Bäckermeister eröffnet Dorfladen in Wain

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 Noch sind Peter und Marina Schuler mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Ab nächster Woche sollen in ihrem Dorfladen Lebensmitt
Noch sind Peter und Marina Schuler mit Renovierungsarbeiten beschäftigt. Ab nächster Woche sollen in ihrem Dorfladen Lebensmittel und Getränke über das Kassenband gehen. (Foto: Christoph Dierking)
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Tante-Emma-Läden haben es schwer, vielerorts müssen sie schließen. Doch in Wain gibt es im Januar gleich zwei Neueröffnungen: Am Donnerstag startete der „Frischemarkt Subasi“ in der Poststraße den Verkauf, und ab kommenden Donnerstag, 17. Januar, erweitert der „Dorfladen Schuler“ das Angebot in der Nahversorgung zusätzlich. Dort laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Handwerker bessern die Bodenfliesen aus, überall liegt Werkzeug herum. Das Regal hinter der mächtigen Theke ist noch mit einer Plane abgedeckt. Ab nächster Woche sollen hier frische Backwaren lagern. Und auf dem Kassenband liegen noch einige Zettel mit dem Hinweis „Neueröffnung“, Putzmittel und ein Kehrblech. „Es geht voran“, sagt Peter Schuler und lässt den Blick durch die Räumlichkeiten schweifen, in denen bis Ende Dezember noch der „Frischemarkt Subasi“ untergebracht war. Nächste Woche Montag werden die ersten Lebensmittel angeliefert, erzählt er. Bis dahin sollen die Renovierungsarbeiten abgeschlossen sein.

Produkte aus der Region

Peter Schuler ist ausgebildeter Bäckermeister. Sein Großvater, sein Vater und auch er selbst haben bereits Bäckereien in Wain betrieben. Die Idee, den Dorfladen in der Gartenstraße zu eröffnen, ist ihm bereits im vergangenen Jahr gekommen, nachdem der Getränkemarkt in Wain geschlossen hatte. „Es ist eine Lücke im Angebot entstanden“, erklärt der 47-Jährige. Entsprechend setze sich sein Sortiment zu zwei Dritteln aus Getränken zusammen, darunter auch alkoholische Getränke wie Bier und Wein. Außerdem bietet Schuler Lebensmittel an, darunter Backwaren sowie frisches Obst und Gemüse. Vor allem Produkte aus der Region stehen im Fokus. „Derzeit gibt es einen Trend zu mehr Regionalität.“

Zwei Teilzeitkräfte werden Schuler unterstützen, außerdem steht ihm seine Ehefrau Marina Schuler zur Seite. Zumindest, wenn sie sich nicht gerade in ihrer Praxis für Logopädie, die sie im selben Gebäude eröffnet hat, um die Patienten kümmert. „Wir wollen uns auf die Bedürfnisse der Menschen vor Ort einstellen“, sagt Marina Schuler. „Wenn im Sortiment etwas fehlt, haben wir dafür ein offenes Ohr.“ Wer seine Getränke nicht selber abholen will oder kann, für den möchte das Ehepaar einen Lieferservice anbieten.

Chancen und Risiken

Die Gemeinde sieht in der Tatsache, dass es bald zwei Dorfläden in Wain gibt, Chancen und Risiken. „Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust“, sagt Bürgermeister Stephan Mantz. „Einerseits freue ich mich natürlich über das bessere Angebot in der Nahversorgung.“ Anderseits bestehe nun eine verschärfte Konkurrenzsituation. „Ich wünsche mir, dass die Nachfrage für beide Geschäfte reicht.“

Dass es einen Bedarf gibt, davon ist Peter Schuler überzeugt. „Unsere Zielgruppe sind die Menschen, die nicht mal eben in den Supermarkt nach Schwendi fahren können.“ Dabei denke er an Seniorinnen und Senioren, aber auch an Mütter, die daheim auf ihre kleinen Kinder aufpassen. Und wenn jemand beim Kochen feststelle, dass er etwas vergessen hat, dann sei das Geschäft um die Ecke auch eine Option.

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