Angeles aus ganz Europa treffen sich in Fischbach

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Angeles aus ganz Europa trafen sich in Fischbach, darunter auch die Sigmaringer Landrätin, Stefanie Bürkle, geborene Angele, mit
Angeles aus ganz Europa trafen sich in Fischbach, darunter auch die Sigmaringer Landrätin, Stefanie Bürkle, geborene Angele, mit Gernot Angele aus Kleinwallstadt am Main. (Foto: Monika Roth)
Schwäbische Zeitung

Rund 200 Menschen mit dem Familiennamen Angele haben sich zum 70. Angele-Tag in der Fischbacher Festhalle getroffen. 1949 waren die Angeles zum ersten Mal im Bräuhaus in Ummendorf zusammengekommen und pflegen seither die jährlichen Treffen.

Das eingespielte Team des Angele-Rates hatte die Festhalle mit Blumen festlich dekoriert und Informationstafeln zum Leben und der Tradition der Angele-Sippe ausgehängt. Speziell zum Sippentag hatte Albert Angele aus Rot eine 14-köpfige Angele-Blasmusikkapelle zusammengetrommelt. Deren als einmalig gedachter Auftritt war so erfolgreich, dass der Wunsch nach Wiederholungen bei weiteren Angele-Tagen aufkam.

Familienfest statt Facebook

Mit der Angele-Blasmusikkapelle konnte Landtagsabgeordneter und stellvertretender Bürgermeister Thomas Dörflinger einen lang gehegten Traum erfüllen und erstmals den Biberacher Kreismarsch dirigieren. In seinem Grußwort betonte Dörflinger, dass Ummendorf auch zum 80. und 100. Angele-Tag als Gastgeber bereitstehe. Solche Familientreffen seien gerade in heutigen Zeiten wertvoll, wo man leicht hundert Facebook-Freundschaften zusammenklicken kann, jedoch oft ohne persönlichen Bezug. Angesichts der Angeli-Besucher aus Ungarn verwies Dörflinger auf die wichtige Rolle, die Ungarn 1989 spielte, als dort die ersten Öffnungen in den Eisernen Vorhang geschnitten wurden.

1989 entdeckten die donauschwäbischen Angeli im südungarischen Császártöltés, dass es in Oberschwaben Angele gibt, und deren ähnlicher Dialekt eine gemeinsame Herkunft vermuten ließ. Die zum Angele-Tag angereiste Delegation lud nun auf nächstes Jahr zum 30-jährigen Jubiläumstreffen nach Ungarn ein. Die Sigmaringer Landrätin Stefanie Bürkle betonte in ihrem Grußwort ihre Verbundenheit mit der Angele-Sippe, auch wenn sie ihren Geburtsnamen Angele nicht mehr trage. Die Angele würden Heimatverbundenheit mit Weltoffenheit verbinden. Die Gründerväter der Angele-Sippe hätten nach dem Krieg die Angele-Sippe auch gegründet, um die Nationalismen zu überwinden, die in den Krieg geführt hätten. Die Angeles seien über viele Länder verstreut, was sich an den anwesenden Gästen etwa aus Ungarn, der Schweiz und den USA zeige. Und doch hätten sich die Angeles immer dort für das Gemeinwesen engagiert, wo sie gerade lebten. So seien sie Ratsschreiber, Gemeinderäte, Bürgermeister oder Landrätin geworden.

Ahnenstamm zeigt Geschichte

Jedes Jahr wird bei den Angele-Tagen ein Ahnenstamm besonders thematisiert, dieses Jahr ist es mit dem Stamm „Saderlach“ zum ersten Mal ein Donauschwäbischer Stamm. In diesem ab 1737 besiedelten Dorf im Banat, im heutigen Rumänien, war Angele der zweithäufigste Familienname, bis in den 1980er-Jahren die meisten Deutschen wegen der politischen Situation nach Deutschland auswanderten. Viele Saderlacher waren jetzt am Angele-Tag anwesend und konnten an einem acht Meter breiten Stammbaum ihre Familiengeschichte nachverfolgen und auch Ergänzungen anbringen.

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