Rat rechfertigt kritische Nachfragen zum Tierheim

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Der Gemeinderat Schemmerhofen wehrt sich gegen die Beschuldigungen eines Bürgers. In einem Leserbrief wurde den Räten vorgeworfen, sie hätten „wenig Ahnung“ von der Arbeit der Ehrenamtlichen im Tierheim. Vorausgegangen waren die Diskussionen über die Erhöhung der Einwohnerpauschalen. Zukünftig muss jeder Bürger umgerechnet einen Euro im Jahr an das Tierheim zahlen, bislang waren es 60 Cent. „Solange wir das Tierheim mit Geld stopfen, wachsen die unendlich“, hatte Gemeinderat Reinhold Brehm moniert.

Der Leser Udo Anlauff hat daraufhin gefordert, die Räte sollten selbst offenlegen, wie viel Sitzungsgeld sie erhielten. Jetzt hat sich die Gemeinderätin und erste Stellvertreterin des Bürgermeisters Brigitte Bertsch in einem Schreiben an die SZ-Redaktion und den Leser gewandt. Darin erklärt sie: „Sie können versichert sein, dass wir Gemeinderäte das Ehrenamt zu schätzen wissen.“

Die Frage, wie viel die Räte pro Einwohner bekommen, sei schnell beantwortet. „Nichts! Wir bekommen für jede Gemeinderatssitzung–Sitzung, die zwischen drei und vier Stunden dauert, 30 Euro Sitzungsgeld.“ Das Geld aus einer Sitzung werde zudem stets einem guten Zweck gespendet.

„Auch wäre es toll, wenn wir so einen Haushalt wie die Stadt Biberach hätten, was leider nicht der Fall ist“, betont Bertsch. Sie rechtfertigt auch die kritischen Nachfragen und Bedenken ihrer Ratskollegen. Nüchtern und sachlich betrachtet sei es doch „mehr als richtig, wenn sich ein Gemeinderat kritisch damit auseinandersetzt, wenn es um Erhöhungen von 40 Prozent geht“, sagt sie und fügt hinzu: „Auch wir als Ehrenamtliche sind das unseren Bürgern schuldig.“ Da die Gemeinde auch weiterhin darauf angewiesen sei, dass sich Menschen ehrenamtlich engagieren, sei es wichtig, „dass die Ehrenamtlichen nicht über die Zeitung angegriffen werden“.

Tierschützer im Blick

Sie könne nachvollziehen, dass sich ehrenamtliche Mitarbeiter des Tierheims angegriffen gefühlt hatten. Ratsmitglied Johannes Müller hat sein Zitat indes aber nochmals korrigiert: Er habe ausdrücklich nicht die Mitarbeiter des Tierheims Biberachs gemeint, sondern andere Tierschützer „mit Ulmer Kennzeichen“. So sei es ihm von einem Landwirt zugetragen werden. Er schätze die Arbeit des Tierheims und „nichts“ liege im ferner, als schlecht darüber zu reden.

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