Millionen investiert: Diese Gemeinde kommt im digitalen Zeitalter an

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 Ganz Happy ist Maik Binder aus Weihungszell (unser Bild) über die gute Breitbandversorgung mit verbesserter Internetanbindung u
Ganz Happy ist Maik Binder aus Weihungszell (unser Bild) über die gute Breitbandversorgung mit verbesserter Internetanbindung und das „schnelle Internet“. (Foto: Clemens Schenk)
Clemens Schenk

„Was lange währt, wird endlich gut“. Freude herrscht in Weihungszell über eine gute Breitbandversorgung und schnelle Internetverbindung. Neben der völlig unbefriedigenden Situation der sehr mangelhaften Mobilfunkabdeckung in Hörenhausen und komplett fehlenden Mobilfunkabdeckung in Weihungszell beschäftigt die Bürgerschaft der beiden Teilorte auch ein anderes, heiß diskutiertes Thema, die Breitbandversorgung mit „schnellem Internet“ in der Gemeinde.

Hier gibt es jetzt erfreuliche Erfolgsmeldungen. Die großen Bemühungen der Gemeinde Schwendi um eine Verbesserung der Breitbandversorgung in der Gesamtgemeinde Schwendi seit dem Jahr 2012 fruchten.

In dieser Zeit wurden mit Zuschüssen des Landes Baden Württemberg, mehrere Millionen Euro in den Ausbau investiert. Die flächendeckende Breitbandversorgung im gesamten Gemeindegebiet Schwendi, mit allen Ortschaften, ist in greifbarer Nähe.

Über mögliche Angebote informiert

Große Freude herrscht jetzt schon im Ortsteil Weihungszell, der schon seit einigen Wochen über eine verbesserte Breitbandversorgung und gute Internetanbindung verfügt und die auch problemlos über die NetCom BW GmbH beantragt werden kann.

Dazu hatte kürzlich die NetCom BW, die mit Ausnahme der Ortschaften Großschafhausen und Kleinschafhausen das künftige Breitbandnetz betreiben wird, die Kommunalanstalt KommPaktNet, sowie das Ingenieurbüro GEO DATA und die Gemeinde Schwendi im Rahmen einer Informationsveranstaltung in der Veranstaltungshalle Schwendi, ihre künftigen Privat- und Gewerbekunden über die möglichen Produkte und Preise informiert.

Zu Beginn der Veranstaltung ließ der neue Bürgermeister Wolfgang Späth die Entwicklung des Breitbandausbaus in der Gemeinde Schwendi und die aktuelle Situation nochmals Revue passieren.

Die Aktivitäten der Gemeinde beim Breitbandausbau gehen ja bis ins Jahr 2012 zurück, als das Ingenieurbüro GEO DATA mit der Erstellung einer Breitbandkonzeption für einen FTTC Ausbau (Glasfaserausbau) beauftragt wurde.

In einem ersten Schritt wurden im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit mit der Gemeinde Wain die Ortschaften Großschafhausen und Kleinschafhausen an das Breitbandnetz angeschlossen.

Konkrete Planungen

In der Folgezeit wurden auf der Basis des Entwicklungskonzeptes konkrete Planungen für die Erschließung der weiteren Ortschaften im Gemeindegebiet erstellt. Insgesamt wurden in den vergangenen Jahren mit einem Kostenaufwand von rund 2,4 Miollionen Euro, etwa 38 Kilometer Leerrohre, beziehungsweise Leerrohre mit Glasfaserkabeln verlegt.

Diesen Ausbau habe das Land Baden-Württemberg mit Zuschüssen finanziell gefördert. Parallel hierzu habe die Kommunalanstalt Komm.Pakt.Net, bei der die Gemeinde Schwendi und weitere zahlreiche Landkreise und Kommunen Mitglied seien, eine europaweite Ausschreibung des Netzbetriebs in die Wege geleitet.

Die NetCom BW habe in diesem Ausschreibungsverfahren das beste Angebot abgegeben und werde nun für die kommenden Jahre Netzbetreiber in den Ortschaften Schwendi, Bußmannshausen, Orsenhausen, Schönebürg und Sießen i. W. sein.

In den Ortschaften Großschafhausen und Kleinschafhausen sei Netzbetreiber die Deutsche Telekom. Die Netzübergabe an die Net Com BW stehe nun unmittelbar bevor. Diese habe nach Übergabe dann sechs Monate Zeit, um das Netz in Betrieb zu nehmen.

Erhöhung der Bandbreite

Zusammenfassend sei es für die Bürge und Gewerbetreibenden so, dass zeitnah ein Anschluss an das Glasfasernetz und eine Erhöhung der Bandbreite möglich ist. Für die NetCom BW informierten Jürgen Prestel die Privatkunden und Nikolai Ottenbacher die Gewerbekunden über die möglichen Produkte des Unternehmens und standen für Fragen zur Verfügung.

Darüber hinaus konnten spezifische Fragen zum Netzbetrieb, sowie zur Technik und der konkreten Ausbausituation in der Gemeinde auch an den Geschäftsführer der Komm.Pakt.Net, Jens Schilling, sowie den Vertreter des Ingenieurbüros GEO DATA, Manuel Hommel und an den Bauamtsleiter der Gemeinde Schwendi, Peter Gauss, gestellt werden.

Die NetCom BW wird neben dieser Informationsveranstaltung in den kommenden Wochen und Monaten auch in den Ortschaften den Bürgerinnen und Bürgern sowie Gewerbetreibenden die Möglichkeit bieten, sich beraten zu lassen und bei Bedarf auch einen verbesserten Breitbandanschluss zu beauftragen.

Die jeweiligen Termine wird die Gemeinde laut Bauamtsleiter Peter Gauss im Gemeindeamtsblatt veröffentlichen. Dieser lobte in diesem Zusammenhang jetzt in einem Gespräch auch die interkommunale Zusammenarbeit mit der Stadt Dietenheim.

Diese habe auch dazu geführt, dass jetzt in Weihungszell schon eine gute Breitbandversorgung mit schnellem Internet, FTTC – Glasfaser bis zum Multifunktionsverteilerkasten, bis 50.000 kbit/s vorhanden und abrufbar ist.

„Gute Zusammenarbeit“

Dies sieht auch Bürgermeister Christopher Eh aus Dietenheim so, „die gute Zusammenarbeit der beiden Gemeinden auf diesem Gebiet habe für alle Beteiligten viele Vorteile gebracht, auch in Bezug auf die Förderung und Zuschüsse“.

„Ganz Happy“ mit der neuen Situation ist auch Maik Binder, der mit seiner Familie seit 2014 im Neubaugebiet „Mittleres Feld“ in Weihungszell wohnt und der als einer der ersten Bewohner des Baugebietes in den Genuss des schnellen Internets kam. „Antrag bei NetCom online und Anschluss, das ging alles sehr schnell und ohne Probleme, wir sind sehr zufrieden, das Internet funktioniert schnell und stabil und bis jetzt ohne Ausfall“.

Bis jetzt funktioniert das über die Variante „Glasfaser bis zum Verteilerkasten FTTC“ und Hausanschluss über Kupfer – VDSL, ist eine DSL-Technik, die wesentlich höhere Datenübertragungsraten über gebräuchliche Telefon-leitungen liefert. Aber auch hier wollen die Gemeinden langfristig das „Glasfaser bis ans Haus“, „das aber besondere Anbindungen erforderlich mache und auch Kosten verursache“, so Bauamtsleiter Gauss.

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