Partyschnaps stößt auf Widerstand in der Hauptstadt

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Partyschnaps stößt auf Widerstand in der Hauptstadt

 Der Partyschnaps „Ficken“ der Firma Trade Mark Company, die ursprünglich aus Schemmerhofen-Altheim kommt, wird für Thomas Kraus von der Cheeta-Bar in Berlin Treptow, zum Problem.

Das Berliner Ordnungsamt verbietet dem Gastwirt, das Getränk zu bewerben. „Auf den Plakaten steht: Ficken ist schön oder Vögeln geht immer, das ist zu obszön“, heißt es aus der Berliner Behörde. Auch Kinder hätten Zugang zum Lokal, und für die sei solche Werbung nicht geeignet. Kraus könne die Werbung weiterhin in seinem Raucher-Bereich aufhängen, dieser sei schließlich nicht für Minderjährige zugänglich.

Mario Schossnik, Geschäftsführer der Cheeta-Bar, versteht den ganzen Ärger überhaupt nicht. „Die wollen, dass wir jetzt auch noch 300 Euro Ordnungsgeld zahlen, weil wir die Werbung nicht gleich abgenommen haben. Das sehen wir gar nicht ein.“ Um die Angelegenheit kümmere sich jetzt eine Anwältin. „Die findet die ganze Sache lächerlich“, sagt Schossnik.

Nur einige Meter entfernt gäbe es eine Schwulen-Bar namens „Ficken 3000“. „Da steht der Name für alle zugänglich in Leuchtbuchstaben draußen dran und da ist das kein Problem“, sagt Schossnik. Nur einige ältere Gäste hätten sich anfangs über die anstößige Werbung gewundert. „Gerade denen, die am Anfang gemeckert haben, schmeckt der Schnaps jetzt richtig gut“, sagt Schossnik.

Dietmar Bock, Mitgeschäftsführer der EFAG Trade Mark Company GmbH & Co. KG, kann die ganze Aufregung nicht teilen. „Ficken ist eine eingetragene Marke, da sind wir auf der sicheren Seite.“ Im Herbst 2011 hatte der Schnapshersteller einen Patentstreit gewonnen. Das Bundespatentgericht hatte einer Klage der Firma stattgegeben, nachdem sich das Patentamt bis dato geweigert hatte, das umstrittene F-Wort als Getränkenamen ins Markenregister einzutragen. Das Gerichtsurteil lautete: „Ficken“ ist eine Marke und ist daher ins Markenregister einzutragen.

„Das sind Einzelprobleme“

Geschäftsführer Bock regt sich nicht sehr über das Berliner Geschehen auf. „Wenn das ein einzelner Gastronom ist, der mit dem dortigen Ordnungsamt Probleme hat, sind das Einzelprobleme und Kleinkriege, für die wir keine Zeit haben“, sagt er auf SZ-Nachfrage. Auch in Achstetten gebe es ein Ausschankverbot für den Schnaps in Gebäuden, die der Gemeinde gehören. „Zwischendurch gibt es eben so gallische Dörfer, sie sich widersetzen und glauben, damit die Welt zu retten.“

Dabei gebe es Verwerflicheres auf der Welt als einen Schnaps mit dem Namen „Ficken“. Er wisse von einem Getränkehändler in Achstetten, der den Schnaps dagegen sehr gut verkauft, erwähnt Bock. „Wir haben ihm ,Zensiert’-Aufkleber für die Flaschen geschenkt.“

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