Großer Andrang auf gewerbliches Filetstück

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Wo jetzt noch eine Wiese ist, sollen Betriebe angesiedelt werden.
Wo jetzt noch eine Wiese ist, sollen Betriebe angesiedelt werden. (Foto: dreher)

Für das auf absehbare Zeit letzte größere Gewerbeareal in Ummendorf liegt jetzt schon „eine erhebliche Zahl von Anfragen“ ansiedlungswilliger Betriebe vor, obwohl die Gemeinde bisher keinerlei Vermarktungsaktivitäten entfaltet hat. Das sagte Bürgermeister Klaus B. Reichert, als der Gemeinderat jetzt den Bebauungsplan für dieses Filetstück im Schnittpunkt der Bundesstraßen 30 und 312 beschloss.

Dieser betrifft jenen Teilbereich von Espach IV, auf dem früher ein Kunden- und Schulungszentrum des Kranherstellers Liebherr vorgesehen war. Nachdem dieses Vorhaben einvernehmlich zu den Akten gelegt worden war, wurden die Pläne überarbeitet: Statt eines großen können auf dem circa 6,2 Hektar großen Gelände zwischen Jordan-Ei und bestehendem Gewerbegebiet nun mehrere Betriebe angesiedelt werden. Der Verlauf der T-förmigen Erschließungsstraße mit einem Wendehammer an beiden Enden des Querbalkens wurde noch minimal verändert. Im Bebauungsplan sind zehn Gewerbegrundstücke zwischen 2260 und 11 095 Quadratmetern eingezeichnet, was jedoch als Platzhalter zu verstehen ist: Zuschnitt und Zahl der Parzellen können an die Wünsche von Unternehmen angepasst werden.

Vergabe erfolgt ohne Hektik

Die Auswahl der Betriebe solle der Gemeinderat „in aller Ruhe“ treffen, sagte Reichert auf die Frage nach dem weiteren Vorgehen. Die Räte entscheiden somit auch, ob die Grundstücke auf einen Schlag oder in Etappen vergeben werden. Klar ist, dass die Flächen begehrt und „jetzt schon überzeichnet“ sind, sagte Reichert. Für ihn überraschend hätten gleich mehrere Firmen aus der Gemeinde großes Interesse signalisiert, sowohl an kleineren wie an einem größeren Grundstück. Im Rathaus liegen auch Anfragen von Firmen aus einem Umkreis von circa 50 Kilometern vor.

Derzeit lässt die Gemeinde laut Reichert prüfen, welche rechtlichen Modalitäten bei der Vergabe zu beachten sind; die Gemeinde will auf Nummer sicher gehen, hat sie doch gerade einen Rechtsstreit um die Vergabe privater Baugrundstücke am Hals. Für die Gemeinde besonders interessant, deutete Reichert an, sind die Zahl der Arbeitsplätze, die Aussicht auf Gewerbesteuereinnahmen sowie Branchen, die bisher im Ort nicht vertreten sind; der Platzbedarf bestehender Firmen floss in der Vergangenheit ebenfalls in die Überlegungen ein.

Bis der Rat über der Liste mit allen Interessenten brütet, ist noch etwas Zeit. Zunächst müssen die Ingenieure die Erschließung im Detail planen; und da Ummendorf bei Ausschreibungen in der Regel auf längere Ausführungsfristen setzt, rücken die Bauarbeiter möglicherweise nicht mehr dieses Jahr an.

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