Nur eine Liste für Uttenweiler

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 Wer wird künftig am Ratstisch im Uttenweiler Rathaus Platz nehmen? 16 Gemeinderäte werden am 26. Mai gewählt.
Wer wird künftig am Ratstisch im Uttenweiler Rathaus Platz nehmen? 16 Gemeinderäte werden am 26. Mai gewählt. (Foto: privat)

Auf voraussichtlich nur einer Liste werden in Uttenweiler die Kandidaten zur Gemeinderatswahl am 26. Mai antreten. Wie in anderen Kommunen auch gestaltete sich die Suche nach Bewerben schwierig. Dennoch zeigt sich Bürgermeisterstellvertreter Elias Ihle zufrieden: „Wir sind breit aufgestellt – von der Hausfrau bis zum Akademiker ist alles dabei.“

16 Ehrenamtliche entscheiden am Uttenweiler Ratstisch über die Geschicke der Gemeinde mit. Und mindestens 16 Kandidaten werden sich auch am 26. Mai zur Wahl stellen. Dennoch hätten Elias Ihle und seine Mitstreiter den Uttenweilern gerne ein wenig mehr Auswahl ermöglicht. So wie vor zehn Jahren, als sich die Bewerber auf zwei Listen zur Wahl stellten.

Doch diese Zeiten scheinen auch in Uttenweiler vorbei zu sein. Wie schwierig es ist, die Bürger für das verantwortungsvolle Ehrenamt zu begeistern, hat Ihle in den vergangenen Wochen erfahren. Ein Aufruf im Gemeindeblatt blieb ohne Rückmeldung, auch bei den verschiedenen Infoveranstaltungen war die Resonanz durchwachsen. Immerhin: Für die drei ausscheidenden Räte im Kernort Uttenweiler – Daniela Zitterell, Ottmar Weggenmann und Tobias Pfänder – habe man drei neue Kandidaten gefunden, so Ihle: „Aber nur um diese drei Ausfälle auszugleichen, habe ich 30 Leute angesprochen.“ Die Namen der „Neuen“ – zwei Frauen und ein Mann – möchte der Uttenweiler Bürgermeisterstellervertreter erst nach der Nominierungsversammlung am Sonntag nennen.

Anders sieht die Situation in Offingen aus. Bei drei für den Teilort reservierten Sitzen können sich hier vier Kandidaten aufstellen lassen. Ob es tatsächlich so viel werden, sei derzeit aber noch offen, berichtet Ihle. Neben Ortsvorsteherin Frieda Traub (SZ berichtete) steht auch Manfred Widmann für die nächste Amtszeit nicht mehr zur Verfügung, lediglich Karlheinz Schefold möchte erneut antreten.

Aufhören möchte auch Winfried Baur, der bislang neben Georg Schrodi und Walter Pfender den Teilort Dieterskirch im Gemeinderat vertrat. Ein neuer Kandidat, so Ihle, sei hier bereits gefunden. Jeweils ein Sitz steht für die Teilorte Ahlen und Sauggart zu Verfügung, die bislang von Margit Stolz und Michael Hummel ausgefüllt werden. Hier stelle sich, so Ihles Kenntnisstand, jeweils ein weiterer Kandidat zur Wahl.

Insgesamt wollen sich künftig vor allem Bürger mittleren Alters – „Anfang, Mitte 40“ – in der Uttenweiler Kommunalpolitik engagieren, fasst Ihle zusammen: „Es wird also ein relativ junger Gemeinderat.“ Außerdem seien die verschiedensten Berufsgruppen vertreten. Nur der Frauenanteil werde sich nicht verbessern – aber auch nicht verschlechtern. Ihles Erfahrung: Viele Frauen trauten sich das Amt nicht zu – und schlugen, als sie nach einer möglichen Kandidatur gefragt wurden, häufig ihren Mann vor. „Das ist schade“, findet Ihle, der sich auch nach zehn Jahren im Rat für sein Mandat begeistern kann: „Wenn man die Gemeinde aktiv mitgestalten und nicht nur am Stammtisch darüber schimpfen will, dann ist der Gemeinderat genau der richtige Platz.“ Während man sich in anderen Ehrenämtern nur für einen bestimmten Bereich engagiere, habe man hier die Gesamtheit im Blick. Und: „Gemeinderat kann jeder machen. Wir brauchen die komplette Bandbreite der Bevölkerung. Nur Akademiker oder Beamte im Gemeinderat, das ist nichts, sonst ist da nur ein bestimmtes Meinungsbild vertreten.“ Weitere Bewerber, so Ihle, seien also nach wie vor willkommen.

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