Blutiges Ende im Hühnerstall

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 Mit einem Spiegel lässt sich bei einer Leiche am besten feststellen, „ob se no schnaufet“. Das wissen auch Lisbeth Zipperich (P
Mit einem Spiegel lässt sich bei einer Leiche am besten feststellen, „ob se no schnaufet“. Das wissen auch Lisbeth Zipperich (Petra Moll, links) und Sophie Fröhlich (Franziska Deufel), die Alfons (Raphael Uhlmann) eingehend untersuchen. (Foto: Wolfgang Lutz)
Wolfgang Lutz

„Seit 30 Jahren spielen wir auf dem Bussen Theater – dabei wurde immer viel gelacht“: So haben Leo Moll und Dieter Halbherr auf die lange Zeit zurückgeschaut, in der das Laienschauspiel in Offingen zuhause ist. Dabei trafen sie auch zum diesjährigen Lustspiel „Mord im Hühnerstall“ den Nagel wieder auf den Kopf, denn zum einen feierte die Truppe im Jubiläumsjahr eine glänzende Premiere und zum andern sollten sie mit ihrer Vorhersage Recht behalten. Die vielen Zuschauer in der Bussenhalle erlebten eine tolle Inszenierung dieses Schwanks, der, voll bepackt mit Humor und kriminalistischem Spürsinn, so manche Lachsalve auslöste. Doch dafür sorgten natürlich auch die Laienschauspieler, die alle ihre Rollen optimal ausfüllten und mit kräftigem Beifall belohnt wurden.

In der Pension Zipperich herrscht Hochsaison, aber die meiste Arbeit hängt an der ledigen Lisbeth Zipperich (Petra Moll), die ihren ebenfalls alleinstehenden Bruder Alfons (Raphael Uhlmann) bemuttert und umsorgt. Doch der hat trotzdem an allem etwas aus zusetzen, sei es das Essen, Trinken und vor allem an ihrem Gockeler, der noch eine wichtige Rolle spielen sollte. Sein Freund Karl-Josef Fröhlich (Leo Moll), streckt ebenso seine Füße bei seiner Schwester Sophie Fröhlich (Franziska Deufel) unter den Tisch. Aber irgendwann haben die Damen die Schnauze voll von ihren Brüdern, die sie von hinten bis vorne bemuttern.

Doch die zwei Herren der Schöpfung fühlen auf einmal Frühlingsgefühle in sich hochsteigen. Kein Wunder, denn zwei „heiße Feger“, nämlich Sabine Saftig (Emma Herrmann) und Agathe Sauter (Miriam Bloching) haben sich als Feriengäste in der Pension eingemietet. Sie legten die Köder gleich aus: „Die alten Ladenhüter haben doch Geld.“ Da spielt es doch keine Rolle, dass sie „so alt send ond bestemmt nemme reacht em Kopf“. Egal, Alfons und Karl-Josef investieren, zum einen in die zwei weiblichen Pensionsgäste und zum andern in die eigene Schönheit, will man doch für das erste Date herausgeputzt sein.

Kommissar Derrick ermittelt

Doch Lisbeth und Sophie haben den Braten gerochen und sind sich sicher, die zwei Damen wollen ihren Brüdern nur das Geld aus den Taschen ziehen. So legen sie sich auf die Lauer und warten auf die Rückkehr der illustren Gesellschaft. In bester Laune geht das muntere Treiben vor der Pension weiter, wobei auch der Ortspolizist und „Bulle vom Bussen“ Leo Schnapper (Matthias Uhlmann) voll reinpasst. „Strip-Poker“ ist angesagt. Das haut dem Fass doch den Boden raus! Und dann tauchen sie auf: Lisbeth und Sophie. Sie lesen ihren Brüdern und der ganzen Gesellschaft die Leviten – und wie! Als sich dann der Hahn lauthals zu Wort meldet, platzt Alfons endgültig der Kragen. Wutentbrannt stürmt er, zusammen mit der ganzen Gefolgschaft, den Hühnerstall. Das Schicksal nimmt nun seinen Lauf: ein Schlag, Geschrei und das Blut fließt.

Dass dann auch noch die zwei Kommissare Horst Derrick und „Harry“ Kleiner (Dieter Halbherr und Karin Herrmann) auftauchen, ist sicher kein Zufall. Sie verfolgen zwar ein ganz anderes Ziel, aber nun haben sie Blut geleckt. Doch wer und wo ist das Mordopfer? Ob der „Bulle vom Bussen“ oder auch der Zwillingsbruder von Alfons (Raphael Uhlmann) hier Licht ins Dunkel bringen können? Und noch einmal kräht der Hahn im Stall. Ob zum letzten Mal? Auf jeden Fall sorgt dieses amüsante Verwirrspiel für viel Vergnügen.

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