Renovierte Sebastianskapelle eingeweiht

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Pfarrer Klaus Wolfmaier hielt die Andacht in der frisch renovierten Friedhofskapelle.
Pfarrer Klaus Wolfmaier hielt die Andacht in der frisch renovierten Friedhofskapelle. (Foto: Alexander Speiser)
Alexander Speiser

Sichtlich stolz und mit großer Freude über die gelungene Renovierung hat die katholische Kirchengemeinde Uttenweiler mit ihrem Pfarrer Klaus Wolfmaier am Sonntag die Sankt-Sebastians-Kapelle beim Friedhof eingeweiht.

Der 1576 erstmals als Sankt-Anna-Kapelle erwähnte Sakralbau war um das Jahr 1710 derart ruiniert, dass er bei der Erweiterung der Klosterkirche einbezogen wurde. Ab dem Jahr 1760 begann der barocke Neuaufbau, schon drei Jahre später konnte er eingeweiht werden. Wohl auf Betreiben der Sebastians-Bruderschaft erfolgte am 20. Juli 1763 die Weihe auf den heiligen Sebastian als Namensgeber, wie der im Pfarrarchiv hinterlegten Weiheurkunde zu entnehmen ist. Bis 1970 begingen auch die evangelischen Christen der Gemeinde in der Kapelle ihren sonntäglichen Gottesdienst.

Von Holzwürmern zerfressen

Seit Jahren schon beobachtete die Kirchengemeinde, dass sich das Kreuz auf dem Turm immer mehr zur Seite neigte. Anlass genug, das Bauwerk genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Verdacht, dass Wasser eindringe und das Holz schädige, wurde bestätigt. Dem Kirchengemeinderat war klar, dass eine Renovierung unumgänglich sein würde und beschloss gleich noch einen Stromanschluss legen zu lassen, einen Blitzableiter zu montieren und das Kleinod neu zu streichen. Nach Entfernung der Dachplatten konnte man erkennen, dass das Dach an seiner Basis stark geschädigt war. Die Balken und Sparren waren von Fäulnis und Holzwürmern zerfressen, das morsche Holz und der Schutt auf der Decke füllten einen ganzen Container.

Das morsche Holz wurde nach und nach entfernt und neue Balken eingebaut, eine neue Lattung aufgebracht und das Dach neu eingedeckt. Das Blech an der Turmspitze wurde repariert und wo nötig erneuert, im Innenraum hat man den engen Aufgang zum Dachgeschoss verschlossen und eine bequemere Einschubtreppe montiert. Und obwohl erheblich mehr Zeit und Aufwand in die Sanierung geflossen ist, konnte der Kostenrahmen von rund 180 000 Euro eingehalten werden.

Der Dank über die erfolgreich abgeschlossene Gemeinschaftsleistung galt dann auch insbesondere Architekt Vogel aus Langenenslingen, der Firma Fritschle für die Holzarbeiten, Firma Winkler für die Elektroinstallation, der Firma Marquardt für die Blecharbeiten sowie der Firma Lindener aus Hailtingen für die Malerarbeiten und nicht zuletzt den vielen Freiwilligen, die unter anderem an einem Samstag die gesamte Kapelle innen gereinigt haben.

Pfarrer Wolfmaier erwähnte in seiner Ansprache, wie wichtig Türen und Fenster in Kirchen seien, sie lassen die Menschen, Licht und Luft herein und seien auch eine Verbindung zu Christus. „Auch Heizung und Wärme ist wichtig und man sagt, der Kirche fehle heute bisweilen die Wärme“, sagt Wolfmaier und entschuldigte dies damit, dass man halt „keinen obersten Heizungsmonteur“ habe. „Die Kirche ist auch ein Altbau, an vielen Ecken reparaturbedürftig – aber ein Haus, in dem ich gerne lebe“, sagte Wolfmaier.

Bürgermeister Werner Binder war der Stolz über die gelungene Sanierung sichtlich ins Gesicht geschrieben, er strahlte mit der Sonne geradezu um die Wette, als er bei der Einweihungsfeier das Wort ergriff. Mit Hinweis auf die Familienwallfahrt Pfingstmontag auf dem Bussen forderte er dazu auf, „unsere Werte dahingehend zu verteidigen, dass wir sie auch leben, genauso wie wir unseren Glauben durch Vorleben in den Vordergrund stellen“. „Als kraftschöpfende Quelle“, so Binder weiter, „dienen dabei solche Gebäude wie unsere Friedhofskapelle.“ Mit der Sanierung sei „ein Grundstein gelegt, der dieser und folgenden Generationen ein beredtes Zeugnis unserer Werte und unseres Glaubens liefert“. Gemeinde und Gemeinderat hatten es für selbstverständlich erachtet, die Sanierungsarbeiten mit einer Förderung zu unterstützen.

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