72 Stunden für den Martinusweg

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 Die Matratzen für die Pilgerhütte müssen die Jugendlichen in der Breite anpassen.
Die Matratzen für die Pilgerhütte müssen die Jugendlichen in der Breite anpassen. (Foto: Privat)
Schwäbische Zeitung

An jenem Donnerstag um 17.07 Uhr bekamen die Minis und die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) aus Bußmannshausen bei der zentralen Auftaktveranstaltung der 72-Stunden-Aktion in Laupheim auf dem Rathausplatz ihre Aufgabe mitgeteilt. Sie lautete: Erstellen eines Pilgerquartiers mit vier Schlafplätzen in der bestehenden Gartenhütte im Pfarrgarten, Ausarbeitung einer Etappe des Martinuswegs für Jugendliche und überlegen, wie dies alles beworben werden kann. Genau drei Tagen später, am Sonntag um 17.07, Uhr ist die „Martinshütte“ fertig.

Los geht’s mit vollem Einsatz

Zurück aus Laupheim treffen sich die Jugendlichen im Jugendhaus, um gemeinsam mit dem Projektkoordinator (Projektpartner für diese Aktion war die Kirchengemeinde St. Martinus Bußmannshausen) über den Martinusweg „Via Sankti Martini“, der von Szombathely (Ungarn) bis Tours (Frankreich) führt, informiert zu werden. Bevor es ans Schaffen geht, schauen sich alle zusammen den Film: „Pilgern auf dem Martinusweg von Schemmerberg bis nach Bußmannshausen“ an.

Die Jugendlichen legen direkt am Donnerstagabend los. Sie planen von nun an jeden Tag bis spät in die Nacht hinein, arbeiten unter Hochdruck, sägen, schrauben, bringen die Außenanlagen der ehemaligen Gartenhütte auf Vordermann und kaufen Material für die Betten und die Inneneinrichtung. Die Matratzen müssen in der Breite angepasst werden, da die oberen Stockbetten keine Standardbreite haben. Zeitgleich macht sich ein Teil der Gruppe daran, ein Plakat mit dem Titel „Von Schemmerhofen nach Oberkirchberg“ und einen Flyer zu entwerfen, der vielleicht schon bei der Sternwallfahrt in Untermarchtal an den Mann gebracht werden soll. Immer wieder erhielten die jungen Arbeiter Sach- und Essensspenden oder einen kurzen Besuch mit motivierenden Worten.

Am Sonntag erklären die Jugendlichen im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Gemeinde ihr Projekt, bevor dann der lang ersehnte Moment kommt: Das Absperrband zur Pilgerhütte wird durchgeschnitten und die Hütte der Öffentlichkeit präsentiert. Zum Abschluss sagt Hubert Bähr, der als Projektkoordinator mit dabei war: „Es macht große Freude zu sehen, wie so viele motivierte junge Leute zusammen wirklich Großes schaffen. Alle, die an diesem Projekt beteiligt waren, dürfen stolz darauf sein.“ Die Jugendlichen und Gäste feiern bis in die späte Nacht hinein im Pfarrgarten neben der Kirche. Zum Tages- und Aktionsabschluss segnet Pfarrer Martin Ziellenbach die nun neu gestaltete Pilgerhütte.

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