Flammen und Küchle erfreuen Besucher

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Eine heiße Sache: Der Funken der „Grodda“-Bude in Orsenhausen brannte – mit Windunterstützung – gut ab.
Eine heiße Sache: Der Funken der „Grodda“-Bude in Orsenhausen brannte – mit Windunterstützung – gut ab. (Foto: Bernd Baur)
Bernd Baur

Funkenfeuer vertreiben zu Beginn der Fastenzeit den Winter, sie läuten den Abschied von der kalten Jahreszeit ein – so ist es Tradition. Dabei werden „Funkenhexen“, die den kalten Winter symbolisieren, verbrannt. Im Verbreitungsgebiet der Schwäbischen Zeitung Ausgabe Laupheim brannten gestern und bereits am Samstag in einigen Gemeinden die großen Holz- und Reißigstapel, die von vielen Freiwilligen aufgeschichtet wurden. So auch in Orsenhausen, wo der Funken nordwestlich des Sportplatzes lichterloh brannte.

Die Kunst des Funkenbaus in Orsenhausen ist seit vielen Jahren in den Händen der „Grodda“-Bude. Im Jahre 2000 wurde sie gegründet, am Samstag haben Mitglieder dieser Bude bereits zum 18. Mal den Brauch des Funkenfeuers in ihrer Regie veranstaltet. Zuvor mussten die elf jungen Männer im Alter zwischen 20 und 35 Jahren aber kräftig anpacken. Drei Mal haben sie im Ort alte Weihnachtsbäume und den Baumschnitt der Gartenbesitzer gesammelt. Anderes Material kommt in Orsenhausen nicht auf den großen Haufen. In diesem Jahr konnten sich die Funkenbauer über genügend holziges Material freuen. „Der Funkensonntag ist dieses Jahr spät, das Wetter war bisher gut. Deshalb haben viele die Bäume im Garten schon geschnitten und das Material zur Abfuhr für uns bereitgestellt“, erklärt Philipp Niedermaier von der „Grodda“-Bude. Es war sogar so viel, dass es in Orsenhausen heuer für einen verlängerten Funken reichte. Im Anschluss an den acht Meter hohen Hauptfunken – auf einem Stammgerüst mit einem Meter Bodenfreiheit wurden die Äste aufgeschichtet – wurde ein weiterer Holzstoß errichtet.

Der gesamte Funkenkomplex brannte am Samstag nach Einbruch der Dunkelheit gut ab – der deutlich spürbare Westwind als natürliche Puste tat sein Übriges und trieb die Flammen und Funken in den Nachthimmel. Etwa 150 kleine und große Orsenhauser Bürger erfreuten sich an den lodernden Flammen. Längst Tradition beim Funkenfeuer in Orsenhausen ist auch ein besonderer kulinarischer Genuss: Küchle, gezogen oder mit Zwetschgenmus gefüllt, sowie Waffeln wurden unter anderem angeboten. Diese köstlichen Speisen hatten die Frauen und Freundinnen der „Grodda“-Bude-Mitglieder gebacken. Dieses Gesamtpaket beim Orsenhauser Funkenfeuer kam bei den Besuchern wieder sehr gut an. „Es sind nicht viele Leute. Aber sie sind sehr schaffig und hochmotiviert“, lobte ein Besucher das Engagement der „Grodda“-Bude. Dadurch könne in Orsenhausen der Brauch des Funkenfeuers gefeiert werden, während dies in anderen Ortschaften nicht mehr möglich ist.

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