Für eine zukunftsorientierte Gemeinde

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 Uttenweilers Bürgermeister Werner Binder.
Uttenweilers Bürgermeister Werner Binder. (Foto: Grüninger)
Schwäbische Zeitung

Was war 2018, was kommt 2019? Uttenweilers Bürgermeister Werner Binder blickt im Jahresinterview auf das abgelaufene Jahr und auf die Aufgaben, die die Gemeinde 2019 beschäftigen.

Große Teile der Gemeinde Uttenweiler sind seit kurzem an das schnelle Internet angeschlossen. Damit ist ein wichtiges Etappenziel erreicht. Doch wie geht es weiter mit dem Breitbandausbau?

Der FTTC-Ausbau war nur der erste Schritt. Im zweiten Ausbauschritt soll nach und nach (über Jahre) der FTTB/FTTH-Ausbau erfolgen. Das heißt, dass die Glasfaser direkt in die Häuser geführt wird. Wirtschaftlich bedeutet dies für die Gemeinde aber immense Kosten. Grundsätzlich kann der Ausbau nur dort erfolgen, wo der Gemeinde Fördermittel zu teil werden und die jeweiligen Grundstückseigentümer sich mit der vom Gemeinderat festgelegten Pauschalzahlung beteiligen. Weiter werden Mitverlegungen wie z.B. Ausbau des Erdgasnetzes genutzt, um die Infrastruktur aufzubauen. Eine Priorisierung der Ausbauabschnitte wird stattfinden müssen.

Was waren für Sie weitere herausragende Ereignisse im Jahr 2018 in Ihrer Gemeinde?

Es gab viele Momente sowie Begegnungen und es ist schwierig einige herauszuheben. Es konnten 13 Ehepaare ihre „Goldene Hochzeit“ und zwei Ehepaare sogar ihre „Diamantene Hochzeit“ feiern. Die Landesfloriansfeier im Mai war ebenfalls eine überragende Veranstaltung wo hunderte von Feuerwehrfrauen/männer und 45 Fahnenabordnungen teilnahmen. Gerne erinnere ich mich auch an den Seniorenausflug nach Sießen, an ein Picknick gestaltet von unseren Flüchtlingsfamilien und der Initiative Integration Uttenweiler oder an Vorträge unserer Schüler/innen und Kindergartenkinder.

Und welche Momente waren für Sie besonders emotional?

Neben vielen positiven Erlebnissen und auch freudigen Momenten muss ich hier auch den allzu frühen Heimgang von unserem Gemeinderat und Ortsvorsteher aus Sauggart Herrn Josef Dentler nennen.

Für das neue Jahr steht ein großes Projekt an: der Bau des Kinderhauses mit Kinderkrippe. Welche Chancen verbinden Sie mit dem Vorhaben, mit dem Sie damals ja auch im Bürgermeisterwahlkampf angetreten sind?

Mit dem Neubau des neuen kommunalen Kindergartens mit Krippe erfüllen wir, was die Krippenbetreuung anbelangt zunächst eine gesetzliche Vorgabe aus dem Jahre 2013. Des Weiteren wird der Kindergarten in der „Alten Schule“, der einfach in die Jahre gekommen ist, nach den heutigen Standards erneuert. Am neuen Standort bei der Abt-Ulrich-Blank-Grundschule entsteht somit der kommunale „Kinder-/Schülercampus“ wo alles (Krippe, Kindergarten, Grundschule, Sporthalle, Parkplätze, Bushaltestelle) vereint werden kann. Mit der Kinderkrippe bieten wir für unsere jungen Familien, neben unseren Tagesmüttern, eine weitere Dienstleistung für ein modernes, zukunftsorientiertes Uttenweiler an.

Der Bau des Kinderhauses wird sich aber natürlich auch auf die Gemeindefinanzen auswirken – auch langfristig. Denn nach den eigentlichen Investitionskosten wird die Gemeinde höhere Personalkosten zu spüren bekommen. Wie kann Uttenweiler diese finanzielle Herausforderung meistern?

Es ist richtig, dass sich die jährlichen Kosten erhöhen werden. Im Jahr 2018 wird die Gemeinde für ihre bisherigen Kindergärten (drei kommunale und ein kirchlicher Kindergarten) einen Abmangel von rund 600 000 Euro tragen müssen. Im Krippenbereich übernimmt das Land Baden-Württemberg derzeit 68 Prozent der Betriebskosten (ohne kalkulatorische Kosten). Die restlichen Kosten abzüglich der zu entrichtenden Krippenentgelte durch die Eltern werden bei der Gemeinde verbleiben und den Abmangel noch weiter erhöhen. Wie in anderen Bereichen auch, muss der Abmangel durch Entgelte und Steuern finanziert werden. Was im Endeffekt die Spielräume für zu tätigende Investitionen verringert. Derzeit wird von vielen eine Gebührenfreiheit für den Kindergarten/-krippe gefordert. Aus meiner Sicht kann ich dies mittragen, wenn das Land Baden-Württemberg oder auch der Bund den Ausfall dieser Einnahmen den Gemeinden erstattet. Alles immer auf die Gemeinden und deren Steuerzahler abzuwälzen geht auf die Dauer schief, da die Gemeinden nicht nur Kinderkrippen- und Breitbandausbau betreiben müssen, sondern noch viele andere Aufgaben zu erledigen haben. Leider habe ich bisher nie einen Finanzierungsvorschlag wahrgenommen.

Sie haben drei Wünsche für Ihre Gemeinde frei. Was wünschen Sie sich?

Da wir in einer politisch hektischen Zeit leben, wünsche ich mir zunächst für uns alle mehr Gelassenheit, Zufriedenheit, Respekt gegenüber dem Mitmenschen und Gemeinwohlorientierung. Für die Gesamtgemeinde Uttenweiler hoffe ich, dass die derzeitige wirtschaftliche Situation noch länger so anhält, damit die geplanten Investitionen und Sanierungen/Erneuerung der bestehenden Infrastruktur getätigt werden können. Des Weiteren hoffe ich, dass immer viele ehrenamtlich engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger, die sich positiv einbringen wollen, gefunden werde können, sei es in Vereinen, in kirchlichen Organisationen oder im Hinblick auf die kommenden Kommunalwahlen in kommunalen Gremien. Nur durch positiv ehrenamtlich

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