„Breitbanderschließung des Gewerbegebiets Dentingen muss zum Abschluss gebracht werden“

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 Werner Binder (ganz rechts) beim Spatenstich zum Bau des neuen Kindergartens.
Werner Binder (ganz rechts) beim Spatenstich zum Bau des neuen Kindergartens. (Foto: grü)
Schwäbische Zeitung

Ehrgeizig und umfassend könnte man die Vorhaben der Gemeinde Uttenweiler nennen, die in diesem Jahr angepackt werden sollen. Bürgermeister Werner Binder umreißt im Gespräch mit der Schwäbischen Zeitung, welche derzeitigen Bau- und Infrastrukturprojekte für ihn bedeutend sind.

Warum war das Jahr 2019 gut für Sie?

Im Juni 2019 konnte der Spatenstich für das finanziell größte Projekt den Neubau des Kindergartens mit Kinderkrippe vollzogen werden. Die Gesamtkosten werden über drei Millionen Euro betragen, dabei entsteht ein zweigruppiger Kindergarten für über Dreijährige und eine zweigruppige Krippe. Die betroffenen Eltern und vor allem die Kinder können sich auf eine tolle und moderne „Villa Rasselbande“ ab September 2020 freuen. Des Weiteren konnten wir für Uttenweiler eine Zahnärztin gewinnen. Innerhalb von nur vier Monaten entstand eine Zahnarztpraxis für rund 400000 Euro im Schlosshofareal. Das zahnärztliche Angebot ergänzt und bereichert seit Oktober die ärztliche Betreuung innerhalb der Gemeinde und das in der Ortsmitte von Uttenweiler. Damit sind nun alle Räumlichkeiten im sanierten ehemaligen Brauereigebäude entsprechenden Nutzungen zugeführt. Nennen möchte ich auch den Schulterschluss von acht Gemeinden in der Raumschaft Riedlingen, die sich in einem Zweckverband der Erschließung eines interkommunalen Gewerbe- und Industrieparks (IGI DoBu) gemeinsam annehmen möchten. Dies war für uns alle eine Zukunftsentscheidung für die Entwicklung der Raumschaft in den nächsten 20 bis 30 Jahren. Es gäbe noch weitere Projekte, die man nennen könnte, dies würde aber den Rahmen sprengen.

Gab es Momente, die Sie gerührt haben?

Ja, sehr besonders war sicherlich die Ernennung unserer langjährigen Ortsvorsteherin Frida Traub aus Offingen zur Ehrenbürgerin für ihr jahrzehntelanges ehrenamtliches kommunales Engagement. In einem sehr würdigen Rahmen während der konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates, konnten wir in der Bussenhalle diese außerordentliche Ehrung vollziehen. Natürlich bin ich persönlich sehr dankbar, dass die Bürgerinnen und Bürger der Raumschaft mir bei der Kreistagswahl mit sehr hohem Stimmenanteil ein Mandat übertragen haben, welches ich auch gerne nutzen möchte, um mich für den Landkreis Biberach und unsere schöne Raumschaft positiv einzubringen.

2020 steht im Zeichen des Ausbaus der Infrastruktur. Welche Projekte haben für Sie Priorität?

Die Themen für das Jahr 2020 sind im Grunde bereits vorgezeichnet. Es gilt die Fertigstellung des Kindergarten- und Krippenneubaus zu vollziehen. Dazu gehört auch das zusätzliche benötigte Personal zu finden. Im Teilort Sauggart müssen wir nach Planung und Genehmigung die Erneuerung einer Brücke in der Pfarrer-Schmid-Straße angehen. Die Bauleitverfahren für vier Baugebiete möchten wir ebenso auf den Weg und möglichst zum Satzungsbeschluss bringen. Weiterhin wird uns massiv der Breitbandausbau beschäftigen und finanziell sowie personell auch stark belasten. Die Breitbanderschließung FTTB des Gewerbegebiets Dentingen muss zum Abschluss gebracht werden. Auch haben wir eine Förderung beim Bund auf Erschließung der weißen Flecken (Versorgung unter 30 Mbit/s) beantragt. Diese Erschließung der weißen Flecken wird im Invest über fünf Millionen Euro liegen. In diesem Jahr wollen wir den Ausbau planerisch auf den Weg bringen.

Am Tobelbach soll das angedachte Auenentwicklungskonzept weiterentwickelt werden, um die Konflikte mit dem Biber und den Grundstückseigentümern zu entschärfen. Im Abwasserbereich müssen wir in die Steuertechnik unserer Kläranlage in Uttenweiler investieren. Das Kiosk im Naturfreibad soll im Innenbereich neu gestaltet werden, um mehr Platz für die Essenvor- und zubereitung zu schaffen. Die Platzanforderungen des Kioskbetriebs aus dem Jahr 1966 entspricht nicht mehr den heutigen Besucherzahlen. Auch werden wir ein Gemeindearchiv erstellen, damit unsere Geschichte einen guten Aufbewahrungsort findet.

Auf welche Veranstaltungen freuen Sie sich?

Es werden wieder zahlreiche Vereinsveranstaltungen, tolle Konzerte und Feste in allen Teilorten stattfinden. Natürlich werden wir unseren Neubau des Kindergartens und der Krippe entsprechend einweihen.

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr und darüber hinaus?

Die Vorgaben, Vorschriften und Erwartungshaltungen an die Gemeinden werden immer engmaschiger, umfangreicher und zeitintensiver. Aufgrund dessen werden Umsetzungsprozesse von Projekten immer länger und auch kostspieliger. Zusätzliche Aufgaben werden den Gemeinden übertragen, für die sie bisher nicht zuständig waren. Es wäre aus Sicht der Kommunen sehr wünschenswert, wenn man hier entschlacken würde.

Ich bin sehr froh, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger für das Allgemeinwohl einsetzen. Dies bedeutet nämlich auch Lebensqualität innerhalb einer Gemeinschaft. Möchte alle anderen, die zu sehr den eignen Vorteil bedienen, ermuntern, sich wieder mehr der Allgemeinheit unterzuordnen.

Ansonsten wünsche ich mir einfach ein friedvolles Miteinander. Wenn man die Weltpolitik so anschaut, dann sind Verhaltensweisen, die nur das eigene Land an erster Stelle sehen falsch, weil wir in einer globalen Welt miteinander verbunden sind. Ich hoffe, dass wir in unserem kleinen Kosmos Gemeinde und Gemeinden zueinander dies beherzigen und vorleben können.

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