Heimspiele zum Saisonauftakt

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 In Schwendi ist alles für den Beginn der besonderen Tennis-Wettspielrunde 2020 vorbereitet: Abteilungsleiter Matthias Maurer (l
In Schwendi ist alles für den Beginn der besonderen Tennis-Wettspielrunde 2020 vorbereitet: Abteilungsleiter Matthias Maurer (links), Sportwart Tobias Mayr (Mitte) und Sportwartin Maike Nägele deuten auf wichtige Hinweise der Schutzmaßnahmen, die es einzuhalten gilt. (Foto: Bernd Baur)
Bernd Baur

Das Besondere an der diesjährigen Tennissaison zeigt sich schon am Namen: Die teilnehmenden Mannschaften messen sich in einer sogenannten Wettspielrunde, der von der Corona-Pandemie der Stempel aufgedrückt wird. Beginn ist dieses Wochenende, die SF Schwendi haben insgesamt 14 Teams – Aktive und Nachwuchs – für den sportlichen Vergleich mit anderen Vereinen gemeldet. In der Oberliga treten für Schwendi die Damen I und Herren I an, in dieser Klasse spielen auch die Juniorinnen und Junioren. Aber nicht nur für sie könnte das Spiel mit der Filzkugel heuer wie eine Wundertüte sein – wie es insgesamt läuft und was sportlich herauskommt, ist höchst ungewiss.

„Diese Saison wird anders sein, aber wir haben dennoch sportliche Ziele“, steckt Abteilungsleiter Matthias Maurer den Rahmen ab, der für die Schwendier Tennissportler heuer bestimmend sein wird. Die Verbandsspiele seien wie das Salz in der Suppe, „ich halte den Wettkampf auch wichtig insgesamt für den Verein“. Es freut ihn deshalb, dass die Resonanz auf eine Teilnahme im Mannschaftswettkampf in seiner Abteilung groß war. Jeder potenzielle Mannschaftsakteur wurde gefragt, bei den Kindern auch die Eltern, ob das Interesse an der Wettspielrunde in Corona-Zeiten mit entsprechenden Regeln da ist. Und die Lust aufs Tennis in Schwendi lässt sich auch an Zahlen festmachen: Fünf aktive Teams (drei Herren, zwei Damen) und neun Nachwuchsmannschaften wollen in den nächsten Wochen auf dem roten Ziegelsand ihr Bestes geben. Natürlich unter den besonderen Gegebenheiten und Regeln des Jahres 2020.

Spannende Angelegenheit

Eine spannende Angelegenheit dürfte die Wettspielrunde für die beiden ersten Mannschaften bei den Aktiven werden. Sie spielen in der Oberliga, der zweithöchsten Klasse auf Verbandsebene. Bei vielen Vereinen war es bisher üblich, dass sie sich auf diesem Spielniveau mit einer ausländischen Nummer eins verstärken. Wird diese Praxis auch heuer beibehalten? Eine Frage, auf die es erst im Verlauf der Runde eine Antwort geben wird. Am Ende der Wettspielrunde wird zwar ein Meister und Aufsteiger feststehen, das Los des Absteigers wird aber keine Mannschaft treffen. „Die gegnerischen Mannschaften sind sehr schwer einzuschätzen. Aus der Meldeliste kann man heuer nicht so viel herauslesen“, betont Schwendis Sportwart Tobias Mayr. Und so beschäftigen sich die Spielerinnen der Damen I vor ihrem ersten Spiel am Sonntag zu Hause gegen Urbach I (Beginn: 10 Uhr) mehr mit ihrer Spielstärke als mit einer möglichen Aufstellung der Gegnerinnen. „Wir haben in den letzten Wochen fleißig trainiert“, blickt Mannschaftsführerin Maike Nägele positiv gestimmt voraus. Sie hätten zwar bis jetzt in der direkten Saisonvorbereitung weniger Matches gespielt, „aber das Gefühl für das Tennis kommt wieder“. In einem normalen Spieljahr hätte es zwei Oberliga-Gruppen gegeben, heuer wurden die sieben teilnehmenden Damenteams in einer Gruppe zusammengefasst. Auch das macht Prognosen schwerer. Für das Schwendier Team legt die 20-jährige Maike Nägele die sportliche Marschrichtung fest: „Wir versuchen alles, um vorne mit dabei zu sein.“ Den Grundstock hierfür will das Team mit einem Sieg am Sonntag legen. Für Schwendi spielen: Maike Nägele, Ira Schmid, Eva Riekenbrauck, Annika Böhme, Alisa Karremann und Carolin Böhme.

Gegner reist aus Herrenberg an

Mit einem siebenköpfigen Kader für die sechs Einzel werden die Herren I zum ersten Oberliga-Spiel am Sonntag antreten. Ebenfalls zu Hause (10 Uhr), der Gegner reist aus Herrenberg an. Die fünfwöchige Vorbereitungszeit auf Sand sollte nach Meinung von Tobias Mayr ausreichen: „Wir sind schon relativ gut trainiert.“ Und nicht nur das, ergänzt Spielführer Philipp Staible: „Die Spieler haben alle ihre Form, sie wollen jetzt spielen und zeigen, dass etwas geht.“ Gegenüber dem letztjährigen Oberligaauftritt hat sich das Gesicht der Schwendier Mannschaft für diese Wettspielrunden-Premiere leicht verändert. Philipp Staible, Tobias Mayr, Lukas Ottenbreit, Niklas Schürrle, Matthias Maurer, Tim Schulz und Adrian Grimolizzi stehen für die Einzel gegen Herrenberg zur Verfügung. „Jeder ist ehrgeizig, der Abstiegsdruck ist nicht da, das löst vielleicht auch so manche Blockade“, geht Tobias Mayr davon aus, dass die Leistung am Sonntag stimmen wird.

Mit einem Wermutstropfen werden die Schwendier Tennisspieler am Sonntag allerdings leben müssen – auf eine Unterstützung durch Zuschauer müssen sie verzichten, weil solche auf der Anlage noch nicht erlaubt sind. „Es ist mit das traurigste, dass wir ohne Schwendier Wand spielen müssen“, urteilt Philipp Staible. Was ihn freuen dürfte: Maximal 100 Zuschauer sind laut der aktuellen Corona-Verordnung Sport vom Donnerstag dann ab 1. Juli wieder möglich, für die das Abstandsgebot gilt.

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