Gelungener Test für den Weltrekord

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 Wahre Kuriositäten wurden von Konrad Stöhr den Festbesuchern präsentiert.
Wahre Kuriositäten wurden von Konrad Stöhr den Festbesuchern präsentiert. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

Wer am Wochenende das Sommerfest des Musikvereins Dieterskirch besucht hat, dem bleibt vor allem das Oldtimertreffen in bester Erinnerung. Zwei Tage lang bestimmten die Schätze aus vergangenen Zeiten das Geschehen im Dorf und zogen die Massen in Scharen an. Dies war ein gelungener Test für den geplanten Weltrekord im kommenden Jahr, wozu über 1300 Traktoren benötigt werden.

Wie bei der Formel 1 gehört auch inzwischen ein Fahrerlager zum festen Bestandteil bei den Oldtimertreffen. Im Gegensatz dazu sehen die Unterkünfte vor allem origineller aus. Ob Schäfer- oder Waldwagen, ob selbst gebasteltes Weinfass oder umgebauter Wohnwagen, die Oldtimerfreunde sind hier sehr kreativ und haben sich allerlei einfallen lassen, um im eigenen Bett und in der eigenen Karre zu übernachten. Daneben wohl behütet natürlich das Geliebte Heiligsblechle, in diesem Fall zum Großteil Kuriositäten und Schätze der vergangenen landwirtschaftlich geprägten Zeit. Das zeigte sich dann vor allem auf dem Festplatz, wo unter schattigen Bäumen ein Heer von Traktoren und Fahrzeugen aller Art aufgereiht waren, die von den vielen Zuschauern bestaunt wurden. Ob Lanz, Porsche, Fendt, Allgaier, Hanomag, Fahr, Deutz, Wahl, Ursus, Eicher, es war alles vorhanden, was einmal in der Landwirtschaft gute Dienste leistete und seinen Zweck erfüllte. Dabei natürlich Kuriositäten, die bestaunt werden konnten. Ob mit Zusatzgeräten ausgestattet, mit Kettenantrieb versehen, für spezielle Einsätze umgerüstet, man konnte nur so staunen. Eine Augenweide natürlich auch die schmucken Autokarossen vergangener Tage. Wer kennt sie noch, die Mantas, Capris, dazu Mopeds wie Hercules, Zündapp oder auch NSU?

Dazu natürlich viele Fahrzeuge, die dem Motto „Transport“ gerecht wurden. Ob Feuerwehr-Löschfahrzeug, Langholzwagen, Lastwagen aus alter Zeit, oder auch ein Nostalgie-Seilzugbagger. Doch nicht nur zum Bestaunen waren sie nach Dieterskirch angereist. Neben dem Festplatz wurde gebaggert, gepflügt und auch beim Traktor-Pulling wurden die Oldtimer angespannt. Wer wollte, konnte auch auf einem Kettenmotorrad auf dem Acker seine Runden drehen. Am Sonntagnachmittag dann die Parade der Schätzchen und Kuriositäten vor dem Festzelt und Biergarten, die beide voll besetzt waren. Konrad Stöhr, ein exzellenter Kenner in der Oldtimerbranche, wusste über alle vorgeführten Exponate bestens Bescheid und so erhielten die Zuschauer Informationen aus erster Hand. Es war ein Schaulaufen der guten alten Stücke, wie man es noch selten erlebt hat.

Danach hieß es dann „Wettheizen“. Vor allem die Landsbulldogs mit ihrem eindringlichen klopfend-hämmernden Auspuffgeräusch, gaben dabei den Ton an. Erst wenn der Glühkopf per Glühlampe auf Temperatur gebracht war, wurde das Steuer ins Schwungrad gesteckt und der Motor angeworfen. Ein Sound über dem ganzen Festgelände, als dann die Lanz ihr typisches „Plopp, plopp plop“ von sich gab. Für Michael Schramm vom Vorstandsgremium des Musikvereins Dieterskirch heuer ein gigantisches Fest mit einem Zuschauerzuspruch, der dem bei den Oldtimern in nichts nachstand. „Einfach fantastisch“, so Schramm, der ebenfalls sehr zuversichtlich auf das kommende Jahr schaut, wenn Dieterskirch den Weltrekord aufstellen will.

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