Bedenken gegen Trassenführung

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 Der Weg zur Gründung des Zweckverbands ist frei: Die Gemeinderäte aller acht Kommunen haben zugestimmt.
Der Weg zur Gründung des Zweckverbands ist frei: Die Gemeinderäte aller acht Kommunen haben zugestimmt. (Foto: Jens Wolf)
Kurt Zieger

Grundsätzlich begrüßt der Unlinger Gemeinderat das interkommunale Vorgehen zur Sicherung der gewerblichen Entwicklung in der Raumschaft. Unverständnis kam jedoch über die geänderte Trassenführung auf, da sie in ihrer Fortführung vor allem durch landwirtschaftlich genutzte Flächen der Gemeinde Unlingen führen soll.

Zu Beginn der Sitzung präzisierte Bürgermeister Erwin Hölz noch einmal das Ziel einer gemeinsamen Entwicklung von regional bedeutsamen Schwerpunkten für Gewerbe- und Industrieflächen. Dadurch soll unter anderem auch die schnellere Ansiedlung größerer Betriebe ermöglicht werden. Dazu gibt es einen Beschluss des Gemeinderats Unlingen vom Januar 2019, in dem es heißt, dass die Gemeinde Unlingen Mitglied im Zweckverband wird, jedoch nicht bereit ist, Standortgemeinde zu werden und die vorgesehenen Flächen auf der Gemarkung Unlingen in das geplante interkommunale Gewerbegebiet einzubringen.

Breiten Raum in der recht angeregten Diskussion nahm die neu geplante Trassenführung der Ortsumgehung Riedlingen ein. „Ursprünglich sollte sie mitten durch das neue Industriegebiet führen mit Bauplätzen rechts und links der Straße“ wurde argumentiert. Jetzt sei sie mitten durch Unlingens Gemarkung geplant. Vor allem die Weiterführung bereitet den Landwirten erhebliche Bauchschmerzen.

Dem entgegnete Bürgermeister Hölz, die jetzige Vorstellung sei ja nur eine planerische Skizze. Dies bedeute keine Anerkennung der geplanten Straßenführung. Dazu sei von wesentlicher Bedeutung, wie das Ministerium das gesamte Projekt sehe, begutachte und bewerte. Auch werde vermutlich zuerst der Bereich Ertingen erschlossen.

Auch zu einem anderen Punkt gab es Befürchtungen und klare Meinungen. Grundstücke auf Unlinger Gemarkung, die zum Verkauf stehen, könnten von anderen Gemeinden und auswärtigen Investoren aufgekauft werden, um ihre Anteile an der geplanten Gesamtmaßnahme einbringen zu können. Damit würde unter Umständen erheblich an der Preisschraube nach oben gedreht, was im Sinne eines Dorfes eigentlich nicht wünschenswert sein könne.

Bei einer Gegenstimme nahm der Gemeinderat die Ausführungen und den Sachverhalt zur Kenntnis und begrüßte das interkommunale Vorgehen zur Sicherung der gewerblichen Entwicklung in der Raumschaft. Der entsprechenden Satzung und dem Beitritt Unlingens zu diesem Zweckverband wird auch dann zugestimmt, wenn eine Stadt oder Gemeinde zusätzliche Vertreter in die Zweckverbandsversammlung beschließt. Die vorgesehene Trassenführung der Umgehungsstraße auf der Gemarkung Unlingen bedarf der Nachprüfung, da ja dort entgegen der ursprünglichen Planung keine Standort/Gewerbeflächen mehr vorgesehen sind. Ziel ist es, den Landschaftsverbrauch auf der Gemarkung Unlingen so gering wie möglich zu halten. Vor der endgültigen Festlegung der genauen Trassenführung ist dies in Absprache zwischen den Fachbehörden und mit der Gemeinde Unlingen zu klären.

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