Lieber nach Unlingen als nach Biberach

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Tanja Ewert will neue Wege gehen.
Tanja Ewert will neue Wege gehen. (Foto: : Berthold Rueß)

Die SZ stellte die Bewerber der Unlinger Bürgermeisterwahl in Einzelporträts vor. Wir haben sie außerdem um die Beantwortung eines Fragenkatalogs gebeten. Die Porträts der drei weiteren Kandidaten, Michael Haag, Dr. Georg Bitter und Erwin Hölz, haben wir bereits veröffentlicht.

In Unlingen ist am 7. Oktober Bürgermeisterwahl. Nachdem drei Bewerbungen zurückgezogen wurden, sind noch vier Bewerber im Rennen. Eine davon ist Tanja Ewert aus Zweibrücken, Jahrgang 1971, Stadtamtfrau, Betriebswirtin und Diplomverwaltungswirtin.

Als „gut bis sehr gut“ schätzt Tanja Ewert nach der Kandidatenvorstellung ihre Chancen bei der Unlinger Wahl ein. Ein Rathauschef müsse nicht unbedingt ein Mann sein: „Ich brauchte einst zwei Schläge zum Fassbieranstich“. Also nur halb so viel wie der Stuttgarter OB kürzlich bei der Wasen-Eröffnung. Und die Verwaltung habe sie von der Pike auf in 28 Jahren bei der Stadtverwaltung in ihrem Geburtsort Zweibrücken gelernt. Nach dem Abitur studierte sie an der Verwaltungsfachhochschule, später folgte noch berufsbegleitend ein BWL-Studium. Begonnen hat sie ihre Laufbahn im Personalamt.

Vor allem von ihrer Tätigkeit als Leiterin der Straßenverkehrsbehörde könne sie als Bürgermeisterin profitieren. Das sei ein vielfältiges Aufgabengebiet gewesen. Dazu habe auch die Teilnahme an Ausschusssitzungen, Bautätigkeiten, Planungen und Kontakte zu den oberen Landesebenen wie Polizei und Bundeswehr gehört. Gerade für die anstehende Sanierung der Ortsdurchfahrt in Unlingen könne sie ihre Erfahrung einbringen. Derzeit arbeitet Tanja Ewert in der Zweibrücker Kämmerei, verantwortlich für das Sachgebiet Steuerwesen, wozu auch die Sachbearbeitung der Gewerbesteuer als größte kommunale Einnahmequelle gehöre.

Seitz einigen Jahren sei sie Mitglied der SPD. Den Sektionsvorsitz in ihrem Stadtteil Bubenhausen habe sie abgegeben, nachdem sie in der Kämmerei viel mit Unternehmen zu tun habe. Im Ortsverband Zweibrücken sei sie noch Beisitzerin. Ihre große Leidenschaft gehöre der Musik. Schon als Kind habe sie Akkordeon gelernt, später noch Keyboard. Im Akkordeon-Orchester spiele sie klassische Stücke, im Musikverein eher Tanz- und Unterhaltungsmusik. Derzeit sei sie außerdem Gastsängerin in einem Projektchor: „Das macht viel Spaß.“ Aquajogging, Nordic Walking, Schwimmen, Radeln, Wandern, Reisen, Lesen, Handwerk und Gartenarbeit zählt Ewert außerdem zu ihren Freizeitbeschäftigungen.

Biberach habe sie auf einer Thermalbadrundreise kennengelernt, als sie das Jordanbad besuchte. Dort hat sie sich gerade als Erste Bürgermeisterin beworben. Beim Surfen im Internet – vermutlich unter schwaebische.de – erfuhr sie danach von der Ausschreibung der Unlinger Bürgermeisterstelle. „Ich würde Unlingen bevorzugen“, betont sie. Dort könne sie mehr bewegen, außerdem finde sie die ländliche Umgebung attraktiver: „Ich wohne auch jetzt in einem kleinen Stadtteil.“ Das Zweibrücker Eigenheim mit Garten würde sie nach ihrer Wahl behalten und sich in Unlingen eine Wohnung suchen.

Als Bürgermeisterin wolle sie neue Wege gehen und nach Möglichkeit dabei einen Plan B haben. Dazu gehöre auch zukunftsweisende Technik wie eine Wasserstofftankstelle. In der Gemeinde werde auch eine Bahnverbindung vermisst. Sie würde auch gerne eine Jugendherberge sowie einen Treffpunkt für Jung und Alt realisieren.

Die SZ stellte die Bewerber der Unlinger Bürgermeisterwahl in Einzelporträts vor. Wir haben sie außerdem um die Beantwortung eines Fragenkatalogs gebeten. Die Porträts der drei weiteren Kandidaten, Michael Haag, Dr. Georg Bitter und Erwin Hölz, haben wir bereits veröffentlicht.

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