Der Workshop findet am Freitag im Rathaus statt.
Der Workshop findet am Freitag im Rathaus statt. (Foto: Gemeindeverwaltung Steinhausen)
Schwäbische Zeitung

Wie sieht ein lebenswertes Steinhausen aus? Die Bürger der 2000-Einwohner-Gemeinde sind aufgerufen, sich diesen Freitag erneut bei einem Workshop mit dieser Frage auseinanderzusetzen, und so das Gemeindeentwicklungskonzept weiterzuentwickeln.

Die Anforderungen, die Bürger heutzutage an eine Kommune haben, haben sich geändert. „Heute ist es den Menschen wichtig, dass es eine gute Internetverbindung gibt, manche benötigen eine Ganztagskinderbetreuung, andere wünschen sich seniorengerechtes Wohnen“, zählt Bürgermeister Leonhard Heine auf. Der Gemeinderat Steinhausen an der Rottum hat daher vor etwas mehr als einem Jahr der Firma STEG Stadtentwicklung den Auftrag erteilt, ein Gemeindeentwicklungskonzept „Steinhausen 2035“ zu entwickeln.

Prozess läuft seit einem Jahr

Der Prozess ist im Frühjahr 2018 angelaufen. Zuerst erstelle die STEG eine Bestandsanalyse. Am 18. Mai 2018 setzte sich der Gemeinderat in einer Klausursitzung intensiv mit dem Thema auseinander. In einen Spaziergang durch Steinhausen diskutierten die Gemeinderäte verschiedene Handlungsfelder vor Ort, die städtebaulichen Gegebenheiten wurden besichtigt und einer ersten Einschätzung unterzogen.

In einer weiteren Klausurtagung des Gemeinderats am 21. September 2018 legten die Lokalpolitiker dann die wichtigsten Handlungsfelder fest: Wohnen, Gemeinwesen, Dienstleistung/Handel, Arbeiten, Ortsbild, Verkehr/Mobilität, Freizeit/Kultur, Natur/Landschaft, Technische Infrastruktur/Klima/Energie Ziele formuliert und hinterlegten diese mit einzelnen Maßnahmen.

Von Anfang an war jedoch klar, dass bei diesem Prozess die Bürger mit beteiligt werden sollen. „Von ihrer zahlreichen Beteiligung hängen die Qualität des Konzeptes und die spätere Umsetzung der Maßnahmen ab“, erklärt Heine.

Erste Bürgerversammlung

Deswegen gab es Ende März eine erste Bürgerversammlung, bei der die Steinhauser zu verschiedenen Handlungsfeldern und Themenbereichen befragt wurden. Im Anschluss diskutierten fast 100 Bürger an vier Tischen über ihre Gemeinde und nahmen jeden Ortsteil genau unter die Lupe. „Diese Stärken-Schwächen Analyse ist wichtige Grundlage für die zukünftige Arbeit zur Erstellung des Entwicklungskonzepts“, ist sich Heine sicher. „Die Bürger kennen ihren Ort am besten und sind die Experten vor Ort.“ Zusätzlich konnten Fragebogen mit nach Hause genommen werden oder im Rathaus weitere Fragebögen abgeholt werden. Die STEG hat diese Fragebögen nun ausgewertet. Das Ergebnis soll in den Prozess mit einfließen.

Die Einschätzung der Bürger Steinhausens zu den verschiedenen Handlungsfeldern und Themenbereichen habe einige wichtige Hinweise gegeben, so Heine. Die drei großen Felder: Defizite in der Nahversorgung, seniorengerechtes Wohnen und die Gestaltung des Ortskerns. „Momentan gibt es noch einen kleinen Lebensmittelladen in Steinhausen und Bellamont und dort auch noch einen Metzger, aber keinen Bäcker“, zählt Bürgermeister Heine auf. Für Senioren gebe es über die Vereine manche Angebote, seitens der Gemeinde aber nichts. Angebote für seniorengerechtes Wohnen hingegen suche man in Steinhausen bisher vergeblich. „Unser Problem ist, dass in Steinhausen knapp 2000 Menschen auf einer sehr großen Fläche verteilt leben“, erläutert er. Trotzdem eine Infrastruktur aufzubauen, die den heutigen Anforderungen gerecht werde, sei eine große Herausforderung. Die Bürgergespräche hätten zudem gezeigt, dass es vielen Bürgern wichtig sei, den Ortskern zu stärken. „Anstatt neue Baugebiete auf die grüne Wiese zu setzen, wollen wir darauf fokussieren, leer stehende früher landwirtschaftlich genutzte Gebäude abzureißen und innerorts zu verdichten.“

Was jetzt ansteht

In einem weiteren Schritt sollen nun die genannten Schwerpunktthemen diskutiert und konkretisiert werden, um einem Ziel- und Maßnahmenkatalog zu erstellen. Hierbei sollen vor allem lebensnahe Lösungen gefunden werden.

Von der zahlreichen Beteiligung hängen die Qualität des Konzeptes und die spätere Umsetzung der Maßnahmen ab, wirbt die Verwaltung. Deshalb sind die interessierten Bürger zu einem weiteren Workshop am 12. Juli, um 14 Uhr ins Rathaus eingeladen. Vorab angeschrieben wurden alle Bürger, die bereits am ersten Workshop teilgenommen haben. In einer der nächsten Sitzungen wird sich dann auch der neue Gemeinderat mit dem Thema beschäftigen.

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