Ummendorfer geht dreister Liebesbetrügerin auf den Leim

 Ein Mann aus Ummendorf ging einer Betrügerin auf den Leim.
Ein Mann aus Ummendorf ging einer Betrügerin auf den Leim. (Foto: Sebastian Gollnow/dpa)
Schwäbische.de

Ein sogenanntes Romance-Scamming ist nach Jahren in Ummendorf aufgeflogen. Vor etwa vier Jahren lernte ein Mann aus Ummendorf über das Internet eine angebliche Frau in Amerika kennen. Diese gaukelte ihrem Opfer vor, Architektin zu sein und später ihren Job verloren zu haben. Deshalb überwies der Mann einen hohen fünfstelligen Betrag an die mutmaßliche Frau. Ab 2021 gab die angebliche Amerikanerin dann vor, sich selbstständig zu machen und wollte dafür das deutsche Konto des Mannes nutzen.

Dies ließ er zu. Die Unbekannte betrog nicht nur den Ummendorfer, sondern wohl auch Andere und versuchte dies weiterhin. Dafür nutzte sie auch das Konto des Mannes. Dieser sieht sich nun mit zahlreichen Vorwürfen wegen Betruges aus ganz Deutschland konfrontiert. Die Polizei Biberach hat die Ermittlungen nach der Unbekannten aufgenommen.

Was sich hinter dem Begriff Scamming verbirgt

Die Polizei warnt ausdrücklich vor Scamming: Vorsicht bei virtuellen Bekanntschaften. Versprochen wird die große Liebe, das schnelle Geld oder der Traumjob - doch hinter den verlockenden Angeboten steckt häufig sogenanntes Scamming. Oft führt der Weg zum ersehnten Glück nämlich über Vorauszahlungen an Betrüger (Scammer):

 Beim Romance Scam bringen Betrüger Menschen dazu, Geld zu überweisen, obwohl man sich noch nie gesehen hat.
Beim Romance Scam bringen Betrüger Menschen dazu, Geld zu überweisen, obwohl man sich noch nie gesehen hat. (Foto: Franziska Koark)

Besonders perfide und für die Opfer mit hohem emotionalem Stress verbunden ist das Love- oder Romance-Scamming. In Online-Partnerbörsen oder auch in sozialen Netzwerken sind die Scammer auf der Suche nach potenziellen Opfern. Ist ein Kontakt erst einmal hergestellt, werden diese mit Liebesbekundungen und Aufmerksamkeit überhäuft - und zwar einzig und allein mit dem Ziel, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn die virtuellen Partner geben z vor, bei einer Geschäftsreise nach Westafrika in Geldnot geraten zu sein. Oder sie benötigen Geld für eine wichtige Operation ihres Kindes oder eines Angehörigen.

Auch gestohlene Koffer und Pässe, unbezahlter Lohn oder eine unbezahlte Hotelrechnung sollen das ahnungslose Opfer dazu bringen, Geld zu überweisen. Und viele tun es auch, schließlich sind sie zu diesem Zeitpunkt schon von ihrem Internet-Partner/ihrer Internet-Partnerin emotional abhängig.

Wenn dem Love-Scamming Opfer dann das Geld ausgeht, transferieren die Täter aus anderen Straftaten Geld über das Konto des Opfers. Damit machen sich die Opfer unter Umständen leichtfertig der Geldwäsche strafbar und müssen dafür haften. Im schlimmsten Fall sind nicht nur das Geld, sondern auch die Immobilien und andere Wertgegenstände des Opfers weg.

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