Tannheims Pfarrer Günter Hütter feiert Goldenes Priesterjubiläum

Lesedauer: 4 Min

Erwin Teufel (links) und der Tannheimer Pfarrer Günter Hütter kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Spaichingen. Teufel war
Erwin Teufel (links) und der Tannheimer Pfarrer Günter Hütter kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Spaichingen. Teufel war dort Bürgermeister, Hütter ein junger Vikar. (Foto: Olaf Schulze)
Markus Brändle

„Die Verantwortung der Laien, die zu ihrer Kirche halten, steigt“: Dies war eine der Kernaussagen von Erwin Teufel in seiner Ansprache beim Festgottesdienst zum Goldenen Priesterjubiläum des Tannheimer Pfarrers Günter Hütter (76). Folgerichtig lautete der Appell des früheren baden-württembergischen Ministerpräsidenten: „Wir brauchen Menschen, die ihren Pfarrer unterstützen für eine lebendige Gemeinde und eine lebendige Kirche.“ Für seine Ausführungen erntete er spontanen Applaus aus der voll besetzten, geschmückten Martinskirche.

Hütter folgt seiner Berufung

Viel Beifall erhielt auch der Tritonuschor unter der Leitung von Akademiedozent Klaus Brecht, der die Krönungsmesse von Wolfgang Amadeus Mozart eindrucksvoll zum Besten gab. Unter den Mitwirkenden war auch Klaus Weigele, Direktor der Landesmusikakademie in Ochsenhausen. Nicht weniger als acht Konzelebranten, darunter ehemalige und aktuelle Weggefährten, feierten mit dem Priesterjubilar die heilige Messe. Teufel würdigte die 50 Jahre priesterlichen Dienstes von Hütter: Gott und den Nächsten gleichermaßen zu lieben, dafür habe Hütter ein lebenslanges Beispiel gegeben. Noch nicht volljährig, wurde Hütter nach dem Tod seiner Eltern zum Vollwaisen. Dennoch folgte er seiner Berufung und holte, weil er sein Abitur an einem naturwissenschaftlichen Gymnasium gemacht hatte, in einem Jahr Latein, Griechisch und Hebräisch nach.

In Tübingen studierte er unter den Professoren Joseph Ratzinger und Hans Küng katholische Theologie, zwei Semester in München auch unter Karl Rahner. Teufel und Hütter kennen und schätzen sich aus ihrer Zeit in Spaichingen, als der eine dort junger Bürgermeister und der andere junger Vikar war. Beide haben sie die Zeit des Aufbruchs nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erlebt. Teufel bedauerte, dass Beschlüsse dieses Konzils „zum Teil auf die lange Bank geschoben wurden“.

Die längste Zeit von Hütters Wirken entfiel auf Tannheim: 35 seiner 50 Priesterjahre verbrachte er hier. Was Teufel zu der Bemerkung veranlasste: „Er liebt diese Gemeinde, er liebt diese Landschaft.“ Der Priesterjubilar selber (“Ich durfte Gottes Werkzeug sein“) zeigte sich beeindruckt: „Mein Herz ist ganz voll von diesem Gottesdienst.“ Bei einem Stehempfang am Vorabend hatte Paul Ziesel vom Kirchengemeinderat Günter Hütter bescheinigt, „viele Dinge auf den Weg und zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht“ zu haben, etwa den Bau des neuen Gemeindehauses. Er habe Familiengottesdienste eingeführt, die „Kinderkirche“ ins Leben gerufen und die heutige pastorale Situation zeitig vorhergesehen.

Der katholische Frauenbund Tannheim gratulierte ebenso wie Bürgermeister Thomas Wonhas, der Hütter einen „68-er“ nannte, weil dieser für eine voranschreitende Kirche plädiere, die nicht in ihren Mauern stecken bleiben dürfe. Wonhas dankte ihm auch für die Zusammenarbeit im Bereich Kindergarten. Die Musikkapelle Tannheim unter Dirigent Kurt Graf sorgte am Festvorabend für den heiter-beschwingten Rahmen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen