Vandalismus wird zum Dauerärgernis

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Eingeschlagene Scheiben und andere Beispiele blinder Zerstörungswut scheinen zuzunehmen – auch in Uttenweiler.
Eingeschlagene Scheiben und andere Beispiele blinder Zerstörungswut scheinen zuzunehmen – auch in Uttenweiler. (Foto: Axel Heimken/dpa)

Hinweise auf den oder die Verursacher nimmt das Polizeirevier Riedlingen unter Telefon 07371/ 938-0 und die Gemeinde Uttenweiler unter Telefon 07374/92060 oder info@uttenweiler.de entgegen.

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Schüsse auf eine Scheibe an einer Riedlinger Bushaltestelle, umgetretene Birken am Donauufer, eingeworfene Autoheckscheiben in Dürmentingen, eine zerstörte öffentliche Toilette in Bad Buchau und Unbekannte, die in Langenenslingen einen Weg der Verwüstung hinterlassen: Vandalismus entwickelt sich zu einem Dauerärgernis. Gerade in den vergangenen Wochen scheinen sich die Fälle blinder Zerstörungswut in der Region zu häufen. Jüngstes Beispiel: Uttenweiler.

„Eine Schweinerei“, „beschämend“ und „einfach hirnlos“: Uttenweilers Bürgermeister Werner Binder findet klare Worte, wenn er über die jüngsten Vorfälle in seiner Gemeinde spricht. Dazu gehören zwei eingeschlagene Scheiben an der Bushaltestelle Sailerstraße, kaputte Jalousien an der Abt-Ulrich-Blank-Schule und Schäden an Autos und anderen Privatgegenständen. Schaden: 700 Euro für die Jalousien, 1000 Euro für die kaputte Scheibe. „Dazu kommt natürlich noch der private Sachschaden“, ergänzt Binder.

Was den Bürgermeister dabei besonders ärgert: „Es geht immer auf Kosten der Allgemeinheit.“ Denn werden die Übeltäter nicht ermittelt, müsse häufig die Gemeinde für den Schaden aufkommen. „Und selbst, wenn die Versicherung bezahlt, steigen dafür die Beiträge und die Allgemeinheit muss wieder bezahlen.“

Binder steht mit seinem Ärger auf die zunehmende, sinnlose Zerstörungswut nicht alleine da. Auch sein Bad Buchauer Amtskollege Peter Diesch hatte in der jüngsten Gemeinderatssitzung festgestellt: „Wir haben ein ziemlich massives Vandalismusproblem.“ So sei die öffentliche Toilette im Bittelwiesenweig in diesem Monat schon zweimal zum Angriffsziel von Vandalismus geworden (SZ berichtete). Der Gesamtschaden belaufe sich mittlerweile auf 3000 Euro. Und weitere Beispiele aus der Region ließen sich zu Genüge finden.

Vandalismus entwickelt sich zum Dauerärgernis. Dass es sich dabei wohl nicht nur um einen subjektiven Eindruck handelt, legt ein Blick in die Kriminalstatistik nahe. Zwar werde Vandalismus nicht gesondert erfasst, sondern tauche in der Statistik in der Regel unter „Sachbeschädigung“ oder „Sachbeschädigung an Kfz“ auf, erklärt Judith Wolf, Pressesprecherin am Polizeipräsidium Ulm. Hier der zeige sich aber eine starke Tendenz. So hätten sich die Fälle von Sachbeschädigung im Raum Riedlingen – also alle Orte mit Riedlinger Postleitzahl – von knapp 100 im Jahr 2016 auf über 200 im Jahr 2017 praktisch verdoppelt. Auch im Landkreis Biberach insgesamt ist eine Zunahme zu verzeichnen:. von 761 Sachbeschädigungen 2017 auf 935 Fälle 2017.

Allerdings relativiert Pressesprecherin Wolf die Zahlen: Hinter ihnen verbergen sich einerseits auch andere Formen der Sachbeschädigung, 0etwa wenn ein Nachbar nach einem Streit gezielt den Zaun seines Gegenübers umtritt; andererseits gibt es auch Fälle von Vandalismus, die nicht in der Statistik auftauchen; umgeworfene Mülleimer etwa sind zwar ärgerlich, aber nicht mit einem direkten finanziellen Schaden verbunden.

Aufklärungsquote niedrig

In diesem Fall dürften die Täter sogar noch schwerer zu ermitteln sein. Denn genau dies sei das Problem, so Wolf: „Die Aufklärungsquote ist bei Sachbeschädigung traditionell niedrig.“ Werden im Gebiet des Polizeipräsidiums Ulm insgesamt knapp 60 Prozent der Straftaten aufgeklärt, liegt die Aufklärungsquote bei Sachbeschädigungen 2017 gerade mal bei 20 Prozent (2016: 21 Prozent). In Riedlingen ist sie bei 13 Prozent (2016: 22 Prozent) sogar noch niedriger.

Gleichwohl hofft Bürgermeister Binder nun auf Hinweise aus der Bevölkerung, um die Übeltäter zu finden. „Wir schrecken vor nichts zurück und haben auch eine Anzeige gestellt“, sagte er in der Ratssitzung: „Es ist einfach beschämend und nicht akzeptabel.“

Hinweise auf den oder die Verursacher nimmt das Polizeirevier Riedlingen unter Telefon 07371/ 938-0 und die Gemeinde Uttenweiler unter Telefon 07374/92060 oder info@uttenweiler.de entgegen.

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