Abriss der Pfarrscheuer für Gemeindesaal

Lesedauer: 4 Min

 Das bisherige Schwesternhaus in Unlingen soll abgerissen werden.
Das bisherige Schwesternhaus in Unlingen soll abgerissen werden. (Foto: Kurt Zieger)
Kurt Zieger

Auf Wunsch der Diözese Rottenburg-Stuttgart sollte das bisherige Unlinger Schwesternhaus abgebrochen und an dessen Stelle eine Garage für das Pfarramt gebaut werden. Vorgesehen ist jetzt ein Teil-abbruch der Pfarrscheuer bis zur Kellerdecke für einen Gemeindesaal. Außerdem sollen dort ein Jugendraum, eine Bücherei und ein Sitzungsraum untergebracht werden.

Bereits 2017 hat die Katholische Kirchengemeinde über die Gemeinde Unlingen einen ELR-Antrag für einen Teilabbruch des bisherigen Schwesternhauses und Neubau einer Begegnungsstätte im Pfarrhof gestellt. Kosten von rund 450 000 Euro standen damals im Raum. Voraussetzung war, dass sich die Gemeinde mit zehn Prozent der zuwendungsfähigen Nettokosten beteiligt. Dem hat der Gemeinderat im Juni 2017 zugestimmt.

Weil die Förderung von Wohnraum damals im Mittelpunkt stand, wurde der Antrag abgelehnt. Nun soll das vorhandene Gebäude ertüchtigt werden. Auf Grund der niedrigen Geschosshöhe im Erdgeschoss und der schlechten Wärmedämmung sollen Dach und Erdgeschoss abgebaut werden. Vorgesehen ist, dass das Untergeschoss verbleiben kann. Im Erdgeschoss soll ein Gemeindesaal mit 80 Sitzplätzen bei Tischbestuhlung, mit Foyer, Küche und Behinderten-WC eingebaut werden. Über eine Podesttreppe erreicht man das Unter- und Dachgeschoss. Im Untergeschoss werden die allgemeine WC-Anlage und der Technikbereich sowie die Abstellräume untergebracht. Im Dachgeschoss sind Jugendraum, Sitzungsraum, Bücherei und Notenraum für die Chöre vorgesehen. Eine Wendeltreppe markiert den vorgeschriebenen zweiten Fluchtweg.

Die überschlägigen Baukosten des aktuellen Projekts „Umbau der alten Pfarrscheuer“ beziffert das Architekturbüro Guido Vogel auf brutto rund 920 000 Euro. Vom Nettobetrag müsste die Gemeinde den zehnprozentigen Anteil in Höhe von etwa 77 000 Euro übernehmen. Eine entsprechende Vereinbarung zwischen der bürgerlichen und kirchlichen Gemeinde Unlingen das gemeinsame Hausrecht betreffend wäre abzuschließen. Nur mit einer solchen Vereinbarung ist es möglich, einen 40-prozentigen Zuschuss aus dem ELR-Programm zu erhalten.

In der Diskussion im Gemeinderat kam einerseits zur Sprache, dass man gern bereits zu früherer Zeit von der Planung unterrichtet worden wäre. Der Diözesanrat habe einfach Fakten geschaffen. Andererseits wurde begrüßt, dass die jetzige Lösung mit mehr Sitzplätzen „gar nicht so schlecht“ sei. Bürgermeister Richard Mück wies darauf hin, dass die Chance dieses Umbaus nur möglich sei, weil sich das Bauobjekt im Ortszentrum befinde.

Unter Abwägung der verschiedenen Aspekte stimmte der Gemeinderat einstimmig dem geplanten Projekt und der Mustervereinbarung zu.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen