Ärger um „Fahrzeugkadaver“

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 Im Uferbereich der Rot, neben dem Geh- und Radweg Richtung Hugggenlaubach, ist dieses Autowrack seit Monaten illegal abgestell
Im Uferbereich der Rot, neben dem Geh- und Radweg Richtung Hugggenlaubach, ist dieses Autowrack seit Monaten illegal abgestellt. Es ist eines von vier Fahrzeugen, die in Schwendi aktuell ohne Berechtigung auf öffentlichen Flächen stehen. (Foto: Bernd Baur)
Bernd Baur

Abgemeldete Kraftfahrzeuge auf öffentlichen Straßen und Flächen abstellen und so entsorgen: In Schwendi scheint sich diese Mode zu einem Trend zu entwickeln. „Weiß die Verwaltung, dass drei abgemeldete Fahrzeuge im Ortsgebiet und an der Randlage auf öffentlichen Flächen seit längerer Zeit stehen?“, erkundigte sich Gemeinderat Stephan Miller bei der letzten Ratssitzung.

Und er wurde konkreter: „Teilweise sind die Scheiben eingeschlagen, diese Flächen fungieren offenbar als Müllablageplatz für Fahrzeugkadaver.“ Dass diese Autos dort stehen, ist der Verwaltung bekannt, erklärte Hauptamtsleiter Jürgen Lang. Mittlerweile sind es vier an der Zahl. Zwei fristen ihr Dasein auf dem öffentlichen Parkplatz am Herdweg, eines wurde gegenüber der Sankt-Anna-Kapelle auf dem Gemeindegrundstück abgestellt. Ein viertes abgemeldetes Fahrzeug gehört seit längerem neben dem Radweg an der Rotbrücke bei Dietenbronn zum Landschaftsbild. An diesem Fahrzeug sind inzwischen Scheiben eingeschlagen, alle vier Räder abmontiert. Es steht nur wenige Meter vom Rotfluß entfernt auf dem Uferbereich, die Fläche gehört dem Land. Sollte aus dem Fahrzeug Öl austreten, droht eine massive Umweltverschmutzung.

„Wir haben diese Fälle dem Landratsamt gemeldet“, berichtete Jürgen Lang. Dieses wollte aber nicht mehr zuständig sein, „die Gemeinde soll dies selber regeln“. Nach einer Prüfung, auch unter Einbeziehung des Gemeindetages, ist für die Gemeinde die Gesetzeslage eindeutig. Die Entsorgung der Fahrzeuge, wenn es die Halter nicht übernehmen, ist Aufgabe des Abfallwirtschaftsbetriebes beim Landratsamt Biberach. Dies hat die Gemeinde der Behörde mitgeteilt, dort wird jetzt das weitere Vorgehen geprüft.

Die Autos von der Gemeinde abschleppen zu lassen, sei nicht so einfach, betonte Bürgermeister Günther Karremann. „Der Besitzer des letzten Fahrzeuges, das wir abgeschleppt haben, hatte nachher behauptet, er hatte Gold im Kofferraum“, sagte Karremann. Eines hat die Gemeinde inzwischen jedoch gemacht: An alle vier Fahrzeuge wurden rote Zettel geklebt mit dem Hinweis, dass eine Ordnungswidrigkeit vorliegt. Die Fahrzeughalter werden zudem aufgefordert, bis zu einer bestimmten Frist für das Entfernen der Autos zu sorgen. Bei Nichtbeachtung dieser Aufforderung werde das Fahrzeug von der Ordnungsbehörde beseitigt und alle anfallenden Kosten dem Fahrzeughalter in Rechnung gestellt.

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