„Notlandung“ eines Mäusebussards auf der B 311

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Der Reaktion eines Autofahrers hat der Bussard wohl sein Leben zu verdanken. Tierärztin Heike Mohn aus Unlingen kümmerte sich um
Der Reaktion eines Autofahrers hat der Bussard wohl sein Leben zu verdanken. Tierärztin Heike Mohn aus Unlingen kümmerte sich um das mutmaßliche Unfallopfer (kleines Bild). (Foto: Fotos: Thomas Warnack)

Wegen eines „notgelandeten“ Mäusebussards musste die Bundesstraße 311 bei Unlingen am Mittwochabend gesperrt werden. Dank eines Rettungseinsatzes hat das Tier die Situation weitgehend unbeschadet überstanden.

Ein aufmerksamer Autofahrer bemerkte gegen 18.30 Uhr, dass sich der offensichtlich desorientierte Greifvogel mitten auf der Fahrbahn niedergelassen hatte. Der Fahrer stoppte, sicherte die Gefahrenstelle mit eingeschalteter Warnblinkanlage ab und rief die Polizei an. Die Polizisten sperrten die Straße vorübergehend und zogen die Unlinger Tierärztin Heike Mohn hinzu. Ohne Gegenwehr ließ sich der völlig apathische Mäusebussard mittels einer Decke in die Obhut der Veterinärin nehmen.

In der Tierarztpraxis konnte Heike Mohn ihren Patienten untersuchen, der offenbar keine Verletzungen aufwies. „Ihm geht es relativ gut“, berichtete die Tierärztin am Donnerstag auf Anfrage der Schwäbischen Zeitung: „Er hat sich berappelt.“ Allerdings könne man, wie bei den meisten Vögeln, ohne explizite Untersuchung nicht sagen, ob es sich um ein männliches oder weibliches Exemplar handle. Auf jeden Fall sei es ein sehr junges, vermutlich erst in diesem Jahr geschlüpft. Sie gehe davon aus, „dass er von einem Auto erwischt wurde.“ Dadurch habe der Vogel wohl ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten und sich zudem in einem allgemeinen Schockzustand befunden. Er habe in der Praxis Infusionen bekommen und könne jetzt der Vogelschutzstation des Nabu in Mössingen übergeben werden, wo er weiter aufgepäppelt und wieder freigelassen werden soll, sobald er fit ist.

Solche gefiederten Patienten habe sie immer mal wieder zu versorgen, berichtet Heike Mohn. Erst vor kurzem habe sie sich eines Graupapageis angenommen, der in einem Garten Asyl gesucht hatte. Theoretisch sei die Gemeinde für solche Tiere zuständig, erklärt die Tierärztin. „Praktisch geht das aber auf unsere Kosten.“

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