Komik und Realsatire

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Die Hauptkerle haben die Gäste beim Neujahrsempfang des HGV Ummendorf in der Gemeindehalle in Fischbach unterhalten.
Die Hauptkerle haben die Gäste beim Neujahrsempfang des HGV Ummendorf in der Gemeindehalle in Fischbach unterhalten. (Foto: Josef Aßfalg)
Josef Aßfalg

Der Handels- und Gewerbeverein (HGV) Ummendorf - Fischbach hatte am vergangen Sonntag zum Neujahrsempfang in die Gemeindehalle Fischbach eingeladen. Mit einer gehörigen Portion schwäbischem Humor wurden die Gäste vom Kabarett-Duo Hauptkerle unterhalten.

Die Hauptkerle Wegges (Jörg Weggenmann) und Wanni (Werner Zell) griffen Szenen aus dem Alltag auf, aus denen sie Gags schufen. Allein die Mimik der Künstler brachte die Zuschauer bereits zum Lachen. Die eigentliche Pointe war dann oftmals die Krönung des Sketches.

„Wenn ein Künstler eine Bühne betritt, muss man nicht klatschen – aber man kann“, sagte Wegges als er auf die Bühne kam. Das Publikum quittierte die Aufforderung mit Beifall. Wegges wollte aber eine Steigerung und betrat die Bühne mehrmals, bis die Besucher ihn mit stehenden Ovationen empfingen. Diese tolle Stimmung blieb dann auch bis zum Schluss des Auftritts der Hauptkerle erhalten. Zwischendurch erfuhren die Gäste hintergründige Weisheiten, beispielsweise, dass alle Zahnärzte Lacoste-Hemden tragen, um Kindern „an der offenen Gosch zeigen zu können, wie man Zähne putzt“. Der ganze Saal konnte mitleiden, als Wanni in allen Einzelheiten von seinem Zahnarztbesuch erzählte. „Wenn’s wehtut, lebt’s.“

Unfreiwillige Komik

HGV-Vorstand Michael Thaluß schlug in seiner Rede einen Bogen von der Politik zum Kabarett. Satiriker und Kabarettisten hätten es heute schwer, denn sie würden von aktuell handelnden Personen in der Welt übertroffen. In Zeiten von Twitter und Facebook gebe es so viel unfreiwillige Komik, „da hat man es schwer, etwas Neues zu erfinden“. „America first – Wenn jeder nur an sich selbst denkt, dann ist wenigstens an alle gedacht“, resümierte Thaluß ironisch. Die sogenannten alternativen Fakten seien früher Lüge genannt worden. „Heute wird die unbequeme Wahrheit als Fake-News bezeichnet.“

Einige Politiker hätten wohl beschlossen, gleich ihr eigenes Kabarett zu machen. „Denkt denn da niemand an die echten Kabarettisten“, die dann arbeitslos würden, fragte Michael Thaluß schmunzelnd. Oder der Rücktritt vom Rücktritt des Bundesinnenministers Horst Seehofer, der die unter schweren Geburtswehen gebildete Regierung im Alleingang fast erledigt habe. „So was denkt sich doch kein Kabarettist aus.“

Der HGV habe sich entschieden, mit den Hauptkerlen das echte Kabarett zu unterstützen, so Michael Thaluß unter dem Beifall der rund 160 Gäste. Und: Die mehr als 7O Mitglieder des HGV seien „Teil unserer sehr gut funktionierenden Gemeinde“, sagte Vorsitzender Thaluß, dies sei die Grundlage „für unsere Existenzen“. Und er fügte hinzu: „Wir danken Ihnen für Ihre Treue beim Einkauf, für Aufträge von Reparaturen, Neuanschaffungen oder Investitionen.“

Das Holzbläserquartett vom Musikverein Ummendorf mit Christina und Claudia Schmid an der Klarinette und Maike und Maren Schmid am Fagott gab dem Neujahrsempfang einen festlichen Anstrich.

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