Uttenweiler werden zu Energie-Sparfüchsen

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In Uttenweiler gibt es noch einiges Einsparpotenzial.
In Uttenweiler gibt es noch einiges Einsparpotenzial. (Foto: Bernd Weiaübrod)

Energiesparlampen einsetzen, kein Standby-Betrieb bei Elektrogeräten, Fassaden dämmen, Photovoltaikanlagen installieren: Es gibt viele Möglichkeiten, Energie zu sparen – privat wie im öffentlichen Bereich. Das geht auch aus dem Energiebericht des Energieeffizienz-Netzwerks VR Riedlingen hervor, dem sich auch die Gemeinde Uttenweiler angeschlossen hat. Im Fokus standen zunächst die Rathäuser in Uttenweiler und Offingen sowie die Festhalle Offingen.

Seit vergangenem Jahr nimmt die Gemeinde Uttenweiler am Projekt Energieeffizienz-Netzwerk VR Riedlingen teil und hofft, damit eine Entscheidungsgrundlage und Planungshilfe fürs Energiesparen zu gewinnen. Dazu wurden zunächst mit dem Rathaus Uttenweiler, dem Rathaus und der Festhalle Offingen drei öffentliche Gebäude auf ihre Energieeffizienz überprüft. Das Ergebnis: Es gibt durchaus noch Energiesparpotenzial. Benjamin Peter von der RBS Wave GmbH, der die Gebäude im Februar begutachtete, hat eine ganze Liste an möglichen Maßnahmen zusammengetragen.

Sein Energiebericht unterscheidet dabei Maßnahmen in drei Kategorien, A, B und C. Ohne großen Kostenaufwand und schnell umzusetzen (Kategorie A) sind etwa Steckerleisten mit An- und Ausschaltknöpfen zu beschaffen. Eine solche Beschaffung schlägt Peter für die PCs und Monitore in den Rathäusern Uttenweiler und Offingen vor, um Stand-by-Verbräuche zu vermeiden. Immerhin 250 Kilowattstunden ließen sich so im Rathaus Uttenweiler pro Jahr einsparen, das entspricht einer Kostenersparnis von 40 Euro und einer CO2-Emission von 0,14 Tonnen, die sich dadurch vermeiden ließen. Auch der Austausch der alten Glühlampen im Bürgersaal dürfte sich für die Gemeinde lohnen. Mit neuen LED-Leuchten ließen sich 470 Kilowattstunden oder 80 Euro pro Jahr einsparen. Damit wäre der Aufwand von etwa 150 Euro nach weniger als zwei Jahren amortisiert.

Zu den Maßnahmen mit höheren Investitionskosten, die sich aber innerhalb der üblichen Nutzungsdauer wirtschaftlich rechnen würden (Kategorie B), zählt Peter etwa den Austausch der Heizungspumpen gegen Hocheffizienzpumpen einer höheren Effizienzklasse im Rathaus Offingen. Die Investition von 170 Euro zögen Kosteneinsparungen von 20 Euro pro Jahr nach, das entspricht 90 Kilowattstunden pro Jahr. In der Offinger Festhalle könnten die Bühnenstrahler durch LED-Strahler mit 100 Watt ersetzt werden. Mit 500 Euro gibt der Energieexperte die Investition an, die aber künftig zu Einsparungen von 140 Euro oder 600 Kilowattstunden pro Jahr führen würde; das sind immerhin 0,34 Tonnen CO2 weniger, die die Atmosphäre belasten.

Eine ganze Reihe solcher kleinerer Maßnahmen der Kategorien A und B wird die Gemeinde Uttenweiler in nächster Zeit umsetzen, das hat auch der Gemeinderat mit einstimmigem Beschluss bestätigt. Derzeit noch nicht angehen möchte die Gemeinde die Vorhaben der Kategorie C, die zwar zu deutlichen Energieeinsparungen führen würden, aber wegen hoher Investitionskosten meist erst dann wirtschaftlich interessant werden, wenn dafür Fördergelder zur Verfügung stehen. Dazu gehören etwa die Installation von Photovoltaikanlagen, die Dämmung von Dach und Außenfassade oder den Austausch der Fenster.

Ohne große Kosten lässt sich dagegen ein weiterer Vorschlag aus dem Energiebericht umsetzen: Die Mitarbeiter des Rathauses sollen künftig in Schulungen für das Thema sensibilisiert werden, genauso wie die Mitglieder von Feuerwehr und Vereinen, die in Offingen die Festhalle nutzen. Denn auch durch einen sparsamen Umgang mit Energie lassen sich Kosten und hoher Verbrauch vermeiden.

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