Gleich vier „Einsätze“ mit vollem Einsatz

Lesedauer: 6 Min
 Zur Rettung des Verschütteten mussten die Feuerwehrleute tief graben.
Zur Rettung des Verschütteten mussten die Feuerwehrleute tief graben. (Foto: privat)
Clemens Schenk

Ein Kaminbrand, ein verschütteter Mensch, ein brennender Kirchturm – und die klassisch zu rettende Katze: Verschiedene Einsatzszenarien bei der diesjährigen Jahreshauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Sießen stellten die Feuerwehrkameraden vor besondere Herausforderungen – und zeigten dabei wieder einmal ihren guten Ausbildungs- und Leistungsstand. Zuschauende Einwohner stellten dabei fest: „Auf unsere Feuerwehr können wir uns sicher auch im Ernstfall voll verlassen“. Auch Kommandant Torsten Guter zigte sich zufrieden. Es sei „einmal sehr wichtig und interessant“ zu sehen, „wie unsere Mannschaft auf bestimmte Anforderungen reagiert“.

Den Aktiven war nur der Tag der Jahreshauptübung bekannt. „Wir wollten den Ernstfall proben und hier wird uns im Fall der Alarmierung auch nur der Einsatzort und die Aufgabe des Einsatzes mitgeteilt“, so die Aufgabenstellung des Kommandanten. Denn: „Wir wissen nie, was auf uns im Einsatzfall konkret zukommt, der Ernstfall kann vorher auch nicht geprobt oder geübt werden“. Bewusst wurde in diesem Jahr auf den Einsatz von Rettungskräften wie etwa dem ASB verzichtet, um sich voll auf feuerwehrtechnische Aufgaben zu konzentrieren.

Stille Alarmierung

Wiederum fand eine stille Alarmierung statt. Die Feuerwehrleute wurden über ihre Funkmeldeempfänger alarmiert, die jeder Aktive bei sich tragen muss. Die Bevölkerung wunderte sich über laute Sirenen- und Martinshorntöne. Die Einsatzkräfte fanden sich schnell und in einer „realistischen Zeit“ am Feuerwehrhaus und nach ersten Instruktionen schnellstens am angenommenen Einsatzort ein: bei einem simulierten Kaminbrand in einem Wohnhaus in Hörenhausen. Dort stellten sie den Brandschutz sicher und warteten, bis der Kamin ausgebrannt war. Dabei wurde die neue Wärmebildkamera zur Kontrolle der Wärmeverteilung eingesetzt. Einen Kaminbrand darf man nicht löschen, sondern man muss warten, bis das Feue selbständig erloschen ist.

Nach diesem Einsatz trafen man sich im Feuerwehrhaus zur Besprechung. Auch die Pausen nutzten die Feuerwehrmänner zur Fahrzeug -Pflege und zur Nachbesprechung der vorangegangenen Übungseinheit, dabei freute sich Kommandant Guter über „das Mitmachen, die regen Diskussionen und über Anregungen der Wehrmänner“. Nach Kaffee und Kuchen wurden sie zum nächsten Einsatz alarmiert, der lautete: „Verschüttete Person bei Bauarbeiten“.

Die Einsatzkräfte fanden eine Person vor, „die bis zum Hals mit Boden bedeckt war“. Aufgabe dabei war, das Opfer fachgerecht zu betreuen und unverletzt aus dem Erdreich zu retten. Da war auch ein großer körperlicher Einsatz der Kameraden gefordert. Sie mussten mit Schaufeln cirka 1,5 Meter tief graben, um an die verschüttete Person zu gelangen und Freiraum für die Bergung zu erhalten.

Der dritte Einsatz gehörte in den Bereich „Tierrettung“ und hier hieß es speziell: „Katze auf dem Baum“. Eine Katze, natürlich wurde hier ein Stofftier verwendet, befand sich in cirka vier Meter Höhe auf einem Baum. Diese musste mit einer Leiter und mit etwas Geschick aus dem Baum gerettet werden.

Der letzte Einsatz war für die Feuerwehrkameraden am umfangreichsten. Dafür wurden sie zu einem Brand im Kirchturm der Wallfahrtskirche Sießen alarmiert. Die Lage stellte sich schwierig dar: Eine vermisste Person befand sich noch im Kirchturm und konnte wegen des Feuers nicht selbständig wieder nach unten gelangen.

Nach den Löscharbeiten gelangte ein Atemschutztrupp zu dem Vermissten vor. Mit der Atemschutzausrüstung in dem schmalen Treppenhaus des Kirchturmes war es für die Kameraden eine Herausforderung „die Person zu retten“. Auch dabei war die Wärmebildkamera von Vorteil,: So konnte man das Opfer „leichter orten und finden“. Weitere Feuerwehrkameraden stellten während der Rettung den Brandschutz sicher.

Zum Abschluss fand im Feuerwehrhaus eine Nachbesprechung statt. Kommandant Torsten Guter lobte „die gute und sichere Vorgehensweise seiner Kameraden“. Ortsvorsteher Wolfgang Thanner und Ehrenkommandant Franz Marquart bestätigten dies und hoben „die große Einsatzbereitschaft und den guten Ausbildungs- und Leistungsstand hervor“

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen