Ummendorf will abermals kräftig investieren

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 Ummendorf kann in die Spardose greifen, um Investitionen zu finanzieren.
Ummendorf kann in die Spardose greifen, um Investitionen zu finanzieren. (Foto: Arne Immanuel Bänsch)

Gewerbeflächen, Hochwasserschutz, Abwasserbeseitigung sowie ein neues Fahrzeug für den Winterdienst: Das sind nur einige der großen Brocken im circa vier Millionen Euro schweren Investitionskapitel des Haushaltsplans 2019, den der Gemeinderat Ummendorf jetzt beraten hat. Darüber hinaus ist Geld für etliche kleinere Vorhaben wie Spielplätze, Straßen und ein Umweltförderprogramm reserviert.

Finanziell mit am stärksten zu Buche schlägt das Vorhaben, Gewerbegrundstücke im Gebiet Espach IV/2 für Betriebe herzurichten (gut 1,1 Mio. €). Die Gemeinde erwartet, dass dieses Geld in den Folgejahren durch den Verkauf der Parzellen und Erschließungsbeiträge wieder hereinkommt. Auf längere Sicht schwingt gar die Hoffnung mit, dass Steuerzahlungen der Betriebe und dort beschäftigter Ummendorfer Bürger den Gemeindefinanzen guttun werden. Ansiedlungswillige Unternehmen gibt es genug und den Bebauungsplan brachte der Rat in derselben Sitzung unter Dach und Fach. Trotzdem „wissen wir nicht, ob das dieses Jahr kommt“, sagte Kämmerer Reinhold Besenfelder; die Gemeinde setzt eher auf lange Ausführungsfristen, um vernünftige Preise zu erzielen.

Noch ein bisschen höhere Beträge sind für den Abwasserzweckverband einplant. Darin steckt nochmals ein kleiner Beitrag für den Ausbau der Verbandskläranlage in Warthausen. Ordentlich kosten würde ein zusätzlicher Sammler zwischen Ummendorf und Biberach, das ist die Verbindungsleitung zur Kläranlage; über deren Notwendigkeit und Finanzierung ist noch nicht final entschieden.

Hochwasserschutz hängt auch an Zuschüssen

Zu einem Millionenprojekt könnte der Hochwasserschutz in Fischbach werden. Was von den Planungen genau umgesetzt wird, hängt indes von Landeszuschüssen ab – das hatte Bürgermeister Klaus B. Reichert von Anbeginn betont. Wenn hier Klarheit herrscht, geht’s an Detailplanung und Grunderwerb.

Für Anschaffungen des Bauhofs ist mehr eingeplant (200 000 €) als in Jahren davor. Besenfelder sagte, ein schwach motorisiertes und daher in den Steillagen langsames Fahrzeug „ist eine echte Schwachstelle in unserem Winterdienst“. Ob ein Schlepper mit mehr PS her soll, muss der Gemeinderat noch entscheiden.

Viele weitere Posten summieren sich. An brüchigen Wasserrohren und defekten Pumpen ist einiges zu machen. Aufgrund eines alten Vertrags muss sich die bürgerliche Gemeinde an der Sanierung des katholischen Kirchturms beteiligen (70 000 €). Die Schule erhält Computer. Für Grunderwerb wird stets Geld bereitgehalten. Am Badesee fallen noch Ausgaben an (106 000 €). Für einen Spielplatz Kreuzberg gibt’s ein Budget (30 000€) – je mehr Eigenleistungen eine Elterninitiative erbringt, desto mehr Geld bleibt für Geräte übrig. Dieses schon mehrfach praktizierte Modell lobte Reichert: „Das ermöglicht bessere Spielgeräte, die Eltern passen darauf auf und die Leute lernen einander kennen.“

Freiwillige Leistung

Die Gemeinde hatte früher schon Förderprogramme, um Hauseigentümern Anreize für CO2-sparende Modernisierungen zu bieten. Dieses komplett freiwillige Angebot könnte neu aufgelegt werden (50 000 €). Dass im Programm für Gemeindestraßen (100 000 €) die Verbindung nach Buschhorn nicht berücksichtigt ist, hängt weniger am Geld, mehr am Arbeitspensum. „Wir schaffen das zeitlich nicht“, sagte Reichert und verwies auf das laufende Mammutprojekt Rathaussanierung, den Hochwasserschutz und den Rechtsstreit um die Bauplatzvergabe, der Arbeitskraft bindet. Zusätzliche Stellen, die mancher Rat durchaus zu bewilligen bereit wäre, sind für Reichert kein Patentrezept: Selbst dann wäre qualifiziertes Personal gar nicht so einfach zu finden, sagte er.

Nicht hinterlegt, da nicht bezifferbar, ist die bauliche Fitnesskur des katholischen Kindergartens Ummendorf für eine vierte Gruppe. Dies hänge auch von der Kirche ab; aus Sicht der bürgerlichen Gemeinde soll es bald sein, da Plätze für Zweijährige benötigt würden; sie könnte ihren Anteil im Etat 2020 finanzieren.

Haushaltsplan umfasst grob 15 Millionen Euro

Um alle Investitionen zu stemmen, muss Ummendorf ins Sparschwein greifen. Die Gemeinde kann dies, hat sie doch eine „beachtliche“ Rücklage, so Kämmerer Reinhold Besenfelder. Diese sei nötig, da in den nächsten Jahren eher „bescheidene“ Beträge aus dem laufenden Betrieb übrig bleiben. Im Entwurf 2019 steht eine Zuführung von circa 425 000 €. Die Gemeinde erwartet etwas höhere Einnahmen aus der Gewerbe- (1,7 Mio. €) und der Einkommensteuer (3,09 Mio. €). Sie bekommt aber aufgrund hoher Einnahmen 2017 jetzt weniger Zuweisungen vom Land und muss mehr Umlagen abführen. Die Personalausgaben schlagen mit gut 1,6 Mio. € zu Buche. Verabschieden soll der Rat den Etat im April.

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