Günter Lehmann (links) und Hans-Peter Reck möchten in Steinhausen Bürgermeister werden.
Günter Lehmann (links) und Hans-Peter Reck möchten in Steinhausen Bürgermeister werden. (Foto: Gerhard Rundel)
Gerhard Rundel

Überaus stark ist das Interesse an der Bürgermeisterwahl in Steinhausen an der Rottum, wo ein Wechsel im Amt des Bürgermeisters ansteht. Die Mehrzweckhalle in Bellamont war am Freitagabend mit etwa 250 Bürgern fast voll besetzt. Alle wollten hören und sehen, welcher der beiden Kandidaten die packendste Vision für die Zukunft der etwa 2100 Einwohner zählenden Landgemeinde besitzt. Der Wahlausschussvorsitzende Bürgermeister Leonhard Heine warb um eine hohe Wahlbeteiligung. Eine gute Wahlbeteiligung sei eine gute Startvoraussetzung für den neuen Bürgermeister.

„Sie wollen sich informieren, bevor sie zur Wahl gehen“, sagte Leonhard Heine bei der Begrüßung. „Das zeigt, dass ihnen die Entwicklung unserer Gemeinde nicht egal ist.“ Danach gab er einen Abriss zur Wahl und die Regeln für den Abend preis. 15 Minuten Redezeit und 15 Minuten zur Beantwortung von Fragen für jeden Kandidaten. Nach der Auslosung der Reihenfolge durfte Hans-Peter Reck als erster ans Mikrofon. Günter Lehman musste sich ins Sportheim zurückziehen.

Gute Perspektiven

In seinem Vortrag ging der 37-jährige, ledige, promovierte Mathematiker aus Aulendorf als erstes auf die Eckpunkte seiner Person ein. Dabei standen viele Jahre als Ministrant, Studium, 18 Jahre Kirchengemeinderat, 14 Jahre Gemeinderat, 14 Jahre Vereinskassierer und bis Ende September wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität. Er bewerbe sich hier, weil er neben der Leidenschaft für die Mathematik auch eine Leidenschaft für die Kommunalpolitik entwickelt habe. Für die Bewerbung in Steinhausen haben die Größe der Gemeinde und die Region gesprochen. Er habe festgestellt, Steinhausen sei in vielen Bereichen gut aufgestellt. Er erkenne hier gute Potenziale und Perspektiven für eine erfolgreiche Zukunft. Diese möchte er gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestalten. Es wurde hier schon viel in die Infrastruktur investiert und richtige Weichen seien gestellt. „Mittelfristig muss jeder Haushalt mit einem Glasfaseranschluss versehen werden“, sagte Reck. Weitere Themen, zu denen Reck Stellung bezog, waren Baugebiete, Revitalisierung der Ortskerne, Kindergärten, Sanierungsgebiete, seniorengerechtes Wohnen, Ansiedlung von Gewerbe, Vereine sowie Verkehr und Umwelt. Er sei kein ausgebildeter Verwaltungsfachmann, aber mit seinen vertieften Kenntnissen und Erfahrungen in der Kommunalpolitik und Qualifikationen im Studium meine er es schaffen zu können. „Ich glaube, Steinhausen und Hans-Peter Reck passen gut zusammen“, schloss der Kandidat seinen Vortrag. Elf Fragen aus dem Publikum betrafen vor allem seine Person. Reck vesicherte auch, dass er im Falle einer Wahl in die Gemeinde ziehen wolle.

In seinem Vortrag nannte der 54 Jahre alte, in Steinhausen wohnhafte Günter Lehmann ebenfalls Daten zu seiner Person. Lehmann ist verheiratet und Vater von drei Kindern. Nach der Schulzeit in Ochsenhausen machte er eine Ausbildung zum Energieanlagenelektroniker bei der EVS. 1992 legte er die Meisterprüfung ab und wurde 1999 Vertriebsmanager bei der EnBW mit deutschlandweiten Aufgaben. Daneben war er aktiver Betriebsrat und habe dabei viel über Konflikt-, Personal- und Sozialthemen sowie Organisationsänderungen erfahren. Seit 2017 hat Lehman bei den Technischen Werken Schussental im Vertrieb „Sonderkunden“ eine neue Herausforderung gefunden. Er habe viel mit Vorständen, Geschäftsführern, Bauämtern und Bürgermeistern zu tun und sei daher bestens vernetzt. Darüber hinaus ist er seit 1999 Gemeinderat in Steinhausen und derzeitig erster Stellvertreter des Bürgermeisters. Auch in Vereinsgremien hat er öfters Verantwortung übernommen. „Ich kenne nicht nur das Gemeinwesen und die Einwohner hier sehr gut, sondern auch alle ausgeführten und aktuellen Projekte in der Gemeinde - aus dem ff“. Ebenso habe er gute Kontakte zu den Mitarbeitern der Verwaltung und dem Personal der gemeindlichen Einrichtungen. „Mit meinen beruflichen, sozialen und kommunalpolitischen Kompetenzen und Erfahrungen sehe ich mich sehr gut gerüstet, das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters hervorragend auszuführen“, sagte der Bürgermeisterkandidat. Es sei mutig, als Eigengewächs hier zu kandidieren. Die Gemeinde voranzubringen wäre aber eine Herzensangelegenheit für ihn. Mit Ideen und Vorschlägen griff er auch die Themen Wohnungen für Senioren, Baugebiete, Kindergärten, Radwege, Nahversorgung, Nachbarschaftshilfe, Klima, Energie, Umwelt, Mobil- und Internetversorgung, Vereine und Friedhof auf. Als Bürgermeister wären für ihn Bürgernähe, Vertrauen und Respekt, sowie Mut zu angemessenen und sinnvollen Veränderungen und kreative Lösungen mit Herz und Verstand wichtig. An Lehmann wurden zehn Fragen gerichtet, die sich mehrheitlich um Wege, Radwege und Straßenbeleuchtung drehten.

Auch die Kandidatenvorstellungen am Montag in der Mehrzweckhalle Steinhausen und am Mittwoch in der Gemeindehalle Rottum seien sehr gut besucht gewesen, berichtete Bürgermeister Heine. Er wünschte sich beim Schlusswort, dass der Wahlkampf bis zum Wahltag am 27. Oktober weiterhin so fair bleiben möge.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen