Mitarbeiter der Biberacher Umzugsfirma Veeser transportieren Mobiliar in den neuen Schulbau.
Mitarbeiter der Biberacher Umzugsfirma Veeser transportieren Mobiliar in den neuen Schulbau. (Foto: Bernd Baur)
Bernd Baur

Zwei Schuljahre im provisorischen Schulgebäude in Biberach sind vorbei, der Umzug in den Neubau in den Sommerferien abgeschlossen, die letzten Handwerkerarbeiten im neuen Schulgebäude laufen: Die Vinzenz-von-Paul-Schule aus Schönebürg, ein sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung, startet im September an ihrem angestammten Standort auf dem Schönebürger Kreuzberg in neuen Räumen. Die Vorfreude auf die dann optimalen Bedingungen und Möglichkeiten ist groß.

Zwei Jahre, seit die Bauarbeiten auf dem Kreuzberg im Gange sind, hat die Vinzenz-von-Paul-Schule im Übergangsquartier in der Bleicherstrasse 52 in Biberach ihre Zelte aufgeschlagen. Dort fand der Unterricht für die etwa 80 Kinder in mobilen Wohnraummodulen statt.

Wir waren in dieser Zeit eine richtige Gemeinschaft, haben es zusammen mit den Kindern gut bewältigt. Schulleiter Hegenauer

„Diese zwei Jahre in den Containern sind nun vorbei. Wir waren in dieser Zeit eine richtige Gemeinschaft, haben es zusammen mit den Kindern gut bewältigt“, sagt Schulleiter Artur Hegenauer. Und er ergänzt: „Dies lässt einem stolz zurückblicken, trotz aller Einschränkungen, die es dort für uns gab.“

Für die Toleranz und Unterstützung der Vinzenz-von-Paul-Schule durch die Nachbarn und Anwohner in der Bleicherstraße ist Artur Hegenauer dankbar, „auch mit der Stadt Biberach und dem Landkreis haben wir in dieser Zeit gut kooperiert“.

Altes Gebäude abgerissen

Doch jetzt richten sich die Blicke voller Freude nach vorne. Denn auf dem Kreuzberg in Schönebürg, dort, wo die Vinzenz-von-Paul-Schule zu Hause ist, entstand nach dem Abriss des alten Schulhauses in den vergangenen knapp zwei Jahren ein neues Schulgebäude.

Ein bestehendes Gebäude zur Unterbringung von Fachräumen wurde grundlegend saniert. Letzte Arbeiten auf dem Außengelände laufen derzeit noch. Sanitär- und Elektrikerarbeiten sind größtenteils abgeschlossen, Brandschutztüren und Glasinnenwände werden gerade montiert.

Kurz vor dem Ferienende werden die digitalen Tafeln installiert und teilweise neues Mobiliar geliefert. Einige Möbel, die vor zwei Jahren vom Kreuzberg in die Container nach Biberach gefahren wurden, sind bereits im Neubau deponiert. Sechs Lkw einer Umzugsfirma brachten das Interieur von Biberach nach Schönebürg.

„Wir haben aber auch viel entsorgen müssen“, erklärt Artur Hegenauer. Wenn zum Schulstart dann alles eingerichtet ist, haben Kinder und Lehrer optimale Arbeitsbedingungen und Möglichkeiten, weiß Artur Hegenauer.

Insbesondere auch das neu gestaltete Außengelände sei für den Ganztagesschulbetrieb der Vinzenz-von-Paul-Schule ganz wichtig. „Dieser Neubau ist ein starkes Zeichen, die Kinder brauchen einen angemessenen Platz“, wertete der Schulleiter das ganze Projekt als eine wichtige und gelungene Maßnahme.

120 Schüler in den Klassen eins bis neun

Die Vinzenz-von-Paul-Schule hatte im letzten Schuljahr etwa 120 Schüler in den Klassen eins bis neun. 40 von ihnen wurden im Rahmen der Inklusion an allgemeinen Schulen im Landkreis Biberach unterrichtet.

Die anderen 80 wurden in elf Lerngruppen in Biberach beschult. Schulleiter Artur Hegenauer geht davon aus, dass zum Schulstart 82 bis 85 Kinder in den Neubau auf den Schönebürger Kreuzberg kommen. Ausgelegt ist der Neubau allerdings nur für 65 Schüler.

Dies wird für die Schule und die pädagogische Arbeit eine Herausforderung. Entsprechende Weichenstellungen mussten im Vorfeld deshalb getätigt werden. Zum einen sind bestimmte Räume von einer Umnutzung betroffen.

Klassenteiler wird verändert

So werden ein vorgesehener Computerraum und ein ausgewiesener Mehrzweckraum nun als Klassenzimmer benötigt. Zum anderen wird außerdem der Klassenteiler verändert.

Statt wie bisher acht Schüler werden im neuen Schuljahr neun oder zehn Kinder pro Lerngruppe unterrichtet. „Mit dieser Klassengröße arbeiten wir am Limit“, deutet Artur Hegenauer an.

Nach aktuellem Stand wird das jetzt umgesetzte Schulprojekt auf dem Kreuzberg zirka sieben Millionen Euro kosten. Veranschlagt waren 6,5 Millionen Euro. Den Neubau des Schulgebäudes mit den Klassenzimmern, der Mensa und den Verwaltungsräumen finanziert der Landkreis.

Die Kostenübernahme ist gedeckelt auf 4,9 Millionen Euro. Die Sanierung der alten Schulgebäude auf der südlichen Seite, in denen die Fachräume untergebracht werden, übernimmt der Schulträger, die Stiftung Elisabethenpflege.

Kalkuliert sind für diese Sanierung etwa 1,6 Millionen Euro. Durch die Aufnahme eines Darlehens in Höhe von einer halben Million Euro soll die Differenz zwischen den veranschlagten und jetzt entstandenen Kosten gedeckt werden. Mithilfe einer Belegung der Schule in den kommenden Jahren soll dieser Betrag refinanziert werden.

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