Planung für Löschanlage in der Galvanik kann beginnen

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 In der Galvanikanlage im Instandsetzungszentrum 12 der Luftwaffe in Ummendorf soll der Brandschutz freiwillig über das vorgesch
In der Galvanikanlage im Instandsetzungszentrum 12 der Luftwaffe in Ummendorf soll der Brandschutz freiwillig über das vorgeschriebene Maß hinaus verbessert werden. (Foto: Bundeswehr)

Die Planer können jetzt an den Details einer modernen Löschanlage in der Galvanik des Ummendorfer Bundeswehrstandorts tüfteln. Der Zeitplan für das Bauvorhaben ist unverändert und wenn es nach Bürgermeister Klaus B. Reichert geht, soll erst danach ein neues Gutachten die Auswirkungen auf den Achtungsabstand neuer Baugebiete klären.

Nachdem der Bundestag das Geld für die Sprinkleranlage bereitgestellt hatte, sei „unverzüglich“ die staatliche Bauverwaltung mit der Ausführungsplanung beauftragt worden, schreibt Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) dem Bundestagsabgeordneten Martin Gerster (SPD). Er hatte sich erkundigt, wie es jetzt weitergehe, denn: „Wir müssen am Drücker bleiben“, sagte er der „Schwäbischen Zeitung“. In ihrer Antwort vom 4. Januar bekräftigt von der Leyen den anvisierten Fertigstellungstermin März 2021 und fügt hinzu: „Die Inbetriebnahme der Anlage erfolgt unmittelbar im Anschluss.“

Für die Gemeinde steht die Frage im Vordergrund, ob dadurch künftig Neubaugebiete wieder näher an die Bundeswehrkaserne heranrücken dürfen – derzeit müssen sie rund 900 Meter Abstand halten. Dazu sei „keine Einschätzung möglich“, so von der Leyen. Dies ist nicht neu, allerdings verwundert ihre Begründung in einem Punkt: Die Festlegung des Achtungsabstands „liegt im Ermessen des Regierungspräsidiums Tübingen“, schreibt sie. Dazu sagt Reichert, das RP habe sich in dieser speziellen Frage ausdrücklich für unzuständig erklärt und sei deswegen bei der Einwohnerversammlung nicht vertreten gewesen. Gerster ergänzt, die Formulierung „im Ermessen“ lege die Vermutung nahe, dass es Auslegungsspielräume gebe.

Wie auch immer, geklärt werden dürfte dies nicht vor 2021. Zwar bietet von der Leyen die Unterstützung der Bundeswehr an, falls die Gemeinde bereits vor Inbetriebnahme der Löschanlage ein neues Gutachten einholen wolle. Aber Reichert erscheint dies nicht sinnvoll. Ohne einer Entscheidung des Gemeinderats vorzugreifen, bleibt Reichert auch nach Bekanntwerden des Briefs am Freitag bei seiner Empfehlung: „Ich halte es für zielführender, zu warten, bis die Löschanlage fertig ist. Dann fußt das Gutachten auf dem, was tatsächlich eingebaut wurde.“ Eine allzu frühe Expertise berge das Risiko, durch die technische Entwicklung und Gesetzesänderungen überholt zu werden. Und momentan gebe es ja Bauplätze an anderer Stelle.

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