Schemmerhofer können Public Science, Grappling, Woman Fitness und mehr

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Schemmerhofens Bürgermeister Mario Glaser (links, stehend) würdigt Mitbürger für ihre außergewöhnlichen Leistungen.
Schemmerhofens Bürgermeister Mario Glaser (links, stehend) würdigt Mitbürger für ihre außergewöhnlichen Leistungen. (Foto: Michael Mader)
Michael Mader

Erstmals hat die Gemeinde Schemmerhofen am Freitagabend engagierte und erfolgreiche Bürger ausgezeichnet. Dabei wurde eine besondere Vielfalt deutlich. Bürgermeister Mario Glaser würdigte eine Bodybuilderin, einen Kampfsportler, einen Europameister bei den Maurern und drei junge naturwissenschaftlich orientierte Tüftler mit einem kleinen Geldgeschenk und einer Urkunde.

Der 18-jährige Roman Hauel und die beiden 17- und 19-jährigen Brüder Tim und Marc Auberer haben sich der Wissenschaft verschrieben. Mit großer Leidenschaft und Begeisterung entwickelten die drei Schemmerhofer mit Unterstützung des Schülerforschungszentrums Landkreis Biberach eine Anlage zur Feinstaubmessung. „Jeder kann sich diese Anlage für 20 Euro in den Garten stellen“, betonte Roman Hauel, der inzwischen ein Elektrotechnikstudium an der Uni Ulm begonnen hat. Marc Auberer hat ein duales Studium in Mannheim aufgenommen, sein jüngerer Bruder Tim ist noch Schüler. Seit drei Jahren haben die drei Freunde an diesem Projekt getüftelt, gewannen den Hauptpreis des Bundesumweltwettbewerbs und die Goldmedaille bei einem internationalen Wettbewerb junger Wissenschaftler in Malaysia. „Diese Arbeit ist wichtig für den Weltfrieden“, erklärte Tobias Beck, der Projektbetreuer beim Schülerforschungszentrum, der die Laudatio für die drei hielt. Sie seien außergewöhnlich begabt und hätten mit einem vergleichbar geringen Aufwand Dinge erforscht, die in Zukunft unabdingbar notwendig werden für das Zusammenleben der Menschheit. Die Wissenschaft sei damit aus ihrem elitären Elfenbeinturm herausgetreten und die drei jungen Männer hätten gezeigt, dass Public Science, also die Wissenschaft für alle, durchaus möglich ist.

Ganz anders ist die Lage bei den drei weiteren ausgezeichneten Schemmerhofern. Nico Pulvermüller macht seit frühester Kindheit Kampfsport und seit einigen Jahren erfolgreich Grappling, eine Mischung aus Judo, Aikido, Ringen und weiteren exotischen Sportarten, wie Pulvermüllers erster Trainer Bruno Baltres aus Biberach ausführte. Mit der Internationalen Deutschen Meisterschaft sei Nico Pulvermüller noch nicht am Ende seines Leistungsvermögens. Der 19-Jährige bestätigte dies. Sein Tag bestünde aktuell aus einem Vollzeitjob und zwei Trainingseinheiten. Das sei schon ein sehr großer Aufwand, aber er habe eben sehr viel Spaß an diesem Sport und sich inzwischen auch belohnt.

Victoria Kehrle ist in Schemmerhofen auch keine Unbekannte. Die Deutsch-Amerikanerin malt – einige Bilder hängen auch im Schemmerhofer Rathaus – und hat sich dem Bodybuilding verschrieben. Allerdings nicht das Bodybuilding von Arnold Schwarzenegger und anderen, sondern die Vorbereitung laufe ausschließlich mit natürlicher Ernährung, betonte Laudator Gunnar Stangl vom Leistungszentrum in Crailsheim. „Disziplin beim Essen ist das Schwerste“, sagte Victoria Kehrle, die unter anderem beim Weltcup der Kategorie Woman Fitness den ersten Platz erreichte. Als nächster Wettkampf stehe die Miss Olympia in Italien am kommenden Wochenende an. Da dürfe sie noch nicht einmal an Schokolade riechen.

Der Letzte im Bunde der Ausgezeichneten ist Christoph Rapp. Er wurde in diesem Jahr Fünfter bei den Weltmeisterschaften bei den Maurern, 2018 hatte er sich den europäischen Titel geholt. Rapp wurde im elterlichen Betrieb ausgebildet. Vor drei Jahren war er Jahrgangsbester in seiner Abschlussklasse. Sein Laudator, Alexander Rother von der Bauinnung Ulm-Biberach, würdigte Rapp nicht nur für seine herausragenden Leistungen, sondern auch für seine bodenständige und sympathische Art.

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