Alle einheitlich in weißen Anzügen, gaben die Sänger der „Josefslust“ ein tolles Bild ab.
Alle einheitlich in weißen Anzügen, gaben die Sänger der „Josefslust“ ein tolles Bild ab. (Foto: KLAUS WEISS)
Schwäbische Zeitung
Klaus Weiss

Beim zweiten Anlauf hat es geklappt mit dem Auftritt der A-cappella- Gruppe „Josefslust“ aus Krauchenwies bei den Sportfreunden Bussen. Im ausverkauften Dorfgemeinschaftshaus in Uigendorf konnten die acht Musiker das Publikum vom ersten Lied an begeistern, was auch am Beifall zu hören war.

Salopp gekleidet kamen die acht Musiker auf die Bühne und gaben mit dem Titel „Perfect“ einen ersten Eindruck ihrer Sangeskraft. Und das ganz ohne Instrumente, Mikrofone reichten aus für einen vollen Sound, der nicht nur überraschte, sondern auch durchaus überzeugen konnte.

Ensemblemitglied Hans Josef Liener übernahm die Ansage der Musikstücke mit viel Klamauk und Witz und hatte dabei stets die Lacher auf seiner Seite. Liener war es dann auch, der der singend durch die Zuschauerreihen schritt und dabei viel Sympathie einheimste. Für jedes Lied hatte er lustige Sprüche parat, „She’s the most“ von The Five Keys übersetzte er etwa mit „Sie ist der Most“. Ein weiteres Lied, „Du riechst so gut“, sei nur am Samstag im Programm – da sei meistens Dusch-und Badetag und dann stimme der Titel auch.

Ein ansprechendes Hör- und Sehvergnügen mit heimischen und internationalem Liedgut vom Schlager über Pop und Rock bis zum Reggae, und alles a cappella gesungen und gewürzt mit komödienhaften Bühnendialogen, kam beim Uigendorfer Publikum sehr gut an. Zumal die Zuschauer oftmals mit eingebunden waren, sei es mit Klatschen oder gar Mitsingen.

Fast jeder der Sänger, trat auch als Solist auf und jeder konnte so ohne Ausnahme seine Künste zeigen. Klasse etwa der Kraftwerk-Song „Das Model“ (Kraftwerk), in dem der Sänger ein über alles lobt – auch wenn dann in diesem Fall seine neue Boxer-Short gemeint war. Einige lustige Einlagen durften es auch sein, etwa wenn Bata Illic unter dem Jubel des Publikums auf die Bühne gerufen wurde, mit Perücke und Blumenkette und immer noch Sand in den Schuhen aus Hawaii. Der „König von Jamaika“ (Christoph Roser) versetzte mit bunter Strickmütze in dem Reggae „Some Kind of Wonderful“ die Besucher in die Karibik.

Traten in der ersten Konzerthälfte alle noch in hellblauen Pullundern mit Vereins-Emblemen auf, glänzte die A-cappella-Formation in der zweiten Hälfte in weißen Anzügen mit grünen, roten oder schwarzen Smoking-Hemden. Da durfte dann auch der Hit „The Lion Sleeps Tonight“ nicht fehlen. Dabei imitierten die Solisten vorab die Urwaldstimmung mit kreischenden Affen und allerlei Getier. Ebenfalls sehr schön in Szene gesetzt wirkte eine Hans-Albers-Parodie mit „Oh Signoria“ – hier erwies sich Liener als der ideale Solist.

Diese bunte, vielfältige Mischung aus englischen und deutschen Liedern, allesamt toll arrangiert und präsentiert, ließ den Auftritt von Josefslust zu einem rundum gelungenen Abend werden. Nach über zwei Stunden Konzert durften sich die Sänger natürlich nicht ohne eine Zugabe von ihren gut gelaunten Zuschauern verabschieden. Dazu erklang „I will wieder hoim“ nach Krauchenwies und ein Song aus Österreich „Im Kühlschrank brennt noch Licht“. Lang anhaltender Beifall zeigte auch den Veranstaltern der Sportfreunde Bussen, dass sie mit Josefslust eine gute Wahl getroffen hatten.

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