Alte Schule wird Dorfgemeinschaftshaus

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Aus dem ehemaligen Schulhaus Möhringen soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden.
Aus dem ehemaligen Schulhaus Möhringen soll ein Dorfgemeinschaftshaus werden. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Architekt Gerhard Schirmer und der Gemeinderat brachten den Fortgang des Umbaus des ehemaligen Schulhauses in Möhringen zum Dorfgemeinschaftshaus ein weiteres Stück voran. Großes Lob wurde Bürgern von Möhringen für erbrachte Eigenleistungen zuteil. Die Mehrzahl der vergebenen Gewerke werden von Unlinger Betrieben ausgeführt.

Die ersten Ideen zu einer zeitgemäßen und zukunftsorientierten Umnutzung des nicht mehr benötigten Schulhauses in Möhringen liegen Jahre zurück. Mehrere Anträge auf finanzielle Zuschüsse wurden negativ beschieden. „Allein mit der im Jahr 2015 durch den Ausgleichsstock zugesagten finanziellen Hilfe wäre das Gesamtprojekt nicht zu finanzieren“ stellte Kämmerer Berthold Trett fest . Im vergangenen Jahr wurden nun weitere Hilfen bewilligt, sodass die Finanzierung nun auf sicherer Basis ruhen dürfte.

In den vergangenen zwei Monaten haben sich Möhringer Bürger tatkräftig mit Eigenleistungen bei Ab- und Ausbrucharbeiten im Innern des Gebäudes beteiligt. Dafür wurde ihnen von Architekt Schirmer und dem Gemeinderat mit Bürgermeister Richard Mück ausdrücklich Lob und Anerkennung gezollt. Der gesteckte Kostenrahmen könne auch dadurch wohl eingehalten werden. „Für mich ist Ortsvorsteher Robert Halbherr Motor, Manager und Kenner der ganzen Szene ein wichtiges Bindeglied im ganzen Bauprozess“ betonte Schirmer. Weil die Umgebung des Gebäudes von Sträuchern und Buschwerk gesäubert wurde und inzwischen neue Fenster eingesetzt worden sind, macht das Gebäude nun einen frischen einladenden Eindruck.

Auf dieses Basis hat der Gemeinderat vier Gewerke vergeben, von denen drei von Unlinger Firmen als den jeweils billigsten Bietern ausgeführt werden. „Manche Einzelaufträge haben wir zu kombinierten Gewerken zusammengefasst, um den Handwerkern viele zeitraubende Aufstellungen und Rechtfertigungen zu ersparen“ erklärte Schirmer als Vorgehensweise seines Büros.

Für die Zimmerer-, Gerüst-, Flaschner- und Dachdeckerarbeiten als kombiniertes Gewerk sind vier Angebote eingegangen. Den Zuschlag erhielt zum Preis von rund 13 500 Euro Firma Zell in Möhringen.

Von drei angeschriebenen Firmen für die Sanitätsinstallationen haben zwei ihre Bewerbung eingereicht. Der Auftrag in Höhe von knapp 20 000 Euro ging an Firma Pfaff in Unlingen. Ein Schwerpunkt bei diesem Auftrag bildet die neu einzubauende Behindertentoilette, während die anderen Toilettenanlagen weitgehend übernommen werden können.

Keine Fußbodenheizung

Beim Gewerk der Heizungsanlage stellte der Architekt fest, dass man von einer ursprünglich vorgesehenen Fußbodenheizanlage abgekommen sein, das sie „zu träge“ arbeite. Andere Systeme sei wesentlicher flexibler zu handhaben. Auch hier haben von drei angeschriebenen Firmen zwei ein Angebot abgegeben. Den Auftrag erhielt Firma Schmid aus Unlingen zum Angebotspreis von rund 43 700 Euro.

Von vier angeschriebenen Firmen für das Gewerk „Trockenbauarbeiten“ haben nur zwei mit einem Angebot geantwortet. Als günstigstem Bieter wurde Firma Selg in Riedlingen der Zuschlag zum Angebotspreis von rund 21 400 Euro erteilt. In zwei Mehrzweckräumen des Gebäudes sollen dabei Schallschutzdecken eingebaut werden.

Das Gewerk der Lüftungsinstallatioon wurde auf Anraten von Architekt Schirmer zu weiteren Beratungen zurückgestellt. Ein notwendiges Schallgutachten müsse berücksichtigt werden, eine vom Zuschussgeber vorgegebene Wärmerückgewinnung sei vorzusehen, doch die vom einzigen Interessenten vorgeschlagene Wärmerückgewinnung bringe wesentlich höhere Kosten mit sich als vorgesehen. Schirmer hält vereinfachte und damit kostengünstigere Lösungen für möglich, die jedoch weitere Beratungen voraussetzen. Diesen Argumenten stimmte der Gemeinderat vorbehaltlos zu, wie auch bei den übrigen Gewerken die Vergabe jeweils einstimmig erfolgte.

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