„Der organisatorische Aufwand ist enorm“

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Schwäbische Zeitung

Der Countdown läuft: nur noch knapp zwei Wochen bis zum Unlinger Kreismusikfest vom 26. bis 29. Juli. Der Musikverein Unlingen fiebert schon seit gut anderthalb Jahren diesem musikalischen Großereignis entgegen. Der Vorsitzende Werner Gramsch hat mit der „Schwäbischen Zeitung“ über die aufwendigen Vorbereitungen gesprochen.

SZ: In früheren Jahren tat sich der Blasmusikkreisverband schwer, Ausrichter für das Kreismusikfest zu finden. Weshalb hat sich Musikverein Unlingen bereit erklärt, diese Großveranstaltung zu stemmen?

Gramsch: Der Musikverein feiert im Jahr 2019 „190 Jahre Blasmusik“ in Unlingen. Dies war ein Grund für die Bewerbung um die Ausrichtung des Kreismusikfest. Nachdem das Interesse an der Ausrichtung von Kreismusikfesten nachgelassen hatte und wir als Verein uns jedes Jahr bei den Wertungsspielen auf den Kreismusikfesten präsentieren, war dies ein weiterer Aspekt, uns um die Ausrichtung zu bemühen. Dazu kommt das für uns durch die alljährliche Ausrichtung des traditionellen Annafestes eine gewisse Erfahrung mit Zeltveranstaltungen vorhanden ist. Das letzte Kreismusikfest richteten wir 2005 aus und mit der jetzigen Ausrichtung des Kreismusikfests wollten wir zum einen noch das Wissen und die Erfahrungen aus 2005 nutzen und gleichzeitig die nächste Generation an aktiven Musikerinnen und Musikern mit einbinden.

Ertingen hat im vorigen Jahr das Kreismusikfest ausgerichtet. Konnten Sie dabei etwas abschauen?

Ja, dadurch dass wir uns am Wertungsspiel und am Umzug beteiligten, konnten wir natürlich die Abläufe direkt verfolgen. Dankenswerterweise konnten wir auch in mehreren Gesprächen mit den Verantwortlichen aus Ertingen die ein oder andere Informationen und Tipps erhalten.

Seit wann laufen die Vorbereitungen für das Kreismusikfest?

Nachdem wir den Zuschlag 2016 für die Ausrichtung des Kreismusikfests 2019 erhalten hatten, wurden dann im Herbst 2016 erste Ideen und Vorschläge gemacht, wie das Kreismusikfest 2019 gemacht werden könnte. Im Frühling 2017 wurde dann die Entscheidung getroffen, wie der Ablauf sein soll, also entsprechende Zeltveranstaltungen, Wertungsspiel und Festumzug.

Wie muss man sich den organisatorischen Aufwand vorstellen?

Der organisatorische Aufwand ist enorm. Wir haben die ganze Organisation in elf Gruppen aufgeteilt, um entsprechend handlungsfähig zu bleiben. Würde dies nur auf ein oder zwei Personen geschultert, wäre eine Veranstaltung in der Größe nicht mehr zu bewältigen. Allein das Sicherheitskonzept für diese Veranstaltung ist ein enormer Aufwand. Behördengänge, Absprachen mit dem Bürgermeisteramt, dem Landratsamt und der Straßenbaubehörde, wegen der Straßensperrung, sind sehr zeitintensiv.

Gibt es auch Unterstützung von außerhalb des Vereins, etwa durch die Gemeinde?

Von außerhalb und auch von der Gemeinde erhalten wir eine sehr große Resonanz bezüglich der Unterstützung. Die örtlichen Vereine wie auch viele Privatpersonen haben ihre Bereitschaft erklärt, uns unterstützen zu wollen. Dafür sind wir auch dankbar, so rechnen wir mit zirka 950 Arbeitseinsätzen über das gesamte Festwochenende.

Die drehbare Bühne ist eine Besonderheit in Unlingen. Wie sind Sie darauf gekommen?

Diese Idee entstand bei der Ideensammlung im Herbst 2016. Wir haben die Idee aufgegriffen und einfach mal im Internet gestöbert, ob es so etwas bei einem Kreismusikfest schon mal gab. Nach mehreren Recherchen konnten wir in Erfahrung bringen, dass eine derartige Bühne erstmalig im Bregenzerwald beim Bezirksmusikfest zum Einsatz kam. Über mehrere Veranstaltungen gelangte diese Bühne dann ins Allgäu und der dortige Verein bot diese zum Verkauf an. Nach dem wir das Material im Vorfeld besichtigten, entschieden wir uns, diese Bühne zu erwerben und nach Unlingen zu holen. So ist diese Bühne seit Sommer 2017 in unserem Besitz und kommt nun am Kreismusikfest zum Einsatz.

Ein Höhepunkt des Kreismusikfests ist der Hurrikan der Blasmusik. Nach welchen Kriterien wurden die Bands ausgesucht?

Für diesen Abend wollten wir eine gesunde Mischung der aktuellen und neuen Blasmusikszene erreichen. Alle Musiker der aktiven Kapelle hatten dabei die Möglichkeit, ihre Wünsche zu äußern und ihre Vorschläge mit einzubringen. So ist eine Auflistung von mehreren Kapellen und Bands entstanden. Diese Vorschläge wurden gemeinsam ausgewertet und so zusammengestellt, dass ein kurzweiliger Abend entstehen soll. Für alle Gäste soll Blasmusik dabei sein, mit der man sich identifizieren kann. Das Ergebnis daraus sind nun die fünf Gruppen „Musikatzen“, „Viera Blech“, „Die Fexer“, „Die Brasserie“ und „PS: Reloaded (Pro Solist’y)“. Sie sorgen für ein unvergessliches Blasmusikerlebnis an diesem Abend. Und wer sich unter den genannten Bands nichts vorstellen kann, ist herzlich eingeladen, diesen Abend mitzufeiern.

Wie läuft der Vorverkauf für diese Veranstaltung, insbesondere auch für das Camping-Kombiticket? Mit wie vielen Besuchern rechnen Sie?

Der Kartenverkauf läuft seit vielen Monaten gut. Die meisten Karten werden über das Internet bestellt. Karten können auch bei den örtlichen Vorverkaufsstellen erwerben werden, diese haben wir auf unserer Homepage www.kmf-2019.de aufgelistet. Dort können die Karten auch online bestellt werden. Das Kombiticket erfüllt unsere Erwartungen zum aktuellen Stand. Hier lässt sich feststellen, dass die Veranstaltung auch Gäste aus weiterer Entfernung nach Unlingen lockt. Als Veranstalter rechnet man natürlich immer gerne mit einem vollen Zelt, um ein entsprechendes Flair bei der Veranstaltung zu haben. Unser Zelt bietet Platz für zirka 2500 Gäste.

Das Kreismusikfest ist ja auch eine Gelegenheit für Musikkapellen, ihr Können unter Beweis zu stellen. Wie ist die Beteiligung an den Wertungsspielen?

An den Wertungsspielen beteiligen sich insgesamt zwölf Musikkapellen. Diese treten in den Kategorien Konzertante Blasmusik, Unterhaltungsmusik, Traditionelle Blasmusik und eine Musikapelle in der Marschmusik an. Die Vorträge finden am Samstag und Sonntag in der Gemeindehalle in Unlingen statt. Die Marschmusikbewertung erfolgt am Sonntag in der Ortsmitte von Unlingen im Bereich der Markt- und Hauptstraße.

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