Kinderkrippe ist Ziel in Unlingen

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Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Unlingen unterliegt teils großen Schwankungen.
Der Bedarf an Kindergartenplätzen in Unlingen unterliegt teils großen Schwankungen. (Foto: Alexander Kaya)
Kurt Zieger

Die Bedarfsplanung für die Kindergärten der Gemeinde Unlingen ist jedes Jahr dem Gemeinderat vorzulegen. Trotz aller genauen Zahlenstudien bleiben auch in diesem Jahr Unsicherheitsfaktoren, die eine genaue Vorhersage erschweren.

Für die Verwaltung hat Melanie Glocker dem Gemeinderat ein umfangreiches Zahlenmaterial vorgelegt und in der Sitzung besprochen. In der Sitzung des gemeinsamen Ausschusses der katholischen Kirchengemeinde und der bürgerlichen Gemeinde stand das Thema auf der Tagesordnung.

In Unlingen gibt es derzeit folgende Betreuungsmöglichkeiten für Kinder verschiedenen Alters: Der katholische Kindergarten „Unterm Storchennest“ in Unlingen wird mit zwei Gruppen geführt. In der altersgemischten Gruppe von Zweijährigen bis zum Schuleintritt stehen 25 Plätze zur Verfügung. Die Gruppe mit veränderten Öffnungszeiten darf höchstens 22 Kinder umfassen.

In Trägerschaft der bürgerlichen Gemeinde steht der Kindergarten „Bussakendla“ Unlingen. Er wird einzügig geführt und hat 22 Plätze zur Verfügung, was sich bei Ganztagesbetreuung auf 20 reduziert. Daneben gibt es den Kindergarten „Kleiner Drache“ in Uigendorf. In zwei Gruppen gibt es insgesamt 32 Plätze, die Möglichkeit zur Ganztagesbetreuung besteht auch dort. Derzeit steht in Unlingen nur eine Tagesmutter zur Verfügung, die im kommenden Jahr eine Verstärkung erfahren soll. „Die Gemeinde unterstützt das Angebot der Tagesmütter, das besonders bei Notsituationen wertvoll sein kann“ stellte Bürgermeister Erwin Hölz fest.

Anhand vorgelegter Schaubilder konnten die Gemeinderäte erkennen, wie wechselvoll die einzelnen Geburtenjahrgänge seit 2009 sich darstellen. 2017 beispielsweise war mit 36 Geburten ein geburtenstarker Jahrgang, während das Jahr 2018 nur 19 Geburten zu verzeichnen hat. Gegenüber der Bedarfsplanung von 2018 wurden durch Zuzüge nach Unlingen 18 weitere Kinder für die Kindergärten angemeldet. Zudem benötigt jedes zweijährige Kind zwei Kindergartenplätze. Im Baugebiet „Vöhringer Weg IV“ wurden viele Bauplätze an junge Familien verkauft, was zu einem weiteren Bedarf an Kindergartenplätzen führen könnte.

In Unlingen können Kinder in zwei Kindergärten angemeldet werden. Manche Eltern melden ihre Kinder gleich in mehreren Kindergärten an. „All dies macht eine genaue Bedarfsplanung ungemein schwierig“ erläuterte Glocker. Die Gemeinde sei nach Kräften bemüht, kurzfristig und langfristig weitere Kindergartenplätze schnellstmöglichst zu beschaffen.

Dies betrifft auch den Bereich der Kleinkindbetreuung. Die politische Zielgröße ist, für 35 Prozent der unter dreijährigen Kinder in Tageseinrichtungen oder Kindertagespflegen einen Platz vorzuweisen. Auf dieser Grundlage müsste Unlingen derzeit 28 Betreuungplätze bereitstellen. Die Betreuungsquote im Landkreis Biberach erreicht nach Auskunft des Landratsamts eine Größenordnung von 19,8 Prozent. Von den Gemeinden im Landkreis, die zwischen 2000 und 3000 Einwohner aufweisen und daher mit Unlingen vergleichbar sind, liegt das Betreuungsangebot zwischen 10 und 25 Prozent. Nur eine Gemeinde bietet wie Unlingen derzeit noch keine Kleinkindgruppe oder Kinderkrippe an. Das Ziel einer Kinderkrippe ist im Plan Unlingens jedoch fest verankert.

Der Gemeinderat nahm die vorgestellten Fakten zur Kenntnis. Dazu gehört, dass in den vergangenen Jahren viele Familien nach Unlingen zugezogen sind, dass relativ viele Bauplätze an junge Familien verkauft wurden und damit die Kinderzahlen und der Bedarf an Kindergartenplätzen weiter steigen wird.

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