175 Jahre Musik für die Seele

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175 Jahre Musik für die Seele
175 Jahre Musik für die Seele (Foto: Gertrud Blersch)
Kurt Zieger

Der Kirchenchor Uttenweiler feiert am Sonntag, 8. Juli, um 9.30 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche Uttenweiler sein 175-jähriges Bestehen. Licht, Klang und Rhythmus als die Stützen der chorischen Arbeit sollen das Jubiläum prägen.

Stefanie Fürst als Organistin seit 1996 und Edith Rudolph als Chorleiterin seit 2004 sind die zentralen Ansprechpartner, wenn von der aktuellen Kirchenmusik in Uttenweiler die Rede ist. Ihre beständige Tätigkeit ist ein Beleg dafür, dass neben der Liebe als Verbundenheit zu Gott die Harmonie im Zentrum des chorischen Miteneinander steht. Nur so könne man im Blick auf die Einladung zum Festgottesdienst „Musik für die Seele“ gestalten.

Auch wenn es bei vielen Kirchenchören kein genaues Gründungsdatum etwa wie bei einem Gesang- oder Sportverein gibt, so ist in den „Kirchen-Effecten zu Uttenweiler“ zu lesen, dass im Jahre 1843 Noten für eine „Missa Adelgunda“ angeschafft wurden. Lehrer Staiger war Dirigent des gemischten Chores, zumal zu jener Zeit zu den Aufgaben eines Schulmeisters stets der Dienst als Organist, oft auch als Chorleiter und Mesner dazugehörte. Das Uttenweiler Heimatbuch mit gründlicher Spurensuche von Dekan Hermann Schneider und Schulamtsdirektor Ferdinand Kramer dient als Quelle vielfältiger Informationen. In der Liste der vielen Lehrer, Organisten und Chorleiter seit 1570 wird beispielsweise vermerkt, dass um das Jahr 1880 das Diensteinkommen des Lehrers 1040 Mark betrug, er für die Einübung des Kirchengesangs weitere 60 Mark erhielt, dass Oberlehrer Franz Josf Wild das Uttenweiler Heimatlied „O Bussenland, mein Heimatland“ verfasste und Schwester Magdalena als Franziskanerin während der Kriegsjahre ab 1939 als Organistin tätig war und zugleich die Leitung des Frauenchors übernommen hatte. In der Folgezeit gehören auch Namen wie Schwester Nila, die Lehrer Alfons Zybarth und Emil Preyer, sowie Michaela Rueß und Alexander Pusch zur Geschichte des Kirchenchors. Im August 2004 hat Edith Rudolph die Leitung der Sängerschar übernommen.

Die Feststellung „Gesungen wurde in Uttenweiler schon immer“ wurde in Ausweitung der lückenlosen Chronik für die Öffentlichkeit auch dadurch deutlich, dass der Chor herausragende Eckpunkte seiner nun 175-jährigen Geschichte immer wieder durch besondere Akzente unterstrich. Dazu zählte etwa die Feier des 165-jährigen Bestehens mit einem festlichen Konzert im November 2008, als dem Chor die seltene Auszeichnung der Palestrina-.Medaille verliehen wurde. Fünf Jahre später erinnerte man im Rahmen eines Festgottesdienstes an das 170-jährigen Bestehen und nun am kommenden Sonntag an 175 Jahre Kirchenchor Uttenweiler. Stets wirkten Bläser des Musikvereins Uttenweiler bei den feierlichen Auftritten mit. War es früher Richard Bösch als Dirigent, so wird in diesem Jahr Ralf Kriz das Musikerensemble leiten. Pfarrer Klaus Wolfmaier zelebriert den Jubiläumsgottesdienst und hält die Predigt, Stefanie Fürst an der Orgel zusammen mit dem Kirchenchor und den Bläsern werden nicht nur bei Beethovens „Die Himmel rühmen“ oder „Die Himmel erzählen die Ehre Gottes“ aus Haydns Oratorium „Die Schöpfung“ für den musikalischen Glanz sorgen.

Nach dem Gottesdienst wird auf dem Kirchplatz zu einem Stehempfang mit anregenden Gesprächen eingeladen.

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