahingehend einig. Gundi macht sich ganz besondere Hoffnungen. Alfons hingegen hat klare Vorstellungen: Seine zukünftige Frau hat morgens im Stall, mittags am Herd und abends im Bett des Bauern zu sein, um ihm „d’ Füß zu wärmen“.

„Der Mann is voll knülle, wa?“, bringt es schließlich Dr. Max Mandelbrot (Manuel Kächler), Arzt und Vertrauter von Alma, mit charmantem Berliner Akzent auf den Punkt. Mit seiner Hilfe verkleiden sie Bennis Freundin Maria Heiss (Sabrina Kammerer) als toughes Bauersmädchen mit braunen Zöpfen und hoffen, dass sie als Hilfe in Haus und Hof bei Alfons mehr Anklang findet als mit Minikleid und blonder Haarmähne. Der Plan geht nicht nur auf, sondern führt zu einem Heiratsantrag an die Falsche und allgemeiner Verwirrung auf der Bühne.

Nicht jedoch im Publikum: Das Engagement und die Spielfreude der Mitwirkenden wurden gewürdigt, die lockere Atmosphäre und der Applaus nach dem augenzwinkernden Happy End machten zudem klar: Das Publikum fühlte sich in jeglicher Hinsicht gut unterhalten.

Weitere Aufführungen sind am 2., 3. und 6. Januar.

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