„Happy birthday“ in eigener Sache

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Redaktionsleiter

Achtzehn Jahre alt ist „Vocal Dream“ geworden – das Geburtstagsständchen hat sich der Chor bei seinem Konzert am Samstag in der Schwendier Veranstaltungshalle selbst gesungen.

Mit brennenden Kerzen auf Kuchenstücken betrat das 25-köpfige Ensemble, um einen originellen Auftakt nie verlegen, die Bühne und stimmte ein „Happy birthday“ in eigener Sache an. Die Zuhörer gratulierten klatschend.

Der erste Programmteil war Hits der vergangenen 18 Jahre gewidmet, zum Teil a cappella vorgetragen, zum Teil mit Instrumentalbegleitung. Von der Filmusik zum Agententhriller „Mission Impossible“ bis zu „Ain’t nobody“ spannte sich der Bogen; darin eingebettet, mit ganz viel Gefühl dargeboten, „Das Beste“ von Silbermond und Xavier Naidoos „Ich kenne nichts“ mit Max Albrecht als Solist.

Nach der Pause folgte eine Zeitreise durch die A-cappella-Musik. Die ersten Stücke hatten Züge des gregorianischen Chorals – hier gehörte die Bühne vor allem dem eigens für dieses Konzert gebildeten 13-köpfigen Männerprojektchor, der in bläuliches Licht getaucht und in kuttenähnlichen Gewändern sang. Im Schwendier Kirchenchor und im Weishaupt-Kammerchor, bei den St. Martins-Chorknaben Biberach und der Bigband Memmingen sind die Herren für gewöhnlich aktiv, nicht zu vergessen die Männer von „Vocal Dream“.

Mit viel Schwung erinnerten Geburtstags- und Projektchor dann an legendäre A-cappella-Gruppen wie die Comedian Harmonists und The Chordettes. Höchst vergnüglich arrangiert auch „Mir im Süden“ (Die Füenf) mit der Botschaft, dass die Schwaben auf jeden Fall das bessere Bier haben (in diesem Fall von der Laupheimer Kronenbrauerei). Engelsgleich die Sängerinnen beim Rammstein-Song „Engel“, inbrünstig die Herren bei „The Sound of Silence“. Zum Schluss ging’s mit „Skyfall“ und „The Gladiator Theme“ (damit wurden die Besucher noch stimmungsvoll im Foyer verabschiedet) erneut in die Welt der Filmmusik.

Sorgfältig eingeübt und wie stets mit Herzblut dirigiert hat das Konzert Sonja Walter. Sie war 18 und noch Schülerin, als Vocal Dream aus einem Jugendchor in Schönebürg hervorging, dessen Leiterin in den Auslandsschuldienst wechselte. „Es wurde händeringend eine Nachfolgerin gesucht“, erzählt Walter, die heute Musik am Gymnasium Ochsenhausen unterrichtet. Sie nahm die Herausforderung an und hat einen Chor von bemerkenswerter Qualität und Vielseitigkeit geformt. Außer ihr ist nur noch eine Sängerin aus den Anfangszeiten dabei: Steffi Schneider.

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schwäbische.de/vocaldream18

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