Bundeswehr gewährt Einblicke in die Galvanikanlage

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 Bei Führungen besichtigten interessierte Bürger die galvanische Anlage der Bundeswehr in Ummendorf.
Bei Führungen besichtigten interessierte Bürger die galvanische Anlage der Bundeswehr in Ummendorf. (Foto: Windisch/Bundeswehr)

Die bisherigen Führungen wurden im laufenden Betrieb angeboten, um die Realität zu zeigen. Da in der Einwohnerversammlung der Wunsch nach Besichtigungsmöglichkeiten am Abend und am Wochenende geäußert wurde, hat die Bundeswehr weitere Termine für die werktätige Bevölkerung anberaumt (diese liegen damit aber auch außerhalb der Betriebszeiten der Anlage):

Mittwoch, 17. Oktober, 17.30 Uhr

Mittwoch, 24. Oktober, 17.30 Uhr

Samstag, 27. Oktober, 14 Uhr

Mittwoch, 21. November, 17.30 Uhr

Pro Termin können maximal 20 Personen teilnehmen. In Zimmer 2 des Rathauses, Bachstraße 16 in Ummendorf, können sich Interessenten in Listen eintragen. Besucher der Kaserne müssen einen Ausweis mitbringen. Falls weiterer Bedarf besteht, ermöglicht die Bundeswehr weitere Führungen.

Ergänzend zu den Informationen in der Einwohnerversammlung hat die Bundeswehr Führungen durch die Galvanikanlage auf dem Ummendorfer Kasernengelände angeboten. Interessierte Bürger verschafften sich bei laufendem Betrieb einen Eindruck von den Arbeitsprozessen und den umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen. Diese fangen bei der getrennten Lagerung von Chemikalien, die nicht reagieren sollten, an. Und sie hören bei Sensoren zum Warnen vor überlaufenden Flüssigkeiten noch längst nicht auf.

Noch bei mehreren weiteren Führungen werden Führungskräfte des Bereichs Oberflächenbehandlung und für die Anlagensicherheit zuständige Offiziere die Fragen von Besuchern beantworten und auf Wunsch tief ins technische Detail gehen. Bei einem Rundgang am Dienstag betonten sie nochmals, dass die Bundeswehr sämtliche Regeln für vergleichbare zivile Betriebe erfüllt, auch wenn sie das nicht in jedem Fall müsste. Die Anlage werde obendrein von zivilen Behörden, häufig mithilfe externer Firmen, überwacht.

Investition in Löschanlage

Das Militär will die Normen sogar übererfüllen und plant, vier Millionen Euro in eine Löschanlage zu investieren. Eine Filmsequenz veranschaulichte die Wirkungsweise dieses Sprinklers, der nicht vorgeschrieben ist. Aus einem Tropfen werden 8000 feine Tröpfchen; dieser Wassernebel löscht den Angaben zufolge sehr effektiv und mit weniger Wasser (Löschwasser muss entsorgt werden und richtet oft Schäden an). Der Sprinkler soll bis März 2021 kommen; was das für den 900-Meter-Achtungsabstand für Neubaubaugebiete heißt, ist schon allein deshalb offen, weil niemand weiß, welche Vorschriften bis dahin gelten.

Die Galvanik ist nur ein Teil dessen, was das Instandsetzungszentrum 12 der Luftwaffe in Ummendorf macht: 28 von 198 nicht immer komplett besetzten Dienstposten gehören zu diesem Bereich. Eigentlich also der Oberflächenbehandlung, denn zunächst werden die Komponenten in ein lösemittelhaltiges Bad getaucht und vom Lack befreit. Das können von Schrauben bis zu Tornado-Bremsen alle möglichen Teile bis etwa 1,20 Meter Länge sein. Gerade das zweite Beispiel dürfte klar machen, warum die anschließende Materialprüfung so wichtig ist: Mit verschiedenen Verfahren wird jeder Riss aufgespürt. Erst wenn dieser Test bestanden ist, geht’s je nach Material und gewähltem Galvanisierungsverfahren auf eine von sechs „Produktionsstraßen“: Nacheinander werden die Komponenten in bis zu 24 Bäder getaucht zum Entfetten, Spülen und Beschichten mit dünnen Metallüberzügen.

Für die Luftfahrt sei der höchste Korrosionsschutz mit ganz bestimmten Materialien vorgeschrieben, wurde erneut betont, deshalb kämen angeblich weniger umweltbelastende Alternativverfahren nicht im Entferntesten in Betracht. In den Bädern kommen verschiedene Chemikalien (zum Beispiel Salzsäure) zum Einsatz. Wie berichtet, sind für die Abstandsempfehlung aber weniger etwaige Chemieunfälle entscheidend als die Gefahr von Feuer, etwa ausgelöst durch Kurzschlüsse in der Stromzufuhr der elektrolytischen Bäder. Explosionsgefahr besteht in der Anlage keine.

Die Führungen dauerten zwei bis zweieinhalb Stunden und gingen auf viele weitere Aspekte vom Absaugen der Dämpfe über den galvanischen Bädern bis zur Reinigung des Abwassers ein.

Die bisherigen Führungen wurden im laufenden Betrieb angeboten, um die Realität zu zeigen. Da in der Einwohnerversammlung der Wunsch nach Besichtigungsmöglichkeiten am Abend und am Wochenende geäußert wurde, hat die Bundeswehr weitere Termine für die werktätige Bevölkerung anberaumt (diese liegen damit aber auch außerhalb der Betriebszeiten der Anlage):

Mittwoch, 17. Oktober, 17.30 Uhr

Mittwoch, 24. Oktober, 17.30 Uhr

Samstag, 27. Oktober, 14 Uhr

Mittwoch, 21. November, 17.30 Uhr

Pro Termin können maximal 20 Personen teilnehmen. In Zimmer 2 des Rathauses, Bachstraße 16 in Ummendorf, können sich Interessenten in Listen eintragen. Besucher der Kaserne müssen einen Ausweis mitbringen. Falls weiterer Bedarf besteht, ermöglicht die Bundeswehr weitere Führungen.

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