Viele offene Fragen bei Ortsdurchfahrt

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 Die Kreuzung von der Marktstraße hin zu Kirche und Rathaus will gut durchdacht sein.
Die Kreuzung von der Marktstraße hin zu Kirche und Rathaus will gut durchdacht sein. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Die Neugestaltung der Unlinger Ortsdurchfahrt ist möglicherweise an die Sanierung der Kanzachbrücke gebunden. Statt dem Jahr 2019 als Baubeginn könnte wohl das Jahr 2021 in den Bereich der Realität rücken. Neben Grundsätzlichem gilt es vor allem noch viele Konfliktpunkte der Einzelheiten zu klären.

Auf Einladung von Bürgermeister Erwin Hölz informierten die Mitarbeiter Daniel Trautmann und Bernd Benkendorf vom Ingenieurbüro Funk die Gemeinderäte über den Stand der Ausbau- und Gestaltungspläne der Ortsdurchfahrt. Grundlage sei der bekannte Entwurf von Städteplaner Roland Groß aus Altshausen. Fest steht damit, dass die Fahrbahnbreite der ehemaligen Bundesstraße 311 quer durch Unlingen generell auf eine Fahrbahnbreite von 6,50 Meter reduziert werden soll. An vielen anderen Punkten findet sich noch Konfliktstoff in reichem Maße.

Davon konnten sich die Zuhörer im gut gefüllten Sitzungssaal des Unlinger Rathauses an vielerlei Punkten überzeugen. In einer emotionalen Debatte, an der sich des Öfteren mehrere Gemeinderäte gleichzeitig beteiligten, fiel es nicht immer leicht, den vorgetragenen oder verschiedenartig interpretierten Argumenten zu folgen.

Damit man den von den Fachleuten vorgetragenen Überlegungen folgen konnte, musste Bürgermeister Hölz immer wieder auf verbindliche Zäsuren für alle bestehen. Begonnen im Bereich der Kreuzung Bahnhofstraße wurde die Frage aufgeworfen, ob eine Überquerungshilfe möglichst im Kreuzungsbereich bleiben sollte. Bei Straßenkreuzungen könnte man generell die Linienführung etwas abrunden, meinten die Vertreter des Ingenieurbüros, oder aber einer komplett in sich versetzten Kreuzung den Vorrang geben. Dies entzerrt den Verkehrsfluss, zieht jedoch einen größeren Flächenbedarf an Straße nach sich. Gleiches gilt für die Ortsausfahrt Richtung Ehingen. Hier wäre als weitere Option sogar ein ausgebauter Kreisel denkbar. Dafür stimmten in einer besonderen Abstimmung mehrere Gemeinderäte, weil dessen gärtnerische Ausschmückung einem Willkommensaspekt für die Gemeinde gleichkäme.

Als Dauerbrenner erwies sich aufs Neue die auf 2,50 Meter Breite ausgelegten Gehwege auf beiden Straßenseiten. Diese Gehwegsbreite entfachte bereits zu Zeiten von Bürgermeister Richard Mück teils hitzige Debatten mit Potenzial. Nun wurde versucht, sie nicht wieder aufkeimen zu lassen. Auch wenn es Stimmen gibt, die Breite sei zu groß bemessen, war im Gremium zu hören, dass Familien und Senioren davon profitieren, wenn zwei Kinderwagen oder zwei Rollatoren problemlos aneinander vorbeifahren können. Außerdem gäbe es genug Stellen, wo aufgrund baulicher Vorgaben wie Häuser und Gartenmauern die gewünschte Breite sowieso nicht durchführbar sei. Auf jeden Fall sollte die Gehwegsbreite nach Trautmanns Ansicht auf beiden Straßenseiten die gleiche sein.

Die geplante Straßenführung am Adlerberg Richtung Göffingen sehen manche Gemeinderäte als Beginn einer innerörtlichen Rennstrecke, weitere Knackpunkte könnten die Engstelle an der Einmündung der Marktstraße als Übergang zu Kirchplatz und Rathaus sein, und auch das Ende der Ortsdurchfahrt Richtung Ehingen scheint noch in keiner Weise ausgegoren zu sein.

Neben der Frage, ob separate Bushaltezonen notwendig sind oder die Schüler- und Linienbusse an den gekennzeichneten Stellen am Straßenrand halten sollen, bedarf auch die Frage einer Buslinie mit zusätzlicher Haltestelle in der Siedlung weiterer Überlegungen.

An aktuellen und zukunftsweisenden Überlegungen und Aufgaben wird es also nicht mangeln.

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