Ein Narr zu sein ist gut für die Seele

Lesedauer: 3 Min
Der „letzte lebende Buchsbaum“ wird von einer Zünslergruppe befallen.
Der „letzte lebende Buchsbaum“ wird von einer Zünslergruppe befallen. (Foto: Fotos: Thomas Warnack)
Kurt Zieger

Als Einstieg zum diesjährigen Umzug der Narrenzunft Unlingen waren die Zunftmeister in das Vereinsheim geladen. Grußadressen und Geschenke galten als Zeichen der Verbundenheit im weiten Bereich der Fasnet.

In Reimen begrüßte Zunftmeister Rolf Schneider neben den vollzählig anwesenden Ehrennarren Brauchtumsmeister Elmar Herter von der Vereinigung freier oberschwäbischer Narrenzünfte VFON, Bürgermeister Erwin Hölz und die Gastzünfte des Umzugs. Mit Akkordeon und Gitarre sorgte das Duo „Goldschätzla“ für die musikalische Wegbegleitung, auch für den dank aufliegender Texte aus voller Kehle gesungenen „Olenger Narramarsch“.

Locker, da aus dem harten Kern der Heudorfer Fasnet kommend, betonte Hölz: „I han d´Fasnet em Blut“. Ebenso locker und flüssig schmetterte er die Unlinger Fasnetshymne und wünschte eine glückselige Fasnet ohne Stürme irgendwelcher Art. „In Unlingen gibt es eine alte, gewachsene Fasnet, darauf können wir stolz sein, sie jedoch müssen wir auch pflegen.“

Von den Gastzünften meinte die Narrenzunft Ehestetten „Ma sott äbbes saga“, die Spittlnarren Munderkingen grüßten in Reimform und brachten Unlingens Zunftmeisterin Sybille Selig, die mit Ordensverleihungen und Küsschen ausgebucht war, ihre verlorenen Orden wieder zurück. Die Deich-Uschla Granheim zeigten sich spendabel mit einem Deich-Uschla-Elixier, worauf die Pflugraicher Uttenweiler betonten, dass natürlich sie „vor dem Bussen“ sind.

Toll gereimt stellte die Narrenzunft Hayingen fest: „Ein Narr zu sein ist gut für die Seele.“ Fasnet nur im Fernsehen tut weh, Masken gehen sei ein echter Hit. „So kann ein Narr nur ein Schwabe sein“.

Alle anwesenden Zünfte wurden mit ihren speziellen Narrenrufen begrüßt. Der Dank galt allen örtlichen Organisationen und Hilfskräften, so auch der Feuerwehr, die für die Sicherheit auf den Straßén während des Umzugs zuständig ist.

Mit der Zigeunergruppe, die mit Singen und Musizieren Schwung in jede Veranstaltung bringt, und dem Ausscheller und seinem Anhang mit viel Unlinger Lokalkolorit „ond von anderswo“ nahm der Zunftmeisterempfang an Schwung und Fahrt auf .

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen