„Verdächtige“ Äpfel: Mädchen erleidet Rückfall

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 Sind von Maskenträgern verteilte Äpfel verantwortlich für die Gesundheitsprobleme von drei Mädchen? Der Fall aus Ummendorf (hie
Sind von Maskenträgern verteilte Äpfel verantwortlich für die Gesundheitsprobleme von drei Mädchen? Der Fall aus Ummendorf (hier ein Symbolbild) gibt weiter Rätsel auf. (Foto: Daniel Bockwoldt)

Nach der labortechnischen Untersuchung der beim Fasnetsumzug in Ummendorf als Beweismittel sichergestellten Äpfel „liegen noch keine abschließenden Ergebnisse vor“. Das sagte Joachim Schulz, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Ulm, auf Anfrage. Dennoch sind neue Einzelheiten zum Fall von drei Mädchen, die nach dem Verzehr von Äpfeln über gesundheitliche Beschwerden klagten, bekannt geworden: Die „Schwäbische Zeitung“ sprach mit der Mutter eines der betroffenen Mädchen.

Wie berichtet, hatten sich vier Personen nach der Fasnetsveranstaltung am 19. Januar an die Polizei gewandt, die seither wegen eines Anfangsverdachts auf gefährliche Körperverletzung ermittelt. Gesundheitliche Probleme bekamen nur drei der Mädchen, die zum Zeitpunkt des Vorfalls alle zwölf Jahre alt waren. Laut Schilderung der Mutter – ihr Name ist der Redaktion bekannt – hatten diese drei zugegriffen, als ihnen Maskenträger beim Umzug Äpfel in die Hand drückten. Das vierte Mädchen, das sich mit den anderen die ganze Zeit in einer Gruppe bewegt haben soll, „hat keinen der Äpfel gegessen und blieb putzmunter“. Dies lenkte den Verdacht auf die Früchte.

Muskelzittern und Augenflackern

Den Angaben der Mutter zufolge ist ihre Tochter „sehr bald“ nach dem Verzehr eines Apfels umgekippt und von Sanitätern erstversorgt worden. Bei einer der Freundinnen hätten sich die Symptome erst eine Stunde später gezeigt, diese seien aber bei allen ähnlich gewesen: Muskelzittern, Augenflackern, Apathie und kalter Schweiß an den Händen. Ein Arzt an der Ulmer Kinderklinik habe dies als typische Symptome einer Vergiftung bezeichnet, sagte die Mutter mit Bezug auf ihre Tochter.

Dass die Mädchen vielleicht einfach etwas zuviel getrunken haben könnten, glaubt sie nicht. Eine noch am Abend des 19. Januar entnommene Blutprobe müsste dies belegen können, über das Ergebnis seien die Eltern noch nicht informiert. Gegen diese Möglichkeit spricht aus ihrer Sicht, dass ihre Tochter anderthalb Wochen nach dem Vorfall, am 29. Januar, einen Rückfall mit ähnlichen Symptomen erlitt. „Das war erschreckend“, sagt sie. Deshalb seien die Eltern sehr erpicht auf Aufklärung des Falls.

Erst jetzt erhole sich ihre Tochter und „ist so langsam dabei, wieder die Alte zu werden“. In einer Hinsicht jedoch nicht, denn die Freundinnen wollen fürs Erste bei solchen Veranstaltungen offen angebotene Getränke und und Speisen nicht anrühren, sagt die Mutter. „Es ist schade, dass solche Vorsicht nötig ist, aber sie sind gebrannte Kinder.“

Das rät die Polizei

Es gibt bisher keinen Beleg, dass in Ummendorf tatsächlich absichtlich oder fahrlässig Äpfel mit gesundheitsschädlichen Substanzen in Umlauf kamen. Anders als bei Getränken ist das Phänomen K.O.-Tropfen bei Speisen bisher auch weniger bekannt geworden. Unabhängig davon gibt die Polizei ganz allgemein auf ihrer Internetseite www.polizei-beratung.de jedoch Tipps, gerade zur Fasnetszeit. Unter dem Stichwort „K.O.-Tropfen“ in der Suchmaske dort heißt es etwa:

1. Getränke bei der Bedienung bestellen und selbst entgegennehmen.

2. Von Unbekannten keine offenen Getränke annehmen.

3. Offene Getränke nicht unbeaufsichtigt lassen.

4. Bei Übelkeit Hilfe beim Personal suchen.

5. Freunde achten aufeinander und lassen ihre Getränke nicht aus den Augen.

6. Freunde holen im Ernstfall sofort ärztliche Hilfe für das Opfer und verständigen das Personal.

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