Uigendorferin gewinnt Handtaschenweitwurf beim Ulrichsfest

Lesedauer: 4 Min
Alexander Radulescu

In der 180 Einwohner zählenden Gemeinde am Fuße des Bussens gibt es nicht nur eine Ulrichstraße und ein Ulrichsbrunnen, alljährlich gedenkt man in Uigendorf auch des heiligen Ulrichs von Augsburg ( 890-973) in Form des Ulrichsfestes.

Das Fest des Hlg. Ulrichs (er war von 923 b973 Bischof von Augsburg) wird kirchengeschichtlich in der „Ulrichswoche“ um den 7. Juli gefeiert. Ulrich ist der Heilige der Reisenden, Wanderer, Fischer, Weber, Winzer und Sterbenden. Er wird angerufen bei schwerer Geburt, gegen Fieber, Körperschwäche, Tobsucht und Tollwut, Ratten- und Mäuseplagen, Wassergefahren und Überschwemmungen. Alljährlich richtet der Förderverein des Musikvereines Uigendorf e.V. (seit 1931) unter dem Vorsitzenden Norbert Neubrand das Ulrichsfest auf der eigens zur Verfügung gestellten Festwiese das Ulrichsfest aus.

Zum Festbeginn am Freitag erfolgte der Fassanstich und die Ulrichskapelle spielte auf. Lustige Vereinsspiele und stimmungsvolle Unterhaltung mit der Band Achtalblech folgten. Der Festsonntag begann mit einem Gottesdienst mit dem Kirchenchor. Zum Frühschoppen unterhielt der Musikverein Oggelshausen.

Nach Musik und Mittagessen erfolgte dann einer der Höhepunkte: der Handtaschenweitwurf. Hier waren alle weiblichen Besucher jeglichen Alters aufgefordert eine in die Jahre gekommene rot-weiß gestreifte Handtasche so weit als möglich in das Zielfeld zu werfen. Als Zielwasser bekam jede angemeldete Dame ein Gläschen Sekt. Insgesamt versuchten sich 56 Teilnehmerinnen, die Tasche in den himmelblauen Himmel zu werfen. Die unterschiedlichsten Wurftechniken wurden angewendet unter dem Beifall des Publikums, der Schlachtenbummler und Fans der einzelnen Werferinnen. Staunen und Begeisterung und Freude des Publikums und der Werferinnen standen im Vordergrund.

Nicht jeder Wurf gelang. Einige Taschenwürfe erfolgten im Rückwärtsgang, landeten auf Sonnenschirmen, im Publikum oder gleich am Abwurfpunkt im Rasen. Letzteres erfolgte sicherlich ganz im Sinne des Heiligen Ulrichs, um die Mäuse auf dem Feld zu erschrecken und zu vertreiben.

Mit 19,40 Meter erreichte Christa Borst aus Uigendorf die größte Weite, gefolgt von Julia Arnold mit 19,10 Meter und Svenja Löffler – beide aus Zwiefaltendorf – mit 19 Metern den dritten Platz.Die Siegerin erhielt einen Einkaufsgutschein überreicht von Norbert Neubrand mit dem Hinweis, dass sie sich davon eine neue Handtasche kaufen könne. Die Zweit- und Drittplazierte erhielten je eine Flasche Sekt.

Die musikalische Nachmittagsunterhaltung unternahm die Musikkapelle Zwiefaltendorf, am Abend unterhielten die Uttenweiler Egerländer das Festzeltpublikum.

Der Montagnachmittag war den Kindern und Rentnern gewidmet. Das Akkordeon Duo Iris& Walter lud zum Mitsingen ein. Zum Ausklang traten das Vororchester Unlingen und der Musikverein Emerkingen auf.

Gemäß der Bauernregel „Regen am Sankt-Ulrich-Tag macht die Birnen stichig mad“ dürfte das hochsommerliche Wetter am Ulrichsfest bestimmt dafür gesorgt haben, dass es rund um den Bussen eine hervorragende Birnenernte geben wird.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen