E-Tankstelle kommt in die Ummendorfer Ortsmitte

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 So ähnlich könnte die Elektro-Ladestation (hier ein Beispiel aus Hamburg) aussehen.
So ähnlich könnte die Elektro-Ladestation (hier ein Beispiel aus Hamburg) aussehen. (Foto: Daniel Bockwoldt)

In der Ummendorfer Ortsmitte wird eine Stromtankstelle für Elektrofahrzeuge eingerichtet. Welche beiden Parkplätze genau mit den zwei Ladepunkten ausgestattet werden, ist offen; es hängt auch vom Netzanschluss ab. Klar ist aber, dass die E-Tankstelle in die Ortsmitte soll und nicht an die Hermann-Dörflinger-Halle.

Die Halle sei zwar abends während des Sportbetriebs frequentiert und böte Parkplätze, sagte Florian Katein, Kommunalberater der EnBW. Aber über den ganzen Tag betrachtet sei die Ortsmitte besser besucht und die Wahrscheinlichkeit höher, dass Fahrer von E-Autos und E-Rädern tanken, während sie einkaufen oder einkehren. Zudem seien Ladesäulen hier eher vor Vandalismus geschützt. Der Rat Rudolf Walter ergänzte, die Ortsmitte sei auch für auswärtige Besucher besser.

Die Räte hießen den Standort und das Vorhaben als solches einmütig gut. Wobei Thomas Dörflinger eher die Bachstraße als etwa die Biberacher Straße favorisiert, zumindest unter den gegebenen Umständen: Denn die EnBW rechnet das Stromtanken an bundesweit 25 000 Ladepunkten seit März nach der Strommenge ab statt wie früher nach der Standzeit. Daher befürchtet nicht allein Dörflinger, dass Parkplätze mit Ladesäulen „den ganzen Tag blockiert sind“. Die EnBW sieht den Stromverbrauch als transparentere Abrechnungseinheit und wirbt um Vertrauen in ein Umdenken: dass Nutzer von E-Fahrzeugen nicht warten, bis der Akku voll ist, sondern laden, weiterfahren und am nächsten Parkplatz wieder laden.

Die Ladepunkte mit 22 Kilowatt Leistung sind für Autos und Räder geeignet. Auf die Gemeinde kommen Investitionskosten von knapp 24 000 Euro zu, sie bekommt einen Bundeszuschuss von gut 9500 Euro. Für Betrieb und Wartung werden monatlich 69 Euro fällig. Was es letztlich kostet oder ob gar etwas in der Kasse hängen bleibt, hängt von der Nutzung ab. Die Räte waren sich indes einig, dass die European-Energy-Award-Gemeinde mit Infrastruktur in Vorleistung gehen soll, damit die Elektromobilität Fuß fassen kann. Auch wenn diese „nicht ganz unumstritten“ sei, so Bürgermeister Klaus B. Reichert, sei dies der von Politik und Autoindustrie verfolgte Weg.

Auf eine Frage von Johannes Lutz sagten die EnBW-Vertreter, selbst bei einem massiven Ausbau der E-Mobilität sei die Strommenge kein Problem; die Herausforderung liege vielmehr im Lastmanagement für die Netzbetreiber, wenn sehr viele gleichzeitig laden. Sie gaben Ulf Politz recht, dass E-Mobilität fürs Klima nur gut sei, wenn Strom aus erneuerbaren Quellen getankt wird; auf diese Grundsatzfrage der Energiepolitik habe die EnBW begrenzten Einfluss, sei aber in diesem Sektor sehr aktiv.

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